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Tiere

Echt Schaf! Fünf Fakten über das Schaf und seine Wolle

Was haben Käse, Pullover und Hautcreme gemeinsam? Sie stammen alle vom gleichen Tier: dem Schaf. Spannendes Wissen über das älteste Haustier der Welt.

Villnösser Brillenschaft (Bild: renatewildenhaincom)
Foto: renatewildenhaincom

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1. Seit wann gibt es Schafe?

Schafe gibt es schon seit etwa 10.000 Jahren. Heute leben auf der ganzen Welt etwa eine Milliarde Hausschafe aus 600 verschiedenen Rassen. In Österreich ist die häufigste Rasse das wetterfeste Tiroler Bergschaf, und in Deutschland ist es das feinwollige Merinoschaf. In Südtirol war die älteste Schafrasse, das Villnösser Brillenschaf, vom Aussterben bedroht. Dank der ansässigen Bauern und Unternehmen wie Luis Trenker konnte die Rasse mit der ausgezeichneten Fleischqualität und der kostbaren Wolle gerettet werden.

2. Wie leben Schafe heute?

Die kalte Jahreszeit verbringen die meisten Schafe im Stall und werden mit Heu gefüttert. Aber im Frühling heißt es: Raus auf die Weide oder rauf auf die Alm! Dort leben die geselligen Tiere bis zum Herbst. Sie suchen sich ihr Fressen selbst und sind dabei vierbeinige Rasenmäher. Frisches Grün ist ihre Hauptnahrung.

Und weil so ein Futter schwer zu verdauen ist, haben sie nicht nur einen, sondern gleich vier Mägen. Schafe sind nämlich – wie Kühe – Wiederkäuer. Das heißt, sie würgen das Grünzeug immer wieder hoch, um es im Maul nochmals zu zerkleinern und zu kauen. Erst wenn der Nahrungsbrei im letzten der vier Mägen ankommt, gibt es für ihn nur noch den Hinterausgang. Und ihr Kot ist dann ein guter Pflanzendünger.

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3. Schlaue Schafsköpfe

Wer glaubt, dass ein Schaf außer Blöken nicht viel kann, der irrt. In ihm steckt sogar ein echtes Superhirn. So erkennt etwa ein Schaf einen Artgenossen über Jahre nur an dessen Gesicht wieder.

Und finden Schafe im Sommer keinen Schatten, behalten sie einen kühlen Kopf: Mehrere Tiere stellen sich dann mit dem Hinterteil nach außen in einem engen Kreis auf und verstecken ihre Häupter – vor der Sonne geschützt – zwischen den eigenen Vorderbeinen.

4. Warum sind Schafe so nützlich für den Menschen?

Weltweit werden die meisten Schafe wegen ihrer Milch gehalten. Schafmilch ist gut verdaulich und vitaminreich, außerdem hat sie mehr Fett, Eiweiß und Milchzucker als jene der Kuh. Und sie ist natürlich ideal für alle, die Kuhmilch nicht gut vertragen. In Österreich macht man vor allem Schafkäse daraus. Für zwei Kilogramm Schnittkäse braucht man rund zehn Liter Milch. Kein Problem für eine Schafmama. Die gibt nach der Geburt bis zu vier Liter am Tag, davon braucht das kleine Lamm nur einen Teil.

Ganz wichtig ist für uns Menschen aber auch die Schafwolle. Bis zu vier Kilo werden einem Tier im Frühjahr vom Körper geschoren. Das genügt, um drei Pullover zu stricken. Für viele Bauern ist diese Wolle eine wichtige Einnahmequelle, für Hersteller ein wertvoller Rohstoff. Das Modeunternehmen Luis Trenker etwa schätzt für die warme Fütterung seiner Jacken und Hosen besonders die seidige und stabile Faser des Villnösser Brillenschafs, die es zu technischem Fließ verarbeitet. Die älteste Schafrasse Südtirols wäre vor ein paar Jahren sogar fast ausgestorben, weshalb sich ein paar Liebhaber zusammengetan haben, um sie in der Region wieder sesshaft zu machen. Luis Trenker hat diese Initiative nur zu gerne unterstützt - passt sie doch genau zur Unternehmensphilosophie, im Allgemeinen sorgsam mit Ressourcen umzugehen.

Schon gewusst? Bevor die Schafwolle verarbeitet werden kann, muss man das Wollfett, das Lanolin, auswaschen, das das Schaf wetterfest macht. Wie ein Wachsüberzug sorgt es dafür, dass Wasser an Wolle und Haut abperlt. Das Lanolin wir dann für Salben gegen trockene, raue Haut verwendet.

Schaf beim Scheren von Hand. (Bild: renatewildenhaincom)
Foto: renatewildenhaincom
Manche Bauern scheren ihre Tiere noch von Hand.

5. Schafe können klettern

Besonders im Kanton Wallis in der Schweiz, aber auch Tiroler Lechtal oder in Süddeutschland leben die Schwarznasenschafe. Sie sind äußerst genügsam, weshalb sie Flächen auf über 2.000 Meter Seehöhe ohne Weiteres beweiden können. Kühe, aber auch etliche andere Schafrassen würden bei solchen Gegebenheiten Hunger leiden müssen. Bei der Winterfütterung im Stall musste den Schwarznasenschafen früher oft getrocknetes Laub reichen. Heute bekommen sie zumeist das Heu der Magerwiesen. Steinige und steile Untergründe sind für die geschickten Kletterer überhaupt kein Problem. Sogar mit der Winterkälte kommen sie gut zurecht.

Schwarznasenlämmer auf der Weide (Bild: Mauritius Images)
Foto: Mauritius Images
Äußerst drollig und sehr robust: Schwarznasenlämmer auf der Weide

Weiterführende Infos
Website: Luis Trenker

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