Kuchen & Torten

Omas Karottentorte ohne Mehl

Katharina Tirouflet liebt die Karottentorten ihrer Omi, die das Gemüse einfach in die glutenfreie Nachspeise schummelte.

Karottentorte mit Schokoladeglasur mit Wellenmuster auf einem weißen Keramiktortenständer
Foto: Ingo Eisenhut
Diese köstliche Karottentorte kommt ganz ohne Mehl aus.  

Wenn wir vor den sonntäglichen Mittagessen bei der Omi im vierten Bezirk in Wien nach unseren Wünschen gefragt wurden, dann war klar: Rindsrouladen als Hauptspeise und danach natürlich ihre wunderbar saftige Karottentorte.

Auch wenn es schon lange her ist, kann ich mich noch ganz genau erinnern, als ich sie das erste Mal vorgesetzt bekam – und mir bewusst wurde: Es ist eine Nachspeise mit Gemüse!!! Damals dachte ich noch, das sei ein Scherz. Karotten in einer Torte – damit bekommen sie mich sicher nicht! Doch meine Oma wusste ihre Gerichte zu verkaufen.

Ursprünglich aus Wien, war sie während des Krieges mit ihren drei von später insgesamt sechs Kindern nach Grieskirchen in Oberösterreich gezogen. Sie hat in dieser Zeit gelernt, wie man aus raren Zutaten besondere Speisen zaubert. Nüsse und Karotten gab es auch in diesen schwierigen Zeiten. Die Karottentorte war also eine logische Konsequenz, die über die Jahre natürlich weiterentwickelt und verfeinert wurde.

Butter-Glasur, die mich an jenem Sonntag auch schnell von der Gemüsezutat abgelenkt hat. Ebenso gut geholfen hat natürlich das Obers bei der Verschleierung der Tatsache, dass in der Torte Karotten enthalten sind. Es wurde von meiner Oma stets im Rührboy, dem legendären Handmixer aus den 1950ern, geschlagen.

Auch in Frankreich beliebt

Seit jenem Sonntag jedenfalls gehört die Torte zu meinen Favoriten und wird bei jeder Gelegenheit nachgebacken. Auch mein dreizehnjähriger Sohn kann sie quasi schon aus dem Handgelenk zubereiten. Das Rezept wurde aber nicht nur an die nächste Generation weitergegeben, sondern auch über die Landesgrenzen hinweg geteilt. Denn selbst der französische Teil meiner Familie liebt mittlerweile diese Torte.

Sie wird übrigens ohne Mehl gebacken, was für mich ganz wichtig ist, weil bei mir schon im Babyalter eine Glutenunverträglichkeit festgestellt wurde. Ich muss also aufpassen, was ich esse, und bei Torten und Kuchen ist das nicht so einfach. Bei Omis Torte jedoch hat das Abschlecken des Rührlöffels oder das fein säuberliche Auslöffeln der Schüssel schon fast einen gesunden Beigeschmack.

Noch ein paar Worte zur Schokoglasur

Da darf eine Verzierung nicht fehlen: die Wellenlinien. Mit kunstvollen Gabelschwüngen haben mein Bruder und ich damals immer ein unverkennbares Unikat geschaffen. Und so mag ich die Torte bis heute am liebsten. Vermutlich haben sie auch meine Freundinnen und Freunde aus ganz alten Zeiten noch genauso in Erinnerung. Denn im Kindergarten, wo es üblich war, an Geburtstagen eine Torte mitzubringen, war Omis Karottentorte bei allen am beliebtesten.

Zur Autorin: Katharina Tirouflet schätzt echtes Handwerk, hochwertige Produkte und die Geschichten dahinter. Mit einem offenen Blick für Besonderes findet sie im ganzen Land Inspiration für Servus.

Dieses Rezept erschien in Servus in Stadt & Land im Jänner 2026 in der Rubrik „Aus Omas Kochbuch“.

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Menge Gesamtzeit
1 Tortenform 24 cm 1:30 Stunden
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Zutaten
Fett und Zucker für die Backform
250 g Karotten
4 Eier
Salz
250 g geriebene Haselnüsse
200 g Zucker
2 EL Maisstärke
2 EL Wasser
1 Pkg. Backpulver
Zutaten
160 g Kochschokolade
80 g Butter
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Zubereitung
  1. Kuchenform einfetten und zuckern. Karotten waschen und fein reiben. Backrohr auf 180 °C Grad vorheizen.

  2. Eier trennen. Das Eiklar mit einer Prise Salz zu Schnee schlagen.

  3. Karotten, Dotter, Nüsse, Zucker, Maisstärke und Wasser vermengen. Eischnee und Backpulver unterheben.

  4. Teig in die Backform gießen und etwa 1 Stunde auf der mittleren Schiene backen.

  5. Für die Glasur (von der Omi immer nach Gefühl und mit besonders viel Liebe gerührt) die Schokolade in kleine Stücke hacken, die Butter würfelig schneiden. Beides über einem nicht zu heißen Wasserbad schmelzen – erst die Schokolade, dann die Butter einrühren. Die Glasur etwas abkühlen lassen und die Torte großzügig damit überziehen. Zuletzt mit einer Gabel kunstvoll geschwungene Linien ziehen.