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Waldmeister: Wo er wächst und was man daraus machen kann

Für alle, die den Maiwein bzw. die Maibowle genießen wollen, ist ab Ende April die rechte Zeit, um nach dem Waldmeister Ausschau zu halten. Freilich kann man das Kraut mit dem intensiv-süßlichen Geschmack auch an schattigen Platzerln im Garten ansiedeln.

Waldmeister-Sirup, Waldmeister-Blüte
Foto: Eisenhut & Mayer; Pixabay
Was kann man aus dem wohlschmeckenden Waldmeister alles machen? Ein Sirup ist immer eine gute Idee.

Waldmeister – alles, was man wissen muss:

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Für was kann man Waldmeister verwenden?

  • Stoffsäckchen mit getrocknetem Waldmeister werden gerne im Wäscheschrank als vorbeugende Maßnahme gegen Kleidermotten gelegt. Den Waldmeister kann man aber auch wunderbar in Form von Duftkissen nutzen. Getrockneter Waldmeister findet häufig auch in Räuchermischungen Verwendung.

  • In industriellen Lebensmitteln mit Waldmeistergeschmack ist es längst nicht mehr die Wildpflanze selbst, die für die typische Geruchsnote sorgt, sondern die chemische Verbindung 6-Methylcumarin, die auch für künstliches Kokosnussaroma zuständig ist.

  • Sogar als Flüssigaroma für moderne E-Zigaretten ist Waldmeister im Einsatz. Diese Rolle als Tabakersatz hat auch historische Vorbilder. So ist etwa in einem Roman der Schriftstellerin Ida Boy-Ed aus dem Jahr 1915 von einem Mann die Rede, der abends „getrockneten Waldmeister rauchend, vor der Stalltür saß“.

  • Auch im Stall kann man von den Segnungen des Waldmeisters profitieren. Wenn Tiere nämlich nicht fressen wollen, regt Waldmeister angeblich ihren Appetit an.

  • Am beliebtesten ist aber der Waldmeister-Sirup, mit dem man eine erfrischende und spritzige Waldmeister-Bowle zubereiten kann. Gut zu wissen: Erst angewelkt (oder tiefgekühlt) entwickelt Waldmeister sein intensives Aroma. Wichtig: nicht klein schneiden, nur im Ganzen verwenden.

  • „Das Waldmeisterlein“ ist übrigens in der Kombination mit Alkohol schon sehr lange im Einsatz. Die alten Kelten und Germanen verliehen ihrem Bier mithilfe dieses Wildkrauts ein anregendes, würzig-süßliches Aroma. Diese Tradition als Bierwürze ist immer noch quietschlebendig: Ein Klassiker ist das Berliner Weißbier mit Waldmeister-Sirup, meist genannt „Berliner Weiße grün“.

  • Ein etwas angewelktes Waldmeisterzweiglein aromatisiert ebenfalls Suppen, Erfrischungsgetränke, Liköre und Süßspeisen.

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Rezepte mit Waldmeister

Wo wächst Waldmeister?

  • Standort: Waldmeister gehört zur Familie der Rötegewächse (Rubiaceae) und man findet ihn – oft in großen Kolonien – auf Waldböden, vorzugsweise in Buchenwäldern, auf nährstoffreichen, basischen Lehm­böden und im lichten Baumschatten.

  • Er ist auch ein idealer blühender Bodendecker für halbschattige Gartenecken, etwa unter Gehölzen.

Wie sieht Waldmeister aus?

  • Waldmeister ist eine zarte, etwa 20 cm hohe Pflanze mit schlanken, vierkantigen Stängeln. Die Blätter stehen in typischen quirlförmigen Kränzen (meist 6–8 schmale Blätter wie ein Stern um den Stängel).

  • Von April bis Juni trägt er kleine, weiße, sternförmige Blüten mit leichtem Honigduft und bildet damit oft ganze Blütenteppiche im lichten Wald.

Waldmeister bedeckt mit seinen weißen Blüten ab April den Waldboden.

Kann man Waldmeister im Garten anpflanzen?

Ja, man kann Waldmeister auch im Garten aussäen oder im Topf ziehen. Das gilt es dabei zu beachten:

  • Da er ein Frostkeimer ist, sät man ihn am besten im November direkt ins Beet.

  • Waldmeister liebt kühlen, lockeren, humusreichen Boden, der gleichmäßig feucht gehalten wird – bei Trockenheit sollte man also gießen.

  • Anbau im Topf: So wie man es auch mit den üblichen Küchenkräutern macht, kann man auch Waldmeister im Topf ziehen. Vorausgesetzt man stellt ihn an einen schattigen Platz und hält die Erde immer etwas feucht. Die Erde soll­te zudem humos und kalkhaltig sein. Nicht düngen und im ersten Jahr sparsam ernten, um das Wurzelwachstum nicht zu hemmen.

Wann wird Waldmeister geerntet?

  • Die Blütezeit von Ende April bis Juni ist zugleich die Erntezeit, denn anders als vielfach angenommen, kann man Waldmeister nicht nur knapp vor der Blüte, sondern durchaus auch währenddessen und danach noch sammeln.

  • Allerdings stimmt es, dass sein Aroma kurz vor dem Öffnen der Blüten am intensivsten ist.

Wie wird Waldmeister nach dem Ernten verarbeitet?

  • Das gesamte Kraut mitsamt Blättern, Stängeln, Knospen und Blüten lässt man vorsichtig im Schatten trocknen.

  • Dazu bindet man es zu Bündeln und hängt diese kopfüber an einem trockenen Ort auf, an dem guter Luftdurchzug herrscht.

Ist Waldmeister giftig?

Gerade im Verlauf des Trocknens wird der starke Geruch von Cumarin, für den Waldmeister schließlich so berühmt ist, ganz deutlich. Cumarin riecht süßlich, würzig, ein wenig nach Heu und wird überhaupt erst beim Welken und Trocknen frei.

Genau dieses Cumarin ist es auch, das den Waldmeister schwach giftig macht. Empfindliche können deshalb auf ein, zwei Gläschen Waldmeister-Bowle leichtes Kopfweh bekommen – was nicht nur etwas mit dem Alkohol zu tun hat.

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