Pflanzen durch Absenker vermehren: So gelingt es Schritt für Schritt
Umbiegen, feststecken, abwarten: Mit der Absenkermethode lassen sich viele Gartenpflanzen unkompliziert vermehren. Welche Sträucher und Kletterpflanzen sich eignen – und wie es funktioniert.
1. Was ist ein Absenker?
Beim Absenken wird ein langer, noch mit der Mutterpflanze verbundener Trieb in die Erde gelegt, wo er Wurzeln bildet. Solange die Verbindung besteht, versorgt die Mutterpflanze den Trieb über den Stiel mit Wasser und Nährstoffen. Erst wenn sich reichlich Wurzeln gebildet haben, wird er abgetrennt und als eigenständige Pflanze weitergeführt.
Für den Hausgarten ist die Methode gut geeignet: Die Anzahl der neuen Pflanzen ist zwar überschaubar, reicht für den eigenen Bedarf aber vollkommen aus.
2. Welche Pflanzen eignen sich zur Vermehrung durch Absenker?
Am besten funktioniert die Methode bei Pflanzen, deren Triebe lang und flexibel sind und bis auf den Boden hinunterreichen. Die Triebe sollten nicht älter als zwei Jahre und möglichst weich sowie wenig verholzt sein.
Sträucher und Gehölze:
Liguster
Spindelstrauch
Hartriegel
Kletterpflanzen:
Glyzinien
Geißblatt
3. Wann ist der beste Zeitpunkt für Absenker?
Die besten Ergebnisse liefern Absenker in den Sommermonaten Juni und Juli. In dieser Zeit sind die Triebe noch jung und biegsam genug, um sie ohne Beschädigung in die Erde zu legen.
4. Pflanzen durch Absenker vermehren: Schritt für Schritt
Das brauchen Sie:
Gebogener Draht zum Feststecken des Triebs
Einen kleinen Stab
Lockere, humusreiche Gartenerde
Gegebenenfalls gute Erde zur Bodenverbesserung
So wird's gemacht:
Boden lockern: Den Boden rund um den Strauch lockern. Steinige oder schwere Böden mit guter Gartenerde verbessern.
Trieb auswählen: Einen oder mehrere lange, gesunde, niedrig wachsende Triebe wählen – nicht älter als zwei Jahre, weich, nicht stark verholzt.
Trieb vorbereiten: Blätter und Seitentriebe entfernen. Die Triebspitze mit drei bis fünf Blättern bleibt erhalten.
Graben anlegen: Einen etwa zehn Zentimeter tiefen Graben ziehen.
Trieb einlegen: Den Trieb in die Vertiefung legen.
Rinde anritzen (Tipp): Bei manchen Pflanzen – etwa Clematis – bilden sich schneller Wurzeln, wenn die Rinde an der Unterseite des Triebs leicht angeritzt wird.
Trieb fixieren: Den Trieb an der Wundstelle nach oben biegen und mit einem gebogenen Draht in der Erde feststecken.
Triebspitze aufrichten: Die Triebspitze soll senkrecht aus der Erde ragen und wird dazu an einem Stab fixiert.
Graben auffüllen: Den Graben mit lockerer, humusreicher Erde auffüllen und diese festdrücken.
5. Der Absenker ist eingesetzt – was ist jetzt zu tun?
Der Boden muss während der gesamten Entwicklungsphase feucht bleiben – die Mutterpflanze versorgt den Trieb in dieser Zeit mit Wasser und Nährstoffen. Sobald sich reichlich Wurzeln gebildet haben, wird der Trieb abgetrennt und in lockere Erde gepflanzt.
Pflanzengruppe | Dauer bis zur Wurzelbildung |
|---|---|
Beerensträucher, Hartriegel u. a. | 2–3 Monate |
Gehölze (z. B. Buchs, Clematis) | Bis in den Frühling des Folgejahres |
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