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Garten

Gurken anbauen, ernten und lagern

Von der Salatgurke bis zur stacheligen Kiwano: Die Gurke überrascht mit Sortenvielfalt und einer 4.000 Jahre alten Geschichte. Alles über Anbau, Lagerung und den Salzgurken-Meridian.

Gurke Pfanzenportät Gemüse
Foto: Eisenhut & Mayer
Gurken sind Kürbis­gewächse, die botanisch gesehen zu den Beeren gehören.

Sie können Zwerge sein oder Riesen, Walzen, Kugeln oder Schlangen – eines aber haben alle Gurken gemeinsam: Sie schmecken erfrischend, sind vielseitig einsetzbar und zählen zu den beliebtesten Sommergemüsen.

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1. Gurke im Kurzporträt

So wie ihre Verwandten Kürbis, Zucchini und Melone zählt die Gurke zu den Kürbis­gewächsen, ihre Früchte sind botanisch gesehen Beeren. Innerhalb dieser Familie verträgt sie Kälte am besten.

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Familie

Kürbisgewächse (Cucurbitaceae)

Botanische Einordnung

Beere

Regionalnamen

„Umurken“, „Murkn“ (Burgenland, Niederösterreich); früher auch „Kummerl“, „Kümmerling“

Namensherkunft

Griechisches Adjektiv aguros = grün, unreif

Anbauform

Feldgurken im Freiland; Salatgurken im Gewächshaus

Kälteverträglichkeit

Verträgt Kälte innerhalb der Kürbisgewächse am besten

Verwilderung

An nährstoffreichen Standorten mit lockeren Böden in Mitteleuropa vereinzelt verwildert – im Burgenland, in Kärnten, Salzburg und Vorarlberg

2. Woher kommt die Gurke? Geschichte und Herkunft

Im Burgenland und in Niederösterreich nennt man sie „Umurken“ oder „Murkn“, früher war sie hier auch als „Kummerl“ und „Kümmerling“ ein gängiger Begriff. Die Rede ist von der Gurke, deren Bezeichnung sich aus dem griechischen Adjektiv aguros für „grün, unreif“ ableitet.

Zur Herkunft der Gurke gibt es zwei Theorien:

  • Die erste ortet den Ursprung in Nordindien, an den Südhängen des Himalaya, wo Gur­ken bereits vor etwa 4.000 Jahren kultiviert wurden. Dort findet sich heute noch eine kleine, bittere Frucht, die von Wissenschaft­lern als Stammform unserer heutigen Gur­ken angesehen wird. Laut jüngeren Unter­suchungen soll ihre Heimat aber auf dem afrikanischen Kontinent liegen.

  • Egal ob Asien oder Afrika: Über Ägypten kamen die Früchte in den Mittelmeerraum, wo sie von den Griechen und Römern nicht nur als Gemüse, sondern auch als feuchtig­keitsspendendes Schönheitsmittel geschätzt wurden. Bereits Plinius der Ältere beschrieb sie als das Lieblingsgemüse von Kaiser Tibe­rius. Aus seinen Aufzeichnungen geht auch hervor, dass die für Tiberius bestimmten Gurken durch Glas geschützt wurden – eine antike Form von Gewächshäusern also, in denen die Gurken ja bis heute größten­ teils gezogen werden. Im Mittelalter er­oberte die schlanke grüne Frucht dann auch unsere Gefilde, wo sie hauptsächlich in Klostergärten angebaut wurde.

3. Welche Gurkensorten gibt es?

Wer die Gurke nur als Salatgurke kennt, dem entgeht einiges. Kaum eine andere Gemüseart tritt in vergleichbarer Vielfalt auf. Ins klassische Glasl kommen allerdings nur zwei Gurken: Einlegegurken werden als glattschalige oder gestachelte Sorten im Freiland angebaut und dann in unreifem Zustand in Essig eingelegt. Ebenfalls drau­ßen angebaut, aber in reifem Zustand ge­erntet werden Schälgurken. Nach dem Ent­fernen von Schale und Kernen kommen sie in Scheiben geschnitten als Senfgurken in den Handel.

