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Garten

Zierlauch: kugelrunde Blütenpracht für den Garten

Eine ungewöhnliche Zwiebelpflanze erobert den Bauerngarten ebenso wie den modernen Hausgarten: Die auffallenden Blütenbälle des Zierlauchs füllen die Lücke zwischen Frühlings- und Sommerblühern. Allium richtig pflanzen und pflegen.

Zierlauch, Globemaster, Allium
Foto: Pixabay
Bis zu 25 cm Durchmesser können die Blütenbälle des Riesen-Lauchs (Allium giganteum) erreichen. Er blüht im Juni und Juli und wird bis zu 150 cm hoch.

Wissenswertes über den Zierlauch im Überblick:

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1. Zierlauch im Kurzporträt

Zierlauch gehört zur selben Familie wie Speisezwiebel, Lauch, Knoblauch und Schnittlauch – und der leichte Zwiebelgeruch verrät die Verwandtschaft sofort. Die rund 700 Arten der Gattung Allium sind fast ausschließlich auf der Nordhalbkugel verbreitet. Ihre eigentliche Aufgabe im Garten ist aber eine andere: schön sein.

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Merkmal

Info

Familie

Lauchgewächse (Alliaceae)

Gattung

Allium, ca. 700 Arten weltweit

Herkunft

Ehemaliges Persien (heute Iran)

Wuchshöhe

20 cm bis 170 cm (sortenabhängig)

Blütenfarben

Himmelblau, Lila, Dunkelviolett, Magenta, Weiß, Gelb

Vegetationsperiode

3–4 Monate

Pflanzzeit

September bis November (oder frühes Frühjahr)

Pflanzung

20–50 cm Abstand, Tiefe dreimal die Zwiebelhöhe

Standort

Sonnig, nährstoffreicher, gut durchlässiger Boden

2. Welche Zierlauch-Sorten gibt es?

Die Sortenvielfalt bei Zierlauch ist bemerkenswert – in Wuchshöhe, Blütezeit und Farbe. Einen kleinen Überblick über die bekanntesten Vertreter:

Sorte

Besonderheit

Höhe

Blütenfarbe

Allium giganteum „Globemaster"

Blütenbälle bis 25 cm Durchmesser, Gigant unter den Lauchgewächsen

bis 170 cm

Violett

Allium „Purple Sensation"

1988 auf der Chelsea Flower Show in London vorgestellt

ähnlich wie Globemaster

Tiefviolett

Allium moly (Gold-Lauch)

Halbkugelige Blütenstände, blau-grünes Laub, ideal für Steingärten

niedrig

Goldgelb

Allium christophii (Sternkugel-Lauch)

Lange Blühphase

mittel

Violett

Blauzungen-Lauch, Weißer Blauzungen-Lauch, Schön-Lauch, Blauer Lauch

Dass der Zierlauch heute in unseren Gärten so präsent ist, verdanken wir vor allem britischen Gartenenthusiasten. Sir Christopher Lloyd, bekannt für seinen Garten in Great Dixter und für kreative, unkonventionelle Ideen, gilt als großer Zierlauch-Pionier. Die Ursprünge der Pflanze selbst reichen weiter zurück: Vor gut hundert Jahren entdeckte ein Pflanzenjäger auf einem steinigen persischen Hang die kugeligen Köpfe aus lilafarbenen Sternblüten und schmuggelte einige Zwiebeln nach Holland, wo Blumenzwiebelzüchter das Sortiment von Jahr zu Jahr vergrößerten.

Gold-Lauch, Allium moly, Zierlauch
Foto: Pixabay
Der Gold-Lauch (Allium moly) ist ein kleiner Zierlauch mit gold-gelben, halbkugeligen Blütenständen und grün-blauem Laub, ideal für den den Steingarten.

3. Wann blüht Zierlauch?

Zierlauch blüht je nach Sorte zwischen Mai und dem Hochsommer. Das macht ihn besonders wertvoll: Er füllt genau die Lücke, die zwischen Frühjahrsblühern und den großen Sommerstauden entsteht – eine Zeit, in der die Zierbeete oft noch weitgehend grün sind.

  • Frühe Sorten erscheinen bereits ab Mai.

  • Späte Sorten blühen erst im Hochsommer.

  • Nach der Blüte bilden sich strohfarbene bis goldgelbe Samenstände, die vor allem bei trockenem Wetter noch lange dekorativ wirken und für reichlich Nachwuchs sorgen.

Ob man die Samenstände abschneidet oder stehen lässt, ist Geschmackssache.

Sternkugel-Lauch, Allium christophii, Zierlauch
Foto: Pixabay
Der Sternkugel-Lauch (Allium christophii) ist eine violette Sorte mit langer Blühphase.

