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Naturapotheke

Getrocknete Heidelbeeren beruhigen den Magen

Im heißen August kann es schon einmal passieren, dass eine Sommergrippe den Darm beleidigt oder man sich mit verdorbenen Lebensmitteln den Magen verstimmt. Getrocknete Heidelbeeren sind ein sehr wirkungsvolles Heilmittel gegen derlei Befindlichkeiten.

Heidelbeere, Naturapotheke, Naturheilkunde
Foto: Pixabay/ Tony Glenn

Text: Miriam Wiegele

  • Hilft bei: Durchfallerkrankungen, hemmen Entzündungen, Bakterien im Darm und Toxine werden gebunden.

  • Wirkung: Entzündungshemmend (Bakterien im Darm und Toxine werden gebunden).

  • Anwendung: Als Tee.

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  • Botanik: Die Heidelbeere ist ein immergrüner, bis zu 30 Zentimeter hoher Halbstrauch aus der Familie der Heidekrautgewächse. Er kommt als Unterwuchs in bodensauren Wäldern, besonders in Gebirgsfichtenwäldern, und in Hochmooren vor. Hellgrün-rötliche glockenartige Blüten erscheinen von Juli bis September. Die Frucht ist eine bereifte Beere, die bis zu 40 Samen enthält. Der Name Heidelbeere stammt vermutlich vom germanischen heidna (wild). In Kärnten kennt man sie nur als Schwarzbeere. Außerdem sagt man noch Blaubeere oder Zeckbeere und in Bayern Äuglbeere.

  • Geschichte: Als mitteleuropäischer Zwergstrauch war die Heidelbeere antiken Ärzten unbekannt. Plinius, Autor der Naturalis historia, berichtete, dass die Gallier damit die Gewänder der Sklaven blau färbten, um sie zu kennzeichnen. Hildegard von Bingen beschrieb zwar die Waltbeere und empfahl sie gegen Husten und Schwindsucht, meinte aber, dass sie zu sehr „innerliche Kälte“ vermittelt. In mittelalterlichen Büchern wird sie nur vereinzelt erwähnt. In der Volksmedizin dagegen war sie hochgeschätzt. Die Blätter und die getrockneten Beeren wurden bei Durchfall, Ruhr oder auch bei Hämorrhoiden eingesetzt. Da das Volk die Heidelbeeren so schätzte, hörte man oft: In der Heidelbeerenzeit kann der Arzt auf Urlaub gehen.

  • Inhaltsstoffe und Wirkung: Während frische Beeren den Darm mobilisieren, also zart abführend wirken, verwendet man die getrockneten Früchte gegen Durchfall. Durch das Trocknen enthalten die Beeren 5 bis 12 Prozent Gerbstoffe, dazu Proanthocyanidine, den blauen Farbstoff Anthocyan sowie Flavonoide. Die Gerbstoffe wirken zusammenziehend und hemmen Entzündungen, Bakterien im Darm und Toxine werden gebunden. Das bremst krankmachende Keime, ohne die Darmflora zu beeinflussen. Anthocyan hat eine positive Wirkung auf die Darmschleimhaut. Getrocknete Heidelbeeren sind daher gut bei akuten Durchfallerkrankungen wie der Sommergrippe (Gastroenteritis), auch bei unspezifischen Durchfällen ist Heidelbeertee geeignet. Er kann vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern eingesetzt werden. Ein Tee aus den Blättern soll den Blutzucker senken. Diese Wirkung ist aber nicht belegt. Sicher ist, dass ein Dauergebrauch des Tees zu Vergiftungen führen kann.

  • Die Heilkraft frischer Heidelbeeren: In den frischen Früchten – das gilt auch für tiefgefrorene oder Marmelade – haben die Fruchtsäuren eine darmmobilisierende Wirkung. Die Frucht ist sehr reich an Vitamin C, das wirkt in Kombination mit dem Anthocyan-Farbstoff, dem Myrtillin, und dem reichlich enthaltenen Eisen blutbildend. Letzteres sorgt für elastische Blutgefäße, ganz besonders im Gehirn und in den Augen. Heidelbeeren sind daher gut für Menschen, die unter Nachtblindheit und Lichtempfindlichkeit leiden. Angeblich wurde dieser Effekt bei britischen Piloten im Zweiten Weltkrieg genutzt. Sie bekamen zum Frühstück Brote mit Heidelbeermarmelade. Heute verwendet man Heidelbeerpräparate vor allem zur Vorbeugung und Behandlung der Makuladegeneration, die als Hauptursache für Erblindung im Alter gilt. Auch zur Schlaganfallprophylaxe kann man Heidelbeeren essen. Sie helfen, das Verklumpen der Blutplättchen zu verhindern, und stärken die Wände der Kapillargefäße. Heidelbeersaft tötet auch Kolibakterien ab. Ärzte empfehlen deshalb, Heidelbeeren vor allem im Sommer regelmäßig zu essen, um einer Durchfallerkrankung oder Darmgrippe vorzubeugen.

Heidelbeer-Tee

  • 3 EL zerdrückte, getrocknete Heidelbeeren mit ¼ l Wasser 10 Minuten kochen – so werden die Gerbstoffe gelöst.

  • Für Säuglinge 1 TL auf ¼ l Wasser, für Kleinkinder bis zu 4 Jahren 1 EL auf ¼ l Wasser.

  • Mehrmals täglich 1 Tasse bei Durchfall.

Nicht zu empfehlen ist das Kauen getrockneter Heidelbeeren, da die Beerensamen die Darmschleimhaut reizen können.

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