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Garten

Rotblättriges Gehölze für den Garten

Die bunte Pracht im Garten neigt sich dem Ende zu.
Bald werden die letzten Blätter zu Boden fallen – ein faszinierendes Schauspiel und überlebenswichtig für alle Laubgehölze.

Rotes Herbstlaub, Essigbaum, Herbst, Nebel
Foto: mauritius images | Pitopia | Robert Marggraf
Der Essigbaum ist eine sehr dankbare Baumsorte. Nur, wenn es extrem heiß ist, sollte er gewässert werden.

Sobald die Tage kürzer und die Nächte kühler werden, läuten bei allen laubtragenden Pflanzen die Alarmglocken. Zu den ersten Frösten ist es dann nicht mehr weit, und Bäume und Sträucher beginnen sich auf den Winter vorzubereiten. Denn würden sie ihre Blätter behalten, müssten sie auch weiterhin viel Wasser verdunsten.

In einem gefrorenen Boden ist es aber unmöglich, Wasser aufzunehmen und in die Kronen zu transportieren (eine Birke benötigt an einem normalen Tag 70 Liter Wasser). Die Pflanzen würden verdursten. Dazu kommt, dass Laubgehölze durch ihre Blätter eine zu große Schneelast tragen müssten, Äste würden brechen, und große Wunden blieben zurück. Dem überlebenswichtigen Laubabwurf geht ein Notprogramm voran, bei dem alle noch vorhandenen Nährstoffe in Stamm und Ästen eingelagert werden. Und der Stoffwechsel reduziert sich in der kalten Jahreszeit auf ein Minimum.

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Die schönsten rotblättrigen Gehölze

  • Flügelspindel-Strauch (Euonymus alatus)
    Dieser stammt ursprünglich aus Japan und China und wird in Amerika wegen seiner prägnanten Farbe auch „burning bush“ genannt.

  • Kupfer-Felsenbirne (Amelanchier lamarckii)
    Sie ist eigentlich im Osten Nordamerikas beheimatet. Die Kupfer-Felsenbirne färbt lebhaft von zunächst kräftigem gelb über orange bis zu kupfer- und bronzefarbenen Tönen.

  • Wilder Wein oder Mauerkatze (Parthenocissus tricuspidata)
    Diese Kletterpflanze stammt aus Asien, während die gewöhnliche Jungfernrebe in Nordamerika beheimatet ist. Sie färbt ganze Hauswände leuchtend rot.

  • Essigbaum (Rhus typhina)
    Er kommt ebenfalls aus dem Osten Nordamerikas, hat große gefiederte Blätter, und seine Färbung verläuft von gelb bis leuchtend Karmesinrot.

  • Scharlach- oder Bergkirsche (Prunus sargentii)
    Die Herbstfärbung dieses aus Japan, Sachalin (Russland) und Korea kommenden Baums wechselt von orange zu scharlachrot.

  • Persischer Eisenholzbaum (Parrotia persica)
    Er hat einen sehr späten Laubfall; die Blattfärbung reicht von gelb über orangerot bis scharlachrot. Oft sind die Blätter wie bei der Felsenbirne mehrfarbig.

  • Perückenstrauch (Cotinus coggygria)
    Es gibt Sorten, die ganzjährig rote Blätter tragen, alle färben sie aber im Herbst auffallend von gelborange bis scharlachrot. Blüten- und Fruchtstände sehen aus wie Perücken.

  • Blutroter Hartriegel (Cornus sanguinea)
    Der Name des heimischen Hartriegels bezieht sich nicht nur auf die rote Herbstfärbung, sondern auch auf das rote Holz. Der verwandte sibirische oder tatarische Hartriegel trägt noch leuchtendere Blätter, und auch die Rinde ist intensiv purpurrot.

  • Fächer-Zierahorn (Acer palmatum)
    Auch hier gibt es ganzjährig rotlaubige Sorten. Dieser aus Japan, Korea und China stammende Ahorn färbt im Herbst aber immer glühend rot. Die Blätter sind geschlitzt und sehr attraktiv.

Servus Mondpost

Von Gold über Orange bis Rot 

Seit etwa 200 Jahren beschäftigen sich Wissenschaftler mit der Blattfärbung, trotzdem ist dieses Geheimnis der Natur noch immer nicht restlos geklärt. Erst vor 25 Jahren bekam man eine Ahnung, wohin das Chlorophyll in den Blättern entschwindet. 1990 konnte man beweisen, dass Pflanzen dann mit Blattfärbung und Laubfall reagieren, wenn die Tage kürzer werden. Und dass sie davor möglichst viele Nährstoffe wie Magnesium und Stickstoff aus den Blättern in den Stamm retten.

Dazu wird der grüne Farbstoff, das Chlorophyll, zerlegt. Zurück bleiben gelbe, orange und rote Farbstoffe (Karotinoide) und gelb-braune (Xanthophylle), die nun sichtbar werden. Dieser Prozess findet nicht gleichmäßig statt, sondern beginnt bei den älteren Blättern und im Inneren der Krone. In dieser Zeit bildet sich bei jedem Blatt zwischen Zweig und Blattansatz eine Korkschicht, die das Laub vom Baum trennt. Der Wind hat nun ein leichtes Spiel.

In welchen Tönen Bäume und Sträucher im Herbst ausfärben, ist genetisch festgelegt. Während die Ginkgoblätter ohne Übergänge einfach gelb werden, zeigt die Felsenbirne im Laufe des Oktobers Schattierungen von Gelb über Orange bis Braun, der Wilde Wein wiederum glüht rasch in leuchtendem Rot. Aber es gibt auch Pflanzen, die hartnäckig grün bleiben.

  • Esche, Erle und Holunder färben nur selten ihre Blätter noch am Baum, sie werfen sie großteils grün ab.

Ein ganz besonderes Rot 

Die schönsten Rotverfärbungen entstehen nicht an heimischen Bäumen und Sträuchern, sondern an solchen aus Nordamerika. Bei uns gut eingebürgert sind die Felsenbirne, der Wilde Wein und der Essigbaum. An sonnigen Plätzen ist ihr leuchtendes Rot nicht zu überbieten.

Karotinoide allein, die praktisch in allen Laubgewächsen unserer Heimat vorkommen, könnten diesen Farbton nicht erzielen. Hier kommen Anthocyane ins Spiel, Farbstoffe, die glühend rot, violett und sogar blau ausfärben. Diese sind kein Überbleibsel in den Blättern, sie werden im Herbst extra produziert. Welche Rolle sie spielen, ist noch immer nicht ganz erforscht. Vermutlich schützen sie die Blätter gegen zu viel Sonne und Kälte.

Denn in Nordamerika herrschen besonders sonnige Herbstmonate vor, während bei uns schon bald der Nebel einfällt und der Himmel bewölkt bleibt.

Perückenstrauch Rotblättriges Gehölze Herbst Bäume
Foto: Pixabay
Woher der Name des Perückenstrauchs kommt? Ganz einfach: Seine Blüten- und Fruchtstände sehen aus wie Perücken.

Was tun mit dem Laub im Garten?

Blätter sind sehr wertvoll für den Garten, keinesfalls sollten sie entfernt und entsorgt werden.

  • Am Rasen dürfen sie nicht liegen bleiben, dort könnte sich Schneeschimmel bilden, unter Sträuchern und Bäumen gibt Laub hingegen eine gute schützende Mulchschicht ab.

  • Laub kommt gemischt mit Rasenschnitt, kleinen Ästen und Bioabfällen auf den Komposthaufen.

  • Aus den schwer verrottbaren, gerbstoffhaltigen Blättern der Eichen, Walnüsse und Kastanien lässt sich ein eigener Laubkompost herstellen. Die Rottezeit beträgt allerdings bis zu zwei Jahren. Dann aber entsteht saurer Humus, der als Torfersatz im Moorbeet zwischen Rhododendren und Azaleen, aber auch als Erde für Heidelbeeren dienen kann.

  • Vorsicht ist bei krankem Laub (Rosenblätter mit Pilzkrankheiten oder auch mit der Miniermotte befallene Kastanienblätter) geboten. Dieses sollte keinesfalls auf den Kompost. In der Biotonne kann es entsorgt werden, denn Biomüll wird in großen Anlagen mit sehr hohen Temperaturen kompostiert.

Fächer-Zierahorn Rottblättriges Gehölze Bäume Garten Herbst
Foto: Pixabay
Eines der bekanntesten rotblättrigen Gehölze: der Fächer-Zierahorn.
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