4. Wann und wie pflanzt man Zierlauch?

Zierlauch ist ein Kaltkeimer: Die jungen Pflänzchen erscheinen erst nach dem Einfluss tiefer Temperaturen im Frühjahr. Die kurze Vegetationsperiode von drei bis vier Monaten erlaubt ihm das Überleben auch in sommertrockenen Regionen.

Pflanzzeit: Von September bis November, solange der Boden offen ist. Zur Not auch erst im frühen Frühling, gleich nachdem der Boden frostfrei ist.

Schritt für Schritt:

  • Pflanzloch so tief ausheben, dass die Zwiebel dreimal ihre eigene Höhe tief sitzt.

  • Pflanzabstand: 20 bis 50 cm (je nach Sortengröße).

  • Ins Pflanzloch etwas Kompost und/oder organischen Dünger sowie Hornspäne geben.

  • Den Boden mit Sand etwas durchlässiger machen.

  • Die Zwiebel kann den Winter problemlos in der Erde verbringen.

Pflege: Im Frühling nach dem Austrieb leicht nachдüngen. Ansonsten braucht Zierlauch wenig Aufmerksamkeit.

5. Welchen Standort braucht Zierlauch?

Zierlauch stammt ursprünglich von Steppen und steinigen Berghängen – und das merkt man ihm an. Er kommt im Garten fast überall gut zurecht, solange ein paar Grundbedingungen stimmen.

Das braucht Zierlauch:

  • Sonne: Ein sonniger Standort ist Pflicht.

  • Boden: Nährstoffreich und gut durchlässig.

  • Feuchtigkeit: Toleriert sowohl trockene als auch mäßig feuchte Standorte.

  • Staunässe: Verträgt er nicht – ähnlich wie Tulpen reagiert er empfindlich auf feuchte, undurchlässige Gartenböden.

Wer schwere Böden hat, hilft mit Sand nach – das verbessert die Durchlässigkeit deutlich.

6. Was tun mit den gelben Blättern des Zierlauchs?

Schon bevor die Blüte des Zierlauchs sich voll entfaltet hat, beginnen die Blätter zu welken und sterben nach und nach ab. Das sieht nicht besonders schön aus – aber eingreifen sollte man trotzdem nicht.

  • Warum gelbe Blätter stehen lassen? Die Nährstoffe aus dem Blattwerk müssen in die Zwiebel eingelagert werden, damit diese Kraft für das nächste Jahr sammeln kann. Wer die Blätter zu früh abschneidet, schwächt die Pflanze.

  • Die Regel: Erst wenn die Blätter komplett vergilbt sind, darf man sie abzupfen.

Tipp für ein schönes Beet: Weil vergilbte Blätter kein schöner Anblick sind, pflanzt man Zierlauch am besten im Hintergrund oder inmitten eines gemischten Staudenbeetes. Niedrige Polsterpflanzen und spät austreibende kleine Stauden wie der Sommerphlox eignen sich gut, um das welkende Laub zu kaschieren.

7. Welche Pflanzen passen gut zu Zierlauch?

Ideale Beetkollegen zum Abdecken der unschönen Blätter sind niedrige Polsterpflanzen und spätaustreibende kleine Stauden wie der Sommerphlox.

  • Fröhlich schweben die Kugelblüten des Zierlauchs auch über Funkien, Frauenmantel und Purpurglöckchen. Zierlauch wird ebenso gern mit Beetrosen sowie mittelhohen Sommerstauden wie Katzenminze, Storchenschnabel und Steppensalbei kombiniert.

  • Besonders edel wirken die pompösen Bälle mit weiß blühenden Stauden oder mit silberlaubigem Wollziest; farbliche Spannung bringt die Gemeinschaft zu orange-roter Schafgarbe.

  • Sehr extravagant ist die Mischung aus weißem oder lilafarbenem Türkenmohn mit violetten Blütenbällen oder die Kombination von rotem Türkenmohn mit weißem Allium.

  • Hohe Zierlauch-Vertreter harmonieren mit Fingerhut, Rittersporn und Ehrenpreis.

  • Und die goldgelben verwelkten Blütenstände zum Saisonausklang setzen tolle Akzente mit Spätsommer-Stauden wie Sonnenhut, Fetthenne und Aster.

Bulgarischer Lauch, Zierlauch
Foto: Pixabay
Der Bulgarischer Lauch (früher Sizilianischer Lauch/Allium siculum genannt) gehört streng genommen nicht zur Allium-Familie.

8. Hält Zierlauch Wühlmäuse fern?

Ja – und das ist ein angenehmer Nebeneffekt. Die scharf schmeckenden Stoffe des Allium halten Wühlmäuse fern. Niedrige Sorten wie der Blauzungen-Lauch, der Weiße Blauzungen-Lauch, der Schön-Lauch und der Blaue Lauch eignen sich daher besonders gut als Randbepflanzung in Stein- oder Kräutergärten.

Für Insekten hingegen ist Zierlauch ein gefragter Treffpunkt: Nektarsuchende Insekten fliegen die Blütenbälle gern an.

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