Nat├╝rlich d├╝ngen, Vielfalt pflanzen, reich ernten: Mit diesen Servus-Tipps bleibt der Gartenboden gesund und fruchtbar.

Gute Erde, gute Ernte. Wer den Gartenboden pflegt, eine kluge Fruchtfolge einplant und auf Mischkultur setzt, kann sich auf reiche Ertr├Ąge freuen.

1. Den Boden kennenlernen

Die Zusammensetzung des Bodens wirkt sich sowohl auf die Struktur und den N├Ąhrstoffgehalt als auch auf den S├Ąuregrad aus. Das Wissen um seine Beschaffenheit ist deshalb eine wichtige Voraussetzung, um ihn entweder der Nutzung entsprechend zu ver├Ąndern oder die richtigen Pflanzen einzusetzen. Bei der Bestimmung k├Ânnen Zeigerpflanzen helfen. Auf humusreichen B├Âden wachsen Brennnessel oder Vogelmiere. Auf schwerem, nassem Erdreich machen sich Kriechender Hahnenfu├č und L├Âwenzahn breit.

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2. Vor Kulturbeginn den Boden verbessern

Wer den Gartenboden gleich zu Beginn gut vorbereitet, spart sich sp├Ąter viel ├ärger und M├╝he. Sandige B├Âden erm├Âglichen eine rasche Erw├Ąrmung, sorgen f├╝r gute Durchl├╝ftung und lassen sich leicht bearbeiten; Wasser und N├Ąhrstoffe sind auch kaum vorhanden. So ein Untergrund sollte mit Humus (Kompost, Gr├╝nd├╝ngung) angereichert werden. 

Tonhaltige B├Âden┬áerw├Ąrmen sich im Fr├╝hjahr nur langsam und neigen zu Staun├Ąsse. Obwohl sie N├Ąhrstoffe und Wasser gut speichern, kann beides von den Pflanzen oft nicht aufgenommen werden. Die Bearbeitung solcher B├Âden gestaltet sich schwer;┬áQuarzsand┬áund┬áKompost┬átragen hier deutlich zur Verbesserung bei.

Ein lehmiger Boden hingegen ist des G├Ąrtners Gl├╝ck: Sandige und tonige Anteile sorgen f├╝r einen ausgeglichenen Wasser- und N├Ąhrstoffhaushalt.

3. Die optimale Fruchtfolge bedenken

Pflanzen haben einen unterschiedlichen N├Ąhrstoffbedarf, das macht man sich mit einer klugen Fruchtfolge zunutze. Im ersten Jahr wachsen die Fresser wie Kohlgew├Ąchse und Paradeiser. Diesen Starkzehrern folgen im zweiten Jahr Gem├╝se mit mittleren Anspr├╝chen wie Zwiebeln, Karotten, Mangold und Radieschen. Im dritten Jahr sind die meisten N├Ąhrstoffe aufgebraucht, aber f├╝r Schwachzehrer wie Salate und Bohnen reicht es immer noch. Danach wird ein Jahr Pause eingelegt und Gr├╝nd├╝ngung angebaut. Das Beet darf sich jetzt erholen.

4. Erholungskur mit Gr├╝n-D├╝ngung einplanen

Es gibt Pflanzen, die den Boden lockern, mit N├Ąhrstoffen anreichern und sogar Sch├Ądlinge vertreiben. Sie werden als Gr├╝nd├╝ngung angebaut. LupineLuzernePhazelia und Ackerbohnebilden tiefe Wurzeln und lockern das Erdreich. Alle Schmetterlingsbl├╝tler sind in der Lage, Stickstoff zu binden. Zu ihnen z├Ąhlen der Kohlwei├člinge und Kohlfliegen vertreibende Inkarnatklee und der Perserklee. Und Ringel- und Studentenblume werden von sch├Ądlichen Nematoden gemieden.

Nach dem Winter schneidet oder m├Ąht man die Gr├╝nd├╝ngung und l├Ąsst sie als sch├╝tzende Schicht liegen. Nach etwa drei Wochen werden die ├ťberreste in den Boden eingearbeitet.

5. Mischkultur f├Ârdert die Pflanzengesundheit

Vielfalt und buntes Durcheinander im Garten lohnen sich, denn manche Pflanzen f├Ârdern einander, indem sich Sch├Ądlinge und Krankheiten von ihren Nachbarn fernhalten. Stehen zum Beispiel Zwiebeln und Lauch neben Karotten, halten sie die M├Âhrenfliege fern. Auch Kohlgew├Ąchse und Sellerie helfen einander: Sellerierost und Kohlwei├člingraupen meiden diese Umgebung. Salat wiederum verhindert bei Radieschen den Befall durch Erdfl├Âhe.

6. Grabgabel ist besser als Spaten

Um das Bodenleben zu schonen, sollte nur vor Neuanlage eines Beetes mit dem Spaten umgestochen werden, denn dabei werden die Bodenschichten durcheinandergebracht. Die Erde ist dann zwar gelockert, aber es dauert eine Zeit, bis sich der Boden wieder erholt hat und die Mikroorganismen in ihren Lebensraum zur├╝ckgekehrt sind. Das R├╝tteln mit der Grabgabel reicht v├Âllig aus.

7. Kompost erh├Ąlt den nat├╝rlichen Kreislauf

Gartenfreunde schw├Âren auf Kompost. Mit ihm werden jene N├Ąhrstoffe, die das Pflanzenwachstum dem Boden entzieht, wieder zur├╝ckgef├╝hrt. Oft sogar als Gold des Biog├Ąrtners bezeichnet, bringt er viele Vorteile: Bodenlockerung und Strukturverbesserung, langsam abbaubare und rasch verf├╝gbare N├Ąhrstoffe, F├Ârderung von Bodenlebewesen wie Regenw├╝rmern und zersetzenden Mikroorganismen.

Kompost ist Bestandteil eines nat├╝rlichen Kreislaufs, in dem nichts verloren geht und alles wiederverwertet wird. Die beste Erde reift aus gut gemischtem Material von GrasschnittPflanzenteilen und groben Holzst├╝cken. Krankes Laub und gekochte K├╝chenabf├Ąlle, besonders Fleischreste, d├╝rfen aber keinesfalls dazu.

8. Mulchen sch├╝tzt den Boden

In der Natur ist die Erdoberfl├Ąche nie v├Âllig unbedeckt. Selbst nach einem Brand beginnen Pionierpflanzen sehr rasch, den Boden wiederzuerobern. Brachliegende Beete erleiden sogar Schaden: Die Erde trocknet aus, das Bodenleben wird gest├Ârt.

Mulchen mit Grasschnitt, Gr├╝nd├╝ngung, Holzh├Ącksel oder Rindenst├╝cken sch├╝tzt den Boden. Wasser wird besser gespeichert und das Unkraut kommt deutlich weniger auf.

9. Sch├Ądlingsbek├Ąmpfung ohne Chemie

Im Naturgarten wird ohne Einsatz von Pestiziden und ohne mineralische D├╝nger geg├Ąrtnert. Das F├Ârdern von N├╝tzlingen und der Einsatz von Kompost schonen dabei den Boden. Wer den nat├╝rlichen Kreislauf nicht durchbricht, legt den Grundstein f├╝r ein gesundes Pflanzenumfeld mit nat├╝rlichen Ertr├Ągen.

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