Apfelbaum im Garten: Pflanzen, Pflege und Schnitt
Vom richtigen Pflanzloch bis zum ersten Schnitt: Wer einen Apfelbaum setzt, legt den Grundstein für eine reiche Ernte. Was dabei wirklich wichtig ist, erfahren Sie hier.
1. Apfelbaum im Kurzporträt
Den herrlich süß-säuerlichen, würzigen Geschmack, den Duft und das knackige Fruchtfleisch unserer Apfelsorten verdanken wir einer langen Kulturgeschichte. Wenig bekannt, aber wahr: Apfelbäume sind Verwandte der Rosen.
Es waren die alten Römer, die einst erste veredelte Apfelbäume über die Alpen brachten. Über die Klostergärten verbreitete sich das gärtnerische Wissen um ihren Anbau. Im 18. Jahrhundert stieg der Obstanbau zum Statussymbol der gehobenen Gesellschaft Europas auf – die imposante Schlossanlage von Versailles galt als Vorbild für den idealen Obstgarten.
Bald entstand eine unüberschaubare Vielfalt an Apfelsorten, die nach Ordnung und systematischer Beschreibung verlangte. Um die Sortenbestimmung zu erleichtern, wurden Äpfel sogar aus Wachs oder Papiermaché nachgebildet. Für die Vermehrung sorgten ausgebildete Veredler, die von Dorf zu Dorf zogen und für die Bauern Sorten pfropften, die mit dem lokalen Klima gut zurechtkamen.
2. Wann pflanzt man einen Apfelbaum?
Apfelbäume werden wurzelnackt oder mit Ballen angeboten. Der Herbst gilt als die beste Pflanzzeit: Die Bäume wurzeln noch vor dem Winter gut ein und sprießen im Frühling gleich kräftig aus. Grundsätzlich gilt: Solange die Bodentemperatur über 5 °C liegt, ist die Pflanzung möglich.
3. Wie pflanzt man einen Apfelbaum richtig?
Mit der richtigen Vorbereitung ist das Pflanzen eines Apfelbaumes kein Hexenwerk. Diese Schritt-für-Schritt-Anleitung hilft dabei:
Schritt 1 – Pflanzgrube vorbereiten: Eine Grube in der zwei- bis dreifachen Größe des Wurzelballens ausheben und den Boden lockern.
Schritt 2 – Erde verbessern: Die Pflanzerde mit einem Drittel reifem Kompost mischen.
Schritt 3 – Wurzeln vorbereiten: Unmittelbar vor der Pflanzung alle verletzten Wurzeln wegschneiden und die Hauptwurzeln so anschneiden, dass die Schnittstelle weiß ist. Die Faustregel lautet: möglichst viele Wurzeln anschneiden, möglichst wenig wegschneiden.
Schritt 4 – Schutzmaßnahmen: Auf der dem Wind zugewandten Seite einen Stützpfahl setzen. Gegen Wühlmausfraß schützt ein engmaschiges Hasengitter, das in der Pflanzgrube ausgelegt und um den Wurzelballen gehüllt wird.
Schritt 5 – Richtige Pflanzhöhe: Die Veredelungsstelle – die Verdickung im Stamm – muss mindestens eine Handbreit oberhalb des Erdniveaus bleiben. Das verhindert, dass die Edelsorte eigene Wurzeln bildet.
Schritt 6 – Einpflanzen und sichern: Erde festtreten, den Baum gründlich eingießen und den Baumstamm mit einem breiten Band oder Kokosstrick mittels Achterschlinge mit dem Pfahl verbinden. Das Band wird mit einem Nagel am Pfahl fixiert, damit es nicht verrutscht.
4. Was ist beim Pflanzschnitt zu beachten?
Der Pflanzschnitt zum Abschluss ist besonders wichtig: Er ist die Grundlage für die künftige Kronenentwicklung und regt die Verzweigung der Äste an. Dabei wird die Krone auf einen Mitteltrieb und drei bis vier Seitentriebe als künftige Leittriebe reduziert.
Wer diesen Schritt sorgfältig umsetzt, legt den Grundstein für einen gut geformten, gesunden Baum – und spart sich in den Folgejahren viel Korrekturarbeit.
5. Welche Pflege brauchen Apfelbäume?
Ein Apfelbaum dankt sorgfältige Pflege mit reichen Ernten.
Zu den wichtigsten Grundsätzen gehört, dass nicht mehr Früchte am Baum verbleiben sollten, als er aus eigener Kraft ernähren kann – zu viele Früchte schwächen den Baum und mindern die Qualität.
Gegen Schädlinge empfiehlt sich der Einsatz von Nützlingen statt chemischer Mittel.
Geerntet wird, wenn die Früchte wirklich reif sind – wer sich die Zeit nimmt, sie von Hand zu pflücken, schützt sie vor Druckstellen und erhält eine länger haltbare Ernte.
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