Brauchtum

Ein Herz für Vielfalt: Daniela Pečnik vom Naturhof Tomažej

„Wir sind ein kunterbunter, vielfältiger Betrieb“, sagt Daniela Pečnik. Das zeigt sich auf ihrem Hof in jeder Ecke: im Bauerngarten, beim Lehmbackofen und im Naturladen, wo die Schätze des Hofes ihren Platz finden.

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Daniela in ihrem Bauerngarten
Foto: Julia Redhammer
Daniela in ihrem Bauerngarten

Vielfalt statt Masse

Wer durch den Naturladen geht, bekommt schnell einen Eindruck davon, was auf dem Biohof von Daniela und ihrem Mann wichtig ist: Vielfalt. Zwischen violetten Erdäpfeln, gelben Rüben und Mangold in Orange, Rot und Gelb findet sich so manche Gemüserarität, die man im Supermarkt vergeblich sucht.

Auf den Feldern und in den Gärten wachsen neben Gemüse auch Getreide, Obst und Kräuter. Dabei geht es der Familie nicht darum, möglichst große Mengen zu produzieren, sondern besondere Sorten zu erhalten und die Vielfalt am Hof zu bewahren. Einen Teil des eigenen Getreides verarbeitet die Familie selbst zu Sauerteigbrot und Nudeln. Dazu kommen Fruchtaufstriche, Sirupe und verschiedene Salzmischungen.

Vorm Hofladen Saat und Taat des Naturhof Tomažej
Foto: Julia Redhammer
Vorm Hofladen Saat und Taat des Naturhof Tomažej

Mit der Natur arbeiten

Wie der Hof heute bewirtschaftet wird, hat sich über viele Jahre entwickelt. Daniela und ihr Mann versuchen, möglichst wenig in natürliche Kreisläufe einzugreifen und den Pflanzen Raum zu geben, sich an ihre Umgebung anzupassen.

Denn genau darin sehen sie eine besondere Stärke: Pflanzen, die mit den Bedingungen vor Ort zurechtkommen müssen, entwickeln nach ihrer Erfahrung oft ein intensiveres Aroma. Unterstützt wird dort, wo es notwendig ist und gleichzeitig werden neue Wege ausprobiert, die das natürliche Wachstum fördern können.

Gemüse in allen Farben und Formen direkt vom Feld.

Zwei Sprachen, ein gemeinsamer Tisch

Vielfalt begleitet Daniela nicht nur am Hof. Auch in ihrem zweiten Beruf als Lehrerin an einer zweisprachigen Schule gehören unterschiedliche Sprachen und Kulturen zum Alltag. Als Kärntner Slowenin ist die Zweisprachigkeit für sie selbstverständlich.

Und manchmal wird aus dem Klassenzimmer eine Küche. Beim gemeinsamen Kochen lässt sich für Daniela besonders gut vermitteln, wo Lebensmittel herkommen, wie sie verarbeitet werden und wie viel Arbeit in ihnen steckt. Landwirtschaft wird dabei greifbar und Wissen über gute Produkte lässt sich ganz nebenbei mit den eigenen Händen erfahren.

Oaza/Oase - ein Sinnbild der zweisprachigkeit am Naturhof Tomažej
Foto: Julia Redhammer
Oaza/Oase - ein Sinnbild der zweisprachigkeit am Naturhof Frisches Gemüse direkt vorm Naturladen Saat und Taat des Naturhofes Felder des Naturhof Tomažej

Wissen, das weiterleben soll

Ihr Wissen rund um Pflanzen, Landwirtschaft und Natur hat Daniela über viele Jahre gesammelt. Gemeinsam mit ihrem Mann hat sie sich am eigenen Hof einen großen Erfahrungsschatz aufgebaut. Heute gibt sie ihn als Seminarbäuerin weiter und engagiert sich auch in der Ausbildung angehender Seminarbäuerinnen.

Dabei geht es ihr um mehr als reine Fachkenntnis. Sie möchte auch die Begeisterung für das bäuerliche Handwerk vermitteln und zeigen, wie viel Sorgfalt und Leidenschaft hinter Lebensmitteln stecken.

„Ich merke, dass die Menschen viel zu wenig über Vielfalt wissen. Deshalb ist es mir so wichtig, dieses Wissen weiterzugeben.“
Daniela Pečnik

Denn Wissen, das über Generationen gewachsen ist, soll nicht am eigenen Hof bleiben. Es wird erst dann lebendig, wenn man es weitergibt und wenn daraus bei anderen Menschen wieder neues Interesse an Landwirtschaft, Lebensmitteln und der Natur entsteht.

Eindrücke vom Naturhof Tomažej

Von der Vielfalt des Gartens auf den Teller

Wie eng diese Gedanken miteinander verbunden sind, zeigt sich in Danielas Küche. Für ihre gefüllten Mangoldnudeln verwendet sie gelben, roten und orangefarbenen Mangold aus dem eigenen Garten. Aus dem Gemüse wird so eine farbenfrohe Variante eines Kärntner Klassikers.

Das kunstvolle Krendeln hat Daniela bereits von ihrer Großmutter gelernt. Heute gibt sie den Handgriff beim gemeinsamen Kochen an andere weiter.

In den Mangoldnudeln steckt damit weit mehr als Gemüse aus dem eigenen Garten: Sie erzählen von alten Sorten, regionaler Küche und bäuerlicher Arbeit – und davon, wie wertvoll es ist, wenn Wissen und Tradition nicht verloren gehen, sondern von einer Generation zur nächsten weiterwandern.