Pflanzen vermehren mit Stecklingen
Aus einer einzigen Pflanze viele neue gewinnen – ohne Kosten. Besonders bei Duft- und Blattschmuckpflanzen sowie alten Sorten lohnt sich die Vermehrung durch Stecklinge. Alle Schritte im Überblick.
Vermehren mit Stecklingen – was man wissen muss:
1. Welche Pflanzen eignen sich für Stecklinge?
Für die Stecklingsvermehrung kommen Pflanzen in Frage, deren Triebe im Laufe des Sommers fester werden oder sogar verholzen. Das ist ein gutes Zeichen – und ein verlässlicher Hinweis darauf, dass der Steckling später gut anwächst. Besonders lohnenswert ist diese Methode bei Duft- und Blattschmuckpflanzen sowie bei alten Sorten, die man nicht einfach im Handel findet.
Gut geeignete Pflanzen:
Kräuter: Basilikum, Minze, Lavendel
Sommerblumen und Balkonblumen
Kübelpflanzen: Fuchsien, Wandelröschen
2. Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Stecklinge nehmen?
Der Hochsommer ist die beste Zeit, um Stecklinge zu schneiden. Dann sind die jungen Triebe gut ausgereift – fest genug, um als Steckling Wurzeln zu schlagen.
Ein verlässliches Zeichen: Die Triebe, die sich über den Sommer zunehmend verfestigen oder leicht verholzen, sind bereit für den Schnitt.
3. Den richtigen Trieb auswählen und schneiden
Nicht jeder Trieb eignet sich gleich gut. Wer hier sorgfältig wählt, legt den Grundstein für kräftige Jungpflanzen.
Worauf es beim Trieb ankommt:
Von einer gesunden, kräftigen Mutterpflanze abschneiden
Möglichst ohne Blüten und Knospen – die Pflanze soll ihre Energie ins Wurzeln stecken, nicht ins Blühen
Zwei bis drei Blattpaare am Trieb
So wird geschnitten:
Mit einem scharfen Messer oder einer guten Gartenschere
Unterhalb des letzten Stängelknotens – das ist die leicht verdickte Stelle am Stängel
Anschließend: Die kleinen Blättchen aus den Blattachseln entfernen
4. Stecklinge einpflanzen: Schritt für Schritt
Jetzt kommt der Steckling ins Erdreich. Das Vorgehen ist denkbar einfach:
Erde vorbereiten: Aussaaterde – bei Bedarf mit Sand gemischt – in Töpfe oder Kisten füllen
Loch stechen: Mit einem Pikierholz ein Pflanzloch in die Erde stechen
Einsetzen: Den Steckling hineinstecken und gut festdrücken, damit er aufrecht steht
Angießen: Vorsichtig einwässern
Abdecken: Das Gefäß mit durchsichtiger Folie abdecken – sie hält die Feuchtigkeit und schafft ein günstiges Kleinklima
Aufstellen: Hell, aber ohne direkte Sonne
Bewurzelungsmittel sind in der Regel nicht notwendig.
5. Bewurzelung, Pflege und Überwinterung
Die ersten Wochen brauchen Stecklinge tägliche Aufmerksamkeit – aber keinen großen Aufwand. Kurz lüften, kurz kontrollieren: Stehen die Triebe noch aufrecht? Sehen die Blätter frisch aus? Nach etwa 14 Tagen haben sich die ersten Wurzeln gebildet.
Bis zum Herbst sind die Jungpflanzen vollständig bewurzelt. Dann können sie platzsparend überwintert werden – bereit für den nächsten Frühling.
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