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Tiere

Kreuzotter in Österreich: 7 Fakten über die Sonnenanbeterin unter den Schlangen

Kreuzottern schlängeln sich mit Frühlingsbeginn aus Felsspalten und Erdlöchern und lassen sich von der Sonne aufwärmen. Wissenswertes über die in Österreich heimische Schlange.

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Foto: Mauritius Images
Kreuzotter in Österreich

Immer öfter hört man von Begegnungen mit der seit jeher bei uns heimischen Kreuzotter. Dabei ist es eher ungewöhnlich, dass man die Schlange in Österreich zu Gesicht bekommt: Über den flach am Boden liegenden Körper – insbesondere den Unterkiefer – nimmt die Kreuzotter nämlich Erschütterungen wahr und zieht sich meist rechtzeitig zurück, ehe schwere Bergschuhe oder Fahrradreifen bedrohlich nahe kommen.

Geschützte Kreuzotter

Die menschliche Angst vor Kreuzottern wäre der Schlange fast zum Verhängnis geworden. Anfang des 20. Jahrhunderts gab es in einigen Gebieten des Alpenraums regelrechte Hetzjagden auf die Reptilien. Pro Kreuzotternkopf zahlten die jeweiligen Gemeinden hohe Prämien, tausende Schlangen fielen Spitzhacke, Schaufel oder gar eigens gebauten Schlangenfallen zum Opfer. Mit Beginn des Ersten Weltkriegs verebbte das blindwütige Gemetzel.

Heute zählt die Kreuzotter längst zu den geschützten Tierarten. Geblieben sind lediglich die wenig schmeichelnden Bezeichnungen „Giftwurm“ oder auch „Höllenotter“ für die vor allem in den Bergen beheimatete schwarze Kreuzotter.

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7 Fakten über die Kreuzotter

1. Vorkommen

Die Kreuzotter kommt von der Ebene bis ins Hochgebirge vor – von Mooren und Flussschotterheiden bis zu Fels- und Geröllfluren oberhalb der Waldgrenze. Sie steht auf der Roten Liste der gefährdeten Tiere. In Österreich liegen die Verbreitungsschwerpunkte in den Bundesländern Kärnten, Salzburg und Tirol. Gebietsweise kommt die Kreuzotter auch in Niederösterreich, Oberösterreich, Vorarlberg und Teilen der Steiermark vor. In Wien und dem Burgenland fehlt sie.

2. Nahrung

Die Hauptbeute sind Mäuse, Frösche und Eidechsen, gelegentlich auch Vögel. Nur Jungtiere fressen zunächst auch noch Insekten. Die Kreuzotter lauert der Beute auf und tötet sie mit einem schnellen Biss. Für das Verdauen benötigt die wechselwarme Schlange zumindest 30 Grad Körperwärme, die sie sich vor allem durch Sonnenbäder holt. Das eigene Gift unterstützt zusätzlich die Verdauung.

Da der Giftvorrat der Kreuzotter recht gering ist, wird ein Biss in der Regel nur ihren kleinen Beutetieren gefährlich. Dennoch sollte man sich nach dem Biss an einen Arzt wenden, bzw. zur Sicherheit ins Krankenhaus fahren. Dies gilt vor allem, falls es Kinder unter 12 Jahren oder ältere Menschen betrifft. Meist wird nur beobachtet, im Falle des Falls kann ein Gegengift verabreicht werden.

3. Lebensweise

Kreuzottern sind Einzelgänger und überwiegend nachtaktiv. Sie verbringen die kalte Jahreszeit in frostsicheren, meist unterirdischen Verstecken. Die Paarungszeit ist im Frühjahr direkt nach der Winterstarre.

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Foto: Helga Happ
Typisch für die Giftschlangen Österreichs ist das markante, gezackte Rückenband, wie hier bei dieser Kreuzotter.

4. Zickzackmuster auf der Haut

Männchen und Weibchen sind gut voneinander zu unterscheiden. Kreuzotter-Damen haben eine braun-schwarz gemusterte Haut, die Herren sind grau-schwarz. Allerdings gibt es auch komplett schwarze Exemplare, die zumeist in höheren Lagen leben und die man Höllenottern nennt. Das Geschlecht erkennt man dann am ehesten an der Größe: Bei Kreuzottern sind Weibchen nämlich etwas länger und schwerer als Männchen.

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Foto: Helga Happ
Die giftige schwarze Kreuzotter ist tiefschwarz gefärbt, das Zackenband ist nicht zu sehen.

4. Bleistiftgroße Babys

Der Kreuzotter-Nachwuchs wächst zunächst in 6 bis 12 Eiern im Bauch eines Weibchens heran. Zur Welt kommen die Kleinen allerdings bereits als fertige, gerade einmal bleistiftgroße Schlangen in einer durchsichtigen Eihaut, aus der sie später schlüpfen. Und kaum aus dem Mutterbauch, sind die Winzlinge bereits auf sich allein gestellt und müssen für sich selbst sorgen. Solche Kreuzotter-Babys fressen in der ersten Zeit auch noch Insekten.

6. Sonnenanbeter

Kreuzottern lieben und brauchen Wärme. Aus diesem Grund liegen die eher scheuen Reptilien gern stundenlang auf sonnigen Plätzen. Kreuzottern können nämlich selbst keine Körperwärme erzeugen. Sie brauchen daher die Sonnenstrahlen dringend, um Energie zu tanken, Nahrung zu verdauen und damit sich die Schlangenbabys im Bauch gut entwickeln.

7. Sie wachsen und wachsen

Kreuzottern werden bis zu 14 Jahre alt und wachsen ein Leben lang. Wird die Haut zu eng, wächst eine neue. Dann platzt die Haut am Kopf auf, und die Kreuzotter streift die alte Hülle wie einen Strumpf ab, indem sie sich durch Zweige und Gestrüpp schlängelt. Mit etwas Glück findet man dann ein solches „Natternhemd“.

Wie man bei einer Begegnung mit einer Kreuzotter reagieren soll?
Sollte man tatsächlich einmal an solch seltenen Sonnenanbetern vorbeikommen oder gar Zeuge ihres Liebesspiels werden, muss einem nicht gleich der Schreck in die Glieder fahren. Entweder man zieht sich ruhig zurück oder hält sich an den weisen Rat des deutschen Schlangenforschers Harald Othmar Lenz, der schon Mitte des 19. Jahrhunderts schrieb: „Man kann sie bei ihrem Treiben ganz in der Nähe betrachten, wenn man sich nicht rührt. Sie scheint einen dann gar nicht zu bemerken.“ Grundlegend gilt aber: Lieber mehr als weniger Abstand halten.

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