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Brauchtum

Mariä Lichtmess: Weihnachten ade!

Wir verabschieden uns offiziell von der Weihnachtszeit und starten ins neue Bauernjahr.

Mariä Lichtmess (Bild: Mauritius Images)
Foto: Mauritius Images
Ab zur Sammelstelle: Ausgediente Weihnachtsbäume, die nicht chemisch behandelt wurden, werden nämlich vielerorts verfüttert, etwa an Hirsche oder Zootiere wie Elefanten.

An Mariä Lichtmess geht nach 40 Tagen die Weihnachtszeit offiziell zu Ende. Die letzten Krippen werden abgebaut, noch verbliebene Christbäume aus Kirchen und Häusern geräumt. Der 2. Februar setzt außerdem den Schlusspunkt der dunklen Zeit, die mit Allerseelen beginnt. Traditionell werden zu Mariä Lichtmess daher auch alle Kerzen für den Haus- und Kirchenjahresbedarf geweiht, von den schwarzen Wetter- bis zu den gelben Rosenkranzkerzen.

Die Ursprünge von Mariä Lichtmess

Ursprünglich war das Fest der wiederkehrenden Sonne der keltischen Göttin des Lichts gewidmet: Brigid, die vom „Strahlenkranz umgebene Lichtjungfrau“. Sie beendet die Herrschaft der dunklen Percht und somit den tiefen Winter. „Imbolc“ nannte man den Feiertag, was so viel bedeutet wie „im Schoß“, weil die Natur zu dieser Zeit noch nicht vom Eis befreit ist. Imbolc bedeutete aber auch „Anlegen der Schafe zum Säugen“, weil zu dieser Zeit die ersten Lämmer geboren werden. Man betrachtete es obendrein als Fest der Reinigung: Mit Birkenbesen – die Birke ist der Baum der Lichtgöttin – wurden die Räume gekehrt. Altes musste raus, damit Neues entstehen konnte. Dies ist auch der Hintergrund des Monatsnamens: Februarius bedeutet nämlich „Reinigungsmonat“.

Man sagt der keltischen Gottheit nach, dass sie den Saftfluss der Bäume, aber auch den der Menschen anregte. Ihre Zeit hatte daher etwas Leichtsinniges, etwas Närrisches. Es gab lärmende Umzüge, „um das Korn aufzuweichen“, aber auch viele Späße, wie wir sie bis heute im Fasching treiben.

Aus Imbolc wurde im Jahr 542 Mariä Lichtmess. Bis heute gilt dieses Fest – genau 40 Tage nach Heiligabend – als Ende der Weihnachtszeit, an dem auch die letzten Christbäume abgeputzt werden. Jesus soll an dem Tag erstmals die Heilige Stadt Jerusalem und ihren Tempel besucht haben. Daher feiert man am 2. Februar in der Kirche „die Darstellung des Herrn“. Auf Jesu Weg von Bethlehem kamen ihm die Menschen entgegen und begrüßten ihn mit Kerzen. Deshalb stehen bei der Feier die Kerzenweihe und eine Lichterprozession im Mittelpunkt. An Mariä Lichtmess wurde der Jahresbedarf an Kerzen für die Kirche geweiht. Man brachte zudem Kerzen für den Hausgebrauch zur Segnung, damit sie als Wetterkerzen Unwetter abhalten.

Manch anderes Lichtmess-Brauchtum hat sich ebenfalls gehalten – etwa mit geweihten Kerzen das Herdfeuer zu entzünden. Mancherorts gehen die Bauern nach wie vor am Lichtmesstag ihre Obstbäume wachrütteln. Und um zu erfahren, wie lang der Winter noch anhält, beobachtet man jene Tiere, die in Erdhöhlen ihren Winterschlaf halten. Da muss dann der Dachs als Ersatz für den Bären, den tierischen Gefährten der Brigid, herhalten. Es hieß: „Zu Lichtmess schön und Sonnenschein, der Bär muss noch sechs Wochen in der Höhle sein.“

Das bäuerliche Neujahr beginnt

In Bayern war der 2. Februar bis 1912 sogar gesetzlicher Feiertag. Mit Mariä Lichtmess begann früher auch das bäuerliche Neujahr. Mit dem Längerwerden der Tage konnte man wieder andere Arbeiten verrichten. Beispielsweise wurde die winterliche Spinnstube geschlossen:

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Lichtmess – Spinn vergess,

Einst galt der 2. Februar auch als wichtigster Zins- und Zahltermin und als Schlenkeltag (teils auch am 3. Februar), an dem die Dienstboten zu einem neuen Arbeitgeber wechselten. So dienten auch Lichtmessmärkte, wie es sie in Tann, Massing und Bayreuth noch gibt, einst als frühzeitliche Arbeitsmarktbörsen.

Christbäume zur Sammelstelle bringen

Ab zur Sammelstelle: Ausgediente Weihnachtsbäume, die nicht chemisch behandelt wurden, werden nämlich vielerorts verfüttert, etwa an Hirsche oder Zootiere wie Elefanten.

Christbaum-Sammelstelle (Bild: Mauritius Images)
Foto: Mauritius Images
Christbaum-Sammelstelle
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