Ausflüge

Tief verwurzelt: Magdalena Mayer und ihr Weg in die Landwirtschaft

Einen eigenen Hof hat Magdalena Mayer noch nicht, und doch ist sie eine begeisterte Landwirtin. Als Seminarbäuerin gibt sie ihr Wissen an andere weiter, wenn sie nicht gerade auf dem Hof ihrer Tante mitarbeitet.

Anzeige
Magdalena Mayer bei der Kartoffelernte
Foto: Sabrina Luger
Magdalena Mayer bei der Kartoffelernte

Ein klassischer Erntetag in Ganzendorf: Die Familie Harm bearbeitet heute eines ihrer Erdäpfelfelder. Mit dabei ist Magdalena Mayr. Die 23-jährige Niederösterreicherin ist seit ihrer Kindheit tief in der Landwirtschaft verwurzelt.

Familie Harm und Magdalena Mayer
Foto: Sabrina Luger
Familie Harm und Magdalena Mayer

Wie ein drittes Kind am Hof

Magdalenas Großmutter wohnt nämlich gleich neben dem Betrieb ihrer Tante. Schon als kleines Mädchen war sie deshalb ständig bei Hofarbeiten mit dabei. Sie selbst sagt, dass sie dort „wie das dritte Kind“ aufgewachsen ist.

Aus dem selbstverständlichen Mithelfen hat sich bei Magdalena eine tiefe Verbundenheit entwickelt. Schon früh wusste sie, dass auch ihr eigener Weg einmal in die Landwirtschaft führen wird. Für sie braucht es dafür aber nicht zwangsläufig einen eigenen Hof. Sie hilft ihrer Familie vor allem dort, wo ihre Hände gebraucht werden. Am Hof ihrer Tante bedeutet das vor allem: Kartoffelernte und Spanferkel-Catering.

Familie Harm und Magdalena ernten Kartoffeln
Foto: Julia Redhammer
Familie Harm und Magdalena ernten Kartoffeln

Landwirtschaft als Basis

Beruflich zieht sich die Landwirtschaft wie ein roter Faden durch Magdalenas Leben. Nach dem Abschluss der Landwirtschaftlichen Fachschule Pyhra arbeitete sie unter anderem in einer Molkerei, in der Agrarberatung und bei einem Verein, der es sich zum Ziel gesetzt hat, Menschen über die Herkunft von Lebensmitteln aufzuklären. Heute ist Magdalena Seminarbäuerin und arbeitet in der Käsehütte Maria Taferl.

Als ehemalige niederösterreichische Milchprinzessin vertrat sie außerdem zwei Jahre lang die heimische Milchwirtschaft und vermittelte, wie viel Arbeit hinter der Herstellung von Milch und den daraus entstehenden Lebensmitteln steckt.

Selbstgemachte Frischkäsebällchen von Magdalena Mayer
Foto: Julia Redhammer
Selbstgemachte Frischkäsebällchen von Magdalena Mayer
Kartoffeln bereit zur Auslieferung
Foto: Julia Redhammer
Kartoffeln von Bertl & Harm bereit zur Auslieferung

Wie viel Arbeit steckt in einem Stück Butter?

Dieses Wissen nimmt Magdalena auch in ihren Berufsalltag mit. Wenn sie mit Kundinnen und Kunden ins Gespräch kommt, erzählt sie gerne, was hinter alltäglichen Lebensmitteln steckt. Was viele nicht wissen: Für ein Kilogramm Butter braucht es rund 25 Liter Milch.

Hier Aufklärungsarbeit zu leisten, ist für die junge Niederösterreicherin besonders wichtig. Denn für sie beginnt Wertschätzung dort, wo man versteht, wie ein Lebensmittel entsteht und wie viel Arbeit darinsteckt.

Wissen weitergeben

Als Seminarbäuerin möchte sie genau dieses Verständnis weitergeben. Besonders gerne arbeitet sie deshalb auch mit Kindern. Bei „Landwirtschaft in der Schule“ zeigt sie ihnen, woher Lebensmittel kommen und was sich aus einfachen Rohstoffen herstellen lässt.

Frauen gehen ihren eigenen Weg

Im „Jahr der Bäuerin“ zeigt Magdalenas Geschichte, dass es nicht den einen Weg in die Landwirtschaft gibt. Egal, ob Betriebsübernahme innerhalb der Familie, Neugründung oder Mitarbeit in einem anderen Betrieb – für Magdalena zählen vor allem die Verbundenheit zur Natur und die Menschen am Hof.

Ich bin einfach tief verwurzelt mit der Landwirtschaft – und das macht mir irrsinnig Spaß.
Magdalena Mayer

Vom Erdäpfelacker auf den Teller

Ihre Wertschätzung für die Produkte spiegelt sich auch in Magdalenas Schweinsbraten-Gröstl wider. Die Erdäpfel dafür stammen vom Hof ihrer Tante, das Rezept hat sie von ihrer Oma gelernt. Außerdem kann es als „Restlessen" dafür sorgen, dass wertvolle Lebensmittel sinnvoll aufgebraucht werden.