Frustrierte Spinnen, schwebende Schwalben und tanzende M√ľcken: Manche Tiere und Pflanzen sind wahre Wetterpropheten und sagen uns, wie das Wetter wird. Ein Servus Podcast.

Wie viel Zeit bleibt f√ľr die Heuernte? Kann ich W√§sche im Garten aufh√§ngen? Fr√ľher, als es noch keine Wettervorhersagen, Statistiken und Messungen gab, orientierten sich die Menschen an der Natur. Aber k√∂nnen Tiere tats√§chlich das Wetter vorhersagen? Danach wissen Sie endlich, warum Wildschweine mit einem Sauwetter eigentlich gar keine Freude haben. Und auf welche Bl√ľtenk√∂pfe Sie achten sollten, um rechtzeitig Ihre Sch√§fchen ins Trockene bringen zu k√∂nnen.

Face, Person, Human

Sie h√∂ren: Servus-Kolumnist Harald Nachf√∂rg, der in seiner monatlichen Kolumne in Servus in Stadt & Land von den nicht ganz so kleinen und nicht allzu gro√üen Dingen des Alltags in den 1960er- und 1970er-Jahren erz√§hlt. Wir sch√§tzen aber nicht nur die edle Feder des Wieners. Wir lauschen auch zu gerne seiner edlen Stimme.

Face, Person, Human

Der Text stammt von Margret Handler, Stellvertretende Chefredakteurin des Servus in Stadt & Land-Magazins. Wenn‚Äôs ums Wohlbefinden und um Gesundheit geht, sind wir bei der geb√ľrtigen Nieder√∂sterreicherin, die im Burgenland ihre Wahlheimat gefunden hat, gut aufgehoben.

Illustrationen: Roland Vorlaufer, Andreas Posselt, Produktion & Stimme: Beatrix Hammerschmied

1. Tierische Wetterpropheten

Wenn Ameisen dicht machen

Tiere als Wetterboten: Ameise (Bild: Mauritius Images)

Ameisenhaufen sind im Garten zwar eher unerw√ľnscht, k√∂nnen allerdings auch als Wetterh√§uschen dienen. Das emsige und nerv√∂se Herumlaufen der Ameisen auf ihrem Haufen ist ein deutliches Signal f√ľr Regen. Die Ameisen bringen bei drohendem Wolkenbruch die Puppen nach oben, weil sich unten das Wasser sammelt. Rote Waldameisen verschlie√üen sogar die untenliegenden Entl√ľftungsl√∂cher mit winzigen Harzk√ľgelchen, jedoch um das zu erkennen, muss man schon sehr genau hinsehen.

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Gutes Wetter beim schwalbigen Höhenflug

Tiere als Wetterboten: Schwalbe (Bild: Mauritius Images)

Siehst du die Schwalben niedrig fliegen, wirst du Regenwetter kriegen. Fliegen die Schwalben in den Höh’n, kommt ein Wetter, das ist schön!

An diesem Spruch ist was dran: Schwalben fliegen immer so hoch oder tief wie ihr Futter. Bei nahendem Schlechtwetter schwärmen Insekten unten, bei Hochdruck werden sie von warmen Luftströmungen hinaufgetragen. Eine Schwalbe in luftiger Höh’ macht aber noch keinen Sommertag: Es kann sich auch um eine Jungschwalbe auf Übungsflug handeln.

Bei M√ľckenschw√§rmen: Vorsicht Gewitter

Tiere als Wetterboten: M√ľckenschwarm (Bild: Mauritius Images)

Tanzende M√ľckenschw√§rme deuten auf ein Gewitter hin: Die kleinen Insekten sammeln sich bei der Partnersuche auf Anflugpunkten wie Baumspitzen oder Dachgiebeln. Die Thermik vor einem nahenden Unwetter bl√§st die Tiere in bodennahe Schichten, wo sie uns ‚Äď auf Augenh√∂he ‚Äď eher auffallen.

Spinnende Spinne heißt Sonnenschein

Tiere als Wetterboten: Spinnennetz (Bild: Mauritius Images)

Reißt die Spinne ihr Netz entzwei, kommt Regen herbei.

Etwa 15 Minuten vor einem Regen h√∂ren Spinnen in der Tat auf, ihr Netz zu weben. Sie rei√üen es zwar nicht entzwei, ziehen sich aber aus der Mitte zur√ľck. Eine spinnende Spinne darf als Sonnengarant gelten.

Bei Schönwetter ist der Frosch oben

Tiere als Wetterboten: Laubfrosch (Bild: Mauritius Images)

Den Wetterfrosch gibt es nicht wirklich. Zwar klettert der Laubfrosch bei Schönwetter auf Pflanzen hinauf, aber nur, weil da die schmackhaften Insekten weiter oben fliegen. In einem Glas mit Leiter funktioniert das nicht.

Wie uns Wolken das Wetter vorher sagen können, erfahren Sie hier.

2. Pflanzen als Wetterpropheten

Die Ringelblume

Die Ringelblume reagiert empfindsam auf Ver√§nderungen der Luftfeuchtigkeit. Wenn sie ihre Bl√ľte nicht in der Zeit zwischen 7 und 9 Uhr √∂ffnet, deutet alles auf einen Regentag hin. Bl√ľht sie schon zeitig am Morgen, l√§sst das auf einen sch√∂nen, sonnigen Tag hoffen

Der Waldmeister

Der Waldmeister ist kurz vor einsetzendem Regen besonders intensiv wahrnehmbar. Steigt uns bei einem Waldspaziergang sein intensiver aromatisch-s√ľ√ülicher Duft in die Nase, sollten wir den Regenschutz auspacken oder einen Unterstand suchen.

Die Eiche

Die Eiche √∂ffnet ihre Bl√§tter erst sp√§t im Fr√ľhling, wenn die Sonne schon h√∂her steht und kein Frost mehr zu erwarten ist. Sind ihre Bl√§tter offen, ist die Zeit der warmen Jacken vorbei. Frostempfindliche Pflanzen d√ľrfen nun in den Garten wandern. Treibt die Eiche vor der Esche aus, steht ein regenreiches Jahr bevor.

Der Löwenzahn

Der L√∂wenzahn klappt seine Bl√ľten zu und senkt die K√∂pfe, bevor Regen aufzieht. So sch√ľtzt er seinen Nektar. Selbst als Pusteblume schlie√üt der L√∂wenzahn die filigranen Schirmchen mitsamt den Samen ein. Erst bei Sonnenschein und trockenem Wetter werden sie wieder ge√∂ffnet.

Die Silberdistel

Die Silberdistel hei√üt auch Wetterdistel, weil ihre Prognosen sehr zuverl√§ssig sind. Sie reagiert empfindlich auf Feuchtigkeitsschwankungen in der Luft. Zieht Regen auf, schlie√üt sie ihre Bl√ľten. Macht sie das bei strahlendem Sonnenschein, kann das auf baldige Gewitter hindeuten. Ihre ge√∂ffnete, ausgebreitete Bl√ľte l√§sst auf sonnige, trockene Stunden hoffen.

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