Anzeige

Garten

Pflanzen vermehren mit Stecklingen

Aus einer einzigen Pflanze viele neue gewinnen – ohne Kosten. Besonders bei Duft- und Blattschmuckpflanzen sowie alten Sorten lohnt sich die Vermehrung durch Stecklinge. Alle Schritte im Überblick.

Pflanzen vermehren mit Stecklingen, Basilikum, Kräuter vermehren, Gartentipp
Foto: Mauritius Images / dieKleinert / Horst Gebhardt
Basilikum lässt sich mit der Stecklingmethode ganz leicht vervielfältigen.

Vermehren mit Stecklingen – was man wissen muss:

Anzeige

1. Welche Pflanzen eignen sich für Stecklinge?

Für die Stecklingsvermehrung kommen Pflanzen in Frage, deren Triebe im Laufe des Sommers fester werden oder sogar verholzen. Das ist ein gutes Zeichen – und ein verlässlicher Hinweis darauf, dass der Steckling später gut anwächst. Besonders lohnenswert ist diese Methode bei Duft- und Blattschmuckpflanzen sowie bei alten Sorten, die man nicht einfach im Handel findet.

Servus Garten WhatsApp-Kanal

Gut geeignete Pflanzen:

  • Kräuter: Basilikum, Minze, Lavendel

  • Sommerblumen und Balkonblumen

  • Kübelpflanzen: Fuchsien, Wandelröschen

2. Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Stecklinge nehmen?

Der Hochsommer ist die beste Zeit, um Stecklinge zu schneiden. Dann sind die jungen Triebe gut ausgereift – fest genug, um als Steckling Wurzeln zu schlagen.

Ein verlässliches Zeichen: Die Triebe, die sich über den Sommer zunehmend verfestigen oder leicht verholzen, sind bereit für den Schnitt.

3. Den richtigen Trieb auswählen und schneiden

Nicht jeder Trieb eignet sich gleich gut. Wer hier sorgfältig wählt, legt den Grundstein für kräftige Jungpflanzen.

Worauf es beim Trieb ankommt:

  • Von einer gesunden, kräftigen Mutterpflanze abschneiden

  • Möglichst ohne Blüten und Knospen – die Pflanze soll ihre Energie ins Wurzeln stecken, nicht ins Blühen

  • Zwei bis drei Blattpaare am Trieb

So wird geschnitten:

  • Mit einem scharfen Messer oder einer guten Gartenschere

  • Unterhalb des letzten Stängelknotens – das ist die leicht verdickte Stelle am Stängel

  • Anschließend: Die kleinen Blättchen aus den Blattachseln entfernen

Pflanzen vermehren mit Stecklingen, Basilikum, Kräuter vermehren, Gartentipp
Foto: Mauritius Images / dieKleinert / Horst Gebhardt
Basilikum kann man ganz einfach durch Stecklinge vermehren

4. Stecklinge einpflanzen: Schritt für Schritt

Jetzt kommt der Steckling ins Erdreich. Das Vorgehen ist denkbar einfach:

  1. Erde vorbereiten: Aussaaterde – bei Bedarf mit Sand gemischt – in Töpfe oder Kisten füllen

  2. Loch stechen: Mit einem Pikierholz ein Pflanzloch in die Erde stechen

  3. Einsetzen: Den Steckling hineinstecken und gut festdrücken, damit er aufrecht steht

  4. Angießen: Vorsichtig einwässern

  5. Abdecken: Das Gefäß mit durchsichtiger Folie abdecken – sie hält die Feuchtigkeit und schafft ein günstiges Kleinklima

  6. Aufstellen: Hell, aber ohne direkte Sonne

Bewurzelungsmittel sind in der Regel nicht notwendig.

Pflanzen vermehren mit Stecklingen: Pelargonienen (Bild: Mauritius Images)
Foto: Mauritius Images / dieKleinert / Horst Gebhardt
Bild: Mauritius Images

5. Bewurzelung, Pflege und Überwinterung

  • Die ersten Wochen brauchen Stecklinge tägliche Aufmerksamkeit – aber keinen großen Aufwand. Kurz lüften, kurz kontrollieren: Stehen die Triebe noch aufrecht? Sehen die Blätter frisch aus? Nach etwa 14 Tagen haben sich die ersten Wurzeln gebildet.

  • Bis zum Herbst sind die Jungpflanzen vollständig bewurzelt. Dann können sie platzsparend überwintert werden – bereit für den nächsten Frühling.

Plant, Pottery, Jar
Foto: Mauritius Images / Zoonar GmbH / Alamy / Alamy Stock Photos
Stecklinge von Minze.
Anzeige