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Garten

So helfen wir Kletterpflanzen hoch hinaus

Kletterpflanzen verwandeln Wände und Mauern in grüne Oasen. Dazu brauchen sie vor allem passende Rankgerüste: Es gibt nämlich in der Flora viele Arten zu klimmen.

Garten, Wilder Wein, Kletterpflanzen, Hauswand
Foto: Pixabay
Kletterpflanzen ranken sich an Mauern, Wänden und Hilfen hoch und schmücken mit ihrem Blattwerk aus so manche Fassaden.

Die Geschichte grüner Wälder und Fassaden ist so alt wie die Geschichte der Gartenkunst. Fass alle Hochkulturen ließen es vertikal grünen, blühen und sprießen. Eine der ältesten diesbezüglichen Darstellungen stammt aus Ägypten. Sie ist rund 3.400 Jahre alt und stellt ein von Weinreben überwachsenes Presshaus dar.

Auch römische Häuser gaben sich gern grün; Plinius der Jüngere etwa erzählt um 100 n. Chr. von „bekleideten“ Hauswänden. In Japan belegen tausendjährige Glyzinien die lange Historie der Kletterkunst, in China war's die Chinesische Stachelbeere - ein Vorläufer unserer Kiwi - die schon vor 1000 Jahren hoch hinauswollte. Und auch der sagenhafte „Tausendjährige Rosenstock“ am Mariendom in Hildesheim in Niedersachsen ist seit gut 400 Jahren belegt.

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Kletterpflanzen ranken unterschiedlich

Im 17. und 18. Jahrhundert schließlich gelangten immer mehr Kletterpflanzen von Nordamerika aus nach Europa, wie etwa der Wilde Wein oder die Trompetenblume. Im 19. Jahrhundert folgten dann der Blauregen oder der Schlingknöterich aus Asien.

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  • Grüne Hauswände haben bis heute zahlreiche Vorteile: Sie beeindrucken vom Frühling bis in den Herbst, manche selbst im Winter, sie schützen - richtig angelegt - das Gemäuer, tragen zur Luftverbesserung bei, haben Einfluss auf das Kleinklima und können Lebensraum für Tiere sein.

  • Grundsätzlich teilt man Kletterpflanzen dabei in zwei große Gruppen: Selbstklimmer wie Efeu sind geübte Kletterer und machen sich mit eigenen Haftwurzeln auf den Weg nach oben. Wilder Wein bildet an seinen Ranken- enden sogar spezielle kleine Hafscheibchen, die bei Berührung eine Art Kleber ausscheiden. Dann gibt es als zweite Gruppe jene, die Rank- und Kletterhilfen brauchen. Zu diesen klammernden Rankern zählen etwa der Echte Wein – er hält sich mit umgewandelten Blütenständen fest – oder die Clematis. Ein kleiner Kontaktreiz genügt, und die Pflanze umwickelt korkenzieherartig Schnüre, Drähte, Stäbe oder auch Gerüste.

  • Die meiste Unterstützung brauchen Kletterrosen und Winterjasmin. Sie sind sogenannte Spreizklimmer und biegen ihre langen Triebe in alle Richtungen, um Halt zu finden. Sie haben keine Halteorgane oder windenden Eigenschaften. In der Natur verspreizen sie sich in alten Bäumen, an einem Gerüst müssen sie hochgeleitet werden.

Rankhilfen richtig bauen

Für den Bau eines größeren Klettergerüsts ab etwa drei Meter Höhe ist eine statische Berechnung notwendig. Dabei müssen das Gewicht der Kletterkonstruktion, das zu erwartende Eigengewicht der Pflanze und die maximale Belastung der Fassade (durch Nässe, Schnee- und Eislast im Winter), Wind (besonders ab acht Meter Höhe) und Zugkräfte durch Spannungen der Kletterhilfen eingeschätzt werden.

  • Zum Thema Eigengewicht: Trompetenblumen oder Kletterhortensien etwa haben ein Gewicht von 13–15 kg/m2; eine einzige Kletterrose kann sogar über 100 Kilogramm wiegen. Glyzinien sind am schwersten: Ihr Eigengewicht von mehreren hundert Kilo und das starke Dickenwachstum führen zu einer sehr starken Zugbelastung auf Gerüst und Verankerungen.

Bei der Befestigung sind Menge und Dimensionierungen der Halterungen zu überlegen. Sie dürfen sich unter Höchstlast nicht verformen und sollten so angebracht werden, dass sie die Fassade nicht beschädigen. Bei Neubauten könnte eine Verankerung schon in der Rohbauphase erfolgen.

Garten, Kletterpflanzen, Hauswand, Kletterrose
Foto: Pixabay
Anmutig emporrankend: Eine prächtige Kletterrose in voller Blüte.

Neuer Lebensraum für Tiere

Kletterpflanzen sind vor allem in der Stadt besonders wertvoll. Sie verdunsten Wasser über ihre Blätter und steigern damit die Luftfeuchtigkeit. Gleichzeitig kommt es zu einer verstärkten Bindung von Staub.

Auch der Wind bricht sich im Laub, und jede Art von Lärm dringt nur gedämpft durch eine grüne Außenwand. In stark bebauten Gebieten schaffen Kletterpflanzen Lebensraum für Käfer, nützliche Spinnen, Schmetterlinge oder Bienen. Vögel finden hier ebenfalls ein sicheres Zuhause: Brutplätze in der grünen Fassade sind für Katzen und andere Räuber schwer erreichbar.

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