Gurkensorten im Überblick:

Sorte

Besonderheit

Verwendung

Salatgurke / Schlangengurke

Schlanke Form, mildes Aroma

Salat, Rohkost

Feldgurke / Schmorgurke

Festeres Fruchtfleisch, zerfällt beim Kochen nicht

Suppen, Eintöpfe

Einlegegurke

Glattschalig oder gestachelt; im Freiland angebaut

Unreif in Essig eingelegt

Schälgurke

Im Freiland angebaut; reif geerntet

Ohne Schale und Kerne als Senfgurken

Armenische Gurke (Melonengurke)

Im reifen Zustand besonders süß

Frischverzehr

Andengurke (Spitzgurke)

Sieht einem Seeigel ähnlich, trägt aber weiche Stacheln

Frischverzehr

Kiwano (Zecken- oder Stachelgurke)

Aus Afrika; genussreif wenn orange; schmeckt nach Banane, Orange und Zitrone

Frischverzehr

Schwammgurke (Luffa-Gurke)

Junge Früchte für die Küche; reife, getrocknete Früchte als Reinigungsschwamm

Backen, Grillen (jung); Körperpflege (reif)

Wissenswertes zur Salzgurke: Die Konservierung von Gemüse durch Milchsäuregärung stammt ursprünglich aus dem slawischen Raum. Ihr verdanken wir die Salzgurke – und den sogenannten Salzgurken-Meridian, der zwischen Berlin und Wien verläuft. Westlich davon spielt die Salzgurke kaum eine Rolle, östlich davon ist sie überaus beliebt.

4. Gurken anbauen: Standort, Boden und Pflanzung

An nährstoffreichen Standorten mit lockeren Böden ist die Pflanze in Mittel­europa sogar verwildert anzutreffen. Sel­ten, aber doch findet man sie im Burgen­land, in Kärnten, Salzburg und Vorarlberg in der freien Natur.

  • Anbau: Feldgurken lassen sich problemlos im Freien kultivieren, Salatgurken gedeihen nur im Gewächshaus. Generell sind Gurken wärmebedürftig sowie windempfindlich und brauchen humusreiche, sandige Lehmböden ohne Staunässe.

  • Standort: Sonnig bis halbschattig, trockene Hitze vertragen sie nicht. Ein luftiger Platz beugt Pilzerkrankungen vor.

  • Pflanzung: Ab Februar werden die Samen für das Gewächshaus vorgezogen, ab April jene für die Pflanzung im Freiland. Sie brauchen etwa 25 °C zur Keimung. Die Pflänzchen werden dann langsam abgehärtet und Ende Mai, Anfang Juni im Abstand von 30 x 120 cm ausgepflanzt. Den Boden gleichmäßig feucht halten, sonst werden die Früchte holzig. Mit lauwarmem Wasser gießen. Auf derselben Freilandfläche dürfen erst frühestens nach drei Jahren wieder Gurken angebaut werden.

5. Welche Pflanzen sind gute und schlechte Nachbarn für Gurken?

  • Gute Nachbarn: Rote Rüben, Salat, Sellerie, Bohnen, Knoblauch, Kohlgemüse, Zwiebeln und Lauch.

  • Schlechte Nachbarn: Kartoffeln, Rettich, Radieschen, Paradeiser.

6. Wie lange halten Gurken? Lagerung und Haltbarkeit

Zum Einfrieren sind Gurken aufgrund ihres hohen Wassergehalts von etwa 95 bis 97 Prozent gänzlich ungeeignet – nach dem Auftauen werden sie weich und wässrig.

Lagerort

Haltbarkeit

Keller (dunkel und kühl)

Bis zu zwei Wochen

Kühlschrank

Nur wenige Tage

Einfrieren

Nicht geeignet

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