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Garten

Herbstfarben im Garten: Neun Gehölze, die im Oktober leuchten

Felsenbirne, Essigbaum, Wilder Wein: Manche Gehölze machen den Herbst zum farbigsten Moment im Garten. Hier erfahren Sie, welche das sind – und warum der Laubabwurf lebenswichtig ist.

Rotes Herbstlaub, Essigbaum, Herbst, Nebel
Foto: mauritius images | Pitopia | Robert Marggraf
Der Essigbaum ist eine sehr dankbare Baumsorte. Nur, wenn es extrem heiß ist, sollte er gewässert werden.

Wissenswertes über rotblättrige Gehölze:

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1. Warum werfen Laubbäume ihre Blätter ab?

Sobald die Tage kürzer und die Nächte kühler werden, läuten bei allen laubtragenden Pflanzen die Alarmglocken. Zu den ersten Frösten ist es dann nicht mehr weit, und Bäume und Sträucher beginnen sich auf den Winter vorzubereiten.

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  • Der Grund ist überlebenswichtig: Würden sie ihre Blätter behalten, müssten sie weiterhin viel Wasser verdunsten. In einem gefrorenen Boden ist es aber unmöglich, Wasser aufzunehmen und in die Kronen zu transportieren – eine Birke benötigt an einem normalen Tag 70 Liter Wasser. Ohne Laubabwurf würden die Pflanzen schlicht verdursten. Dazu kommt: Durch ihre Blätter würden Laubgehölze eine zu große Schneelast tragen, Äste würden brechen und große Wunden zurückbleiben.

  • Dem Laubabwurf geht ein Notprogramm voran: Alle noch vorhandenen Nährstoffe werden in Stamm und Ästen eingelagert, der Stoffwechsel reduziert sich in der kalten Jahreszeit auf ein Minimum.

2. Die 9 schönsten rotblättrigen Gehölze im Überblick

Die schönsten Rotverfärbungen entstehen nicht an heimischen Bäumen und Sträuchern, sondern an solchen aus Nordamerika. Bei uns gut eingebürgert sind die Felsenbirne, der Wilde Wein und der Essigbaum. An sonnigen Plätzen ist ihr leuchtendes Rot nicht zu überbieten.

  • Flügelspindel-Strauch (Euonymus alatus)
    Dieser stammt ursprünglich aus Japan und China und wird in Amerika wegen seiner prägnanten Farbe auch „burning bush“ genannt.

  • Kupfer-Felsenbirne (Amelanchier lamarckii)
    Sie ist eigentlich im Osten Nordamerikas beheimatet. Die Kupfer-Felsenbirne färbt lebhaft von zunächst kräftigem gelb über orange bis zu kupfer- und bronzefarbenen Tönen.

  • Wilder Wein oder Mauerkatze (Parthenocissus tricuspidata)
    Diese Kletterpflanze stammt aus Asien, während die gewöhnliche Jungfernrebe in Nordamerika beheimatet ist. Sie färbt ganze Hauswände leuchtend rot.

  • Essigbaum (Rhus typhina)
    Er kommt ebenfalls aus dem Osten Nordamerikas, hat große gefiederte Blätter, und seine Färbung verläuft von gelb bis leuchtend Karmesinrot.

  • Scharlach- oder Bergkirsche (Prunus sargentii)
    Die Herbstfärbung dieses aus Japan, Sachalin (Russland) und Korea kommenden Baums wechselt von orange zu scharlachrot.

  • Persischer Eisenholzbaum (Parrotia persica)
    Er hat einen sehr späten Laubfall; die Blattfärbung reicht von gelb über orangerot bis scharlachrot. Oft sind die Blätter wie bei der Felsenbirne mehrfarbig.

  • Perückenstrauch (Cotinus coggygria)
    Es gibt Sorten, die ganzjährig rote Blätter tragen, alle färben sie aber im Herbst auffallend von gelborange bis scharlachrot. Blüten- und Fruchtstände sehen aus wie Perücken.

  • Blutroter Hartriegel (Cornus sanguinea)
    Der Name des heimischen Hartriegels bezieht sich nicht nur auf die rote Herbstfärbung, sondern auch auf das rote Holz. Der verwandte sibirische oder tatarische Hartriegel trägt noch leuchtendere Blätter, und auch die Rinde ist intensiv purpurrot.

  • Fächer-Zierahorn (Acer palmatum)
    Auch hier gibt es ganzjährig rotlaubige Sorten. Dieser aus Japan, Korea und China stammende Ahorn färbt im Herbst aber immer glühend rot. Die Blätter sind geschlitzt und sehr attraktiv.

3. Woher kommt die rote Herbstfärbung?

Seit etwa 200 Jahren beschäftigen sich Wissenschaftler mit der Blattfärbung – restlos geklärt ist dieses Geheimnis der Natur noch immer nicht. Erst vor rund 25 Jahren bekam man eine Ahnung, wohin das Chlorophyll in den Blättern entschwindet. 1990 konnte man beweisen, dass Pflanzen mit Blattfärbung und Laubfall reagieren, wenn die Tage kürzer werden.

Wie läuft die Blattfärbung ab?

Wenn die Pflanze Nährstoffe wie Magnesium und Stickstoff aus den Blättern in den Stamm rettet, wird der grüne Farbstoff – das Chlorophyll – zerlegt. Zurück bleiben:

  • Gelbe und orangefarbene Töne: Karotinoide

  • Gelbbraune Töne: Xanthophylle

Dieser Prozess beginnt bei den älteren Blättern und im Inneren der Krone. Gleichzeitig bildet sich bei jedem Blatt zwischen Zweig und Blattansatz eine Korkschicht, die das Laub vom Baum trennt – dem Wind hat das leichtes Spiel.

In welchen Tönen Bäume und Sträucher ausfärben, ist genetisch festgelegt: Ginkgoblätter werden ohne Übergänge einfach gelb, die Felsenbirne zeigt im Oktober Schattierungen von Gelb über Orange bis Braun, der Wilde Wein glüht rasch in leuchtendem Rot. Esche, Erle und Holunder hingegen färben sich kaum – sie werfen ihre Blätter großteils grün ab.

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Foto: Pixabay
Woher der Name des Perückenstrauchs kommt? Ganz einfach: Seine Blüten- und Fruchtstände sehen aus wie Perücken.

Woher kommt das besonders leuchtende Rot?

Karotinoide allein könnten das leuchtende Rot der nordamerikanischen Gehölze nicht erzielen. Hier kommen Anthocyane ins Spiel – Farbstoffe, die glühend rot, violett und sogar blau ausfärben. Anders als Karotinoide sind sie kein Überbleibsel im Blatt: Sie werden im Herbst extra produziert. Vermutlich schützen sie die Blätter gegen zu viel Sonne und Kälte. In Nordamerika herrschen besonders sonnige Herbstmonate vor, während bei uns bald der Nebel einfällt und der Himmel bewölkt bleibt.

4. Was tun mit dem Laub im Garten?

Blätter sind sehr wertvoll für den Garten und sollten keinesfalls entfernt und entsorgt werden. Was wohin gehört:

  • Auf dem Rasen: Laub darf hier nicht liegen bleiben – es könnte sich Schneeschimmel bilden.

  • Unter Sträuchern und Bäumen: Laub gibt eine gute schützende Mulchschicht ab.

  • Auf dem Komposthaufen: Laub kommt gemischt mit Rasenschnitt, kleinen Ästen und Bioabfällen.

  • Schwer verrottbare Blätter von Eiche, Walnuss und Kastanie (gerbstoffhaltig): Aus diesen lässt sich ein eigener Laubkompost herstellen. Die Rottezeit beträgt bis zu zwei Jahre. Dann entsteht saurer Humus, der als Torfersatz im Moorbeet zwischen Rhododendren und Azaleen sowie als Erde für Heidelbeeren dient.

  • Krankes Laub – Rosenblätter mit Pilzkrankheiten oder mit der Miniermotte befallene Kastanienblätter – kommt keinesfalls auf den Kompost. Es gehört in die Biotonne: Biomüll wird in großen Anlagen mit sehr hohen Temperaturen kompostiert.

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Foto: Pixabay
Eines der bekanntesten rotblättrigen Gehölze: der Fächer-Zierahorn.
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