Karfiol selbst anbauen: Von der Aussaat bis zur Ernte
Ob weiß, orange oder violett: Karfiol lässt sich im eigenen Garten erstaunlich gut anbauen. Was das Gemüse braucht und wann geerntet wird, erfahren Sie hier.
Wissenswertes über Karfiol (Blumenkohl) im Garten:
1. Karfiol im Kurzporträt
Geerntet werden beim Karfiol die dicht zusammenstehenden Blütenknospen – ein Gemüse, das sich roh, gekocht, gedämpft, gebraten und gegrillt verwenden lässt.
Botanischer Name | Brassica oleracea var. botrytis |
Familie | Kreuzblütler |
Herkunft | Türkei, Ägypten, südlicher Mittelmeerraum |
Erntezeit | Juni bis Oktober (je nach Pflanzzeitpunkt) |
Platzbedarf | ca. 50 × 50 cm je Pflanze |
Standort | sonnig, warm, tiefgründiger humöser Boden |
2. Wann und wie wird Karfiol ausgesät?
Aussaat im Glashaus oder Frühbeet: ab Februar
Aussaat im Freien: ab Mitte April (Keimtemperatur mindestens 12 °C)
Nach Ausbildung der ersten 2 bis 4 Blätter pikieren (vereinzeln) und in kleine Töpfe setzen
Auspflanzen: Frühsorten ab April; Jungpflanzen vorher abhärten
In kühlen Lagen empfiehlt sich ein Schutzvlies bereithalten
Tipp: Wer Sorten für verschiedene Anbauzeiträume wählt, kann von Juni bis zum ersten Frost ernten.
3. Welchen Standort braucht Karfiol?
Karfiol liebt Sonne und Wärme. Der Boden sollte tiefgründig und humos sein und das Wasser gut halten können – zu trockene oder sandige Böden sind weniger geeignet.
Sonnige, warme Lage
Tiefgründiger, humoser Boden mit gutem Wasserhaltevermögen
Frühestens nach 4 Jahren wieder am selben Standort anbauen (Fruchtfolge beachten)
4. Was sind gute Nachbarn für Karfiol?
In der Mischkultur versteht sich Karfiol gut mit:
Bohnen
Mangold
Paradeiser (Tomaten)
Sellerie
5. Wie pflegt man Karfiol richtig?
Karfiol ist ein Starkzehrer – er braucht reichlich Wasser und Nährstoffe über die gesamte Wachstumszeit.
Düngung und Bodenbearbeitung:
Vor dem Auspflanzen Kompost in den Boden einarbeiten
Alle 3 bis 4 Wochen organisch düngen
4 Wochen vor der Ernte die Düngung einstellen, damit sich kein übermäßiges Nitrat anreichert
Pflege im Wachstum:
4 Wochen nach dem Pflanzen anhäufeln
Boden regelmäßig und vorsichtig hacken, bis die Pflanzen eine geschlossene Decke bilden
Mulchen mit Rasenschnitt hält den Boden feucht
Damit die Köpfe schön weiß bleiben: Ab Mai bis Juni ein oder zwei Blätter über den Kopf knicken und darüberlegen – so sind die Blütenknospen vor direkter Sonne geschützt.
Achtung bei Hitze und Trockenheit: Längere Hitze- und Trockenperioden sind problematisch. Wassermangel führt zu Wachstumsstockungen, kleinen Köpfen und früher Schosserbildung.
6. Wann und wie wird Karfiol geerntet?
Erntezeit: je nach Pflanzzeitpunkt von Juni bis Oktober
Den gesamten Kopf mit Blättern am Strunk abschneiden
Die Köpfe sollen beim Ernten noch geschlossen sein
Wenn die Köpfe beginnen, sich aufzulockern, ist die Reife überschritten
Regelmäßig kontrollieren und rechtzeitig ernten
7. Wie überwintert Karfiol?
Karfiol wird in der Regel als einjährige Kultur angebaut und überwintert nicht. Bei bestimmten Sorten ist jedoch eine zweijährige Kultur möglich:
Aussaat: Juli
Verpflanzen: August
Ernte: ab April des Folgejahres
Geeignete Wintersorten: Walcheren Winter, Burt
8. Welche Karfiol-Sorten gibt es?
Anbauzeit | Aussaat | Sorten |
|---|---|---|
Frühanbau | März / April | Erfurter Zwerg, Clapton, Cheddar (orange Blüte) |
Sommer- und Herbstanbau | Mai / Juni / Juli | Neckarperle, Fremont, Grafitti violett (rosa Blüte), Minaret, Navona (Romanesco) |
Zweijährige Kultur (Wintersorten) | Juli | Walcheren Winter, Burt |
Die Sortenvielfalt beim Karfiol ist beachtlich: Neben dem klassischen Cremeweiß gibt es orange, violette und den kegelförmigen Romanesco-Karfiol – jeder mit seinem eigenen optischen Reiz auf dem Teller.
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