Brauchtum: Was zu Mariä Himmelfahrt gefeiert wird
Am 15. August feiert man im Alpenraum das Hochfest der leiblichen Aufnahme Marias in den Himmel. Woher der Brauch der Kräuterweihe stammt, was der Frauendreißiger bedeutet – und welche neun Pflanzen in jeden Kräuterbuschen gehören.
Inhalt:
Wo hat Mariä Himmelfahrt seinen Ursprung?
Das kirchliche Hochfest „Mariä Himmelfahrt" lässt sich bis ins fünfte Jahrhundert nach Christus zurückverfolgen. Der religiösen Überlieferung nach soll unmittelbar nach Marias Tod ihr Leichnam zum Himmel aufgestiegen sein. Und so feiert die Kirche diesen Feiertag – und wir kommen in den Genuss eines arbeitsfreien Tages.
Die Wurzeln des Festes reichen aber noch weiter zurück. Mythen und Märchen, Glaube und Aberglaube rund um den Augustvollmond – all das begann schon bei den alten Kelten. Diese feierten alljährlich um diese Zeit Lugnasad, die Hochzeit ihres Sonnengottes Lug mit der Göttin Erde. Schon damals wurden fleißig Kräuter geweiht, um Gesundheit und Wohlergehen zu ergattern.
Der Brauch wurde im Christentum weitergepflegt und durch Bonifatius im Jahr 743 nach Christus unter die Obhut der Muttergottes gestellt. So entstand die kirchliche Weihe der Kräuterbuschen, die später getrocknet und oft im Herrgottswinkel aufgestellt werden.
Der Frauendreißiger – von Mariä Himmelfahrt bis Mariä Geburt
Mit Mariä Himmelfahrt beginnt in manchen Orten Tirols und Bayerns die Zeit der „Frauendreißiger“. So nannte man einst die Tage von Mariä Himmelfahrt – dem Großen Frauentag am 15. August – bis Mariä Geburt, dem Kleinen Frauentag am 8. September. Das sind zwar nur 25 Tage – wenn man aber die Zeit bis Mariä Sieben Schmerzen am 15. September dazunimmt, wird's irgendwie rund.
Es ist eine ländliche Festzeit der Fülle und Ernte sowie der Almfeste. Kräuter, die in dieser Zeit wachsen und gesammelt werden, gelten als besonders heilkräftig und wirksam.
Der Frauendreißiger geht auf eine germanische Festzeit mit Toten- und Fruchtbarkeitsopfern zurück. Die katholische Kirche wollte den damit verbundenen Dämonenglauben überbrücken und setzte die Gottesmutter – die „Hohe Frau“ – als Heilsbringerin entgegen. Es dauerte nicht lange, bis die Kirche die heilkräftigen Kräuter dieser Zeit, die im Volksglauben fest verwurzelt waren, mit der Himmelsmutter verband und Weihen arrangierte. Der 15. August erhielt von der Landbevölkerung daher auch die Bezeichnung „Kräuterweihtag“.
Dem „Frauendreißiger“ kommt heute vor allem durch die Bestrebungen der Goldhaubengruppen wieder mehr Bedeutung zu. Altes Kräuterheilwissen wird aufgefrischt und der Brauch der Kräuterweihe neu gepflegt.
Warum werden an Mariä Himmelfahrt Kräuter geweiht?
Gerne wird das Fest mit einer Kräutersegnung verbunden. Denn auch zu diesem Festtag hat die Kirche volkstümliche Traditionen übernommen.Gebunden werden Büschel aus 7 bis 99 Kräutern – das ist je nach Region verschieden. In ihnen stecken zum Beispiel eine Rose (für Maria), eine Königskerze, Schafgarbe, Baldrian, Arnika, Kamille, Johanniskraut und Pfefferminze.
7: Steht für die Schöpfungstage oder die sieben Sakramente.
9: Steht für die dreifache Dreifaltigkeit (3 × 3).
12: Steht für die Zahl der Apostel.
14: Steht für die Vierzehn Nothelfer.
99: Steht für dreimal Dreiunddreißig (bezogen auf die Lebensjahre Christi und die Dreifaltigkeit).
Nach der Weihe wird der Busch daheim in den Herrgottswinkel zum Trocknen aufgehängt.
Welche Kräuter kommen in den Kräuterbuschen?
Das Binden der traditionellen Kräuterbuschen ist stark mit Aberglauben verbunden: Sieben oder neun verschiedene Kräuter müssen es sein. Sie sollen Glück und Segen bringen, aber auch bei Krankheit hilfreich sein. Besonders geschätzt wird es, die Kräuter mit Weihrauch vermischt zum Räuchern zu verwenden.
Was man sich von den geweihten Kräutern versprach
Die gesegneten Kräuter sollen die Familie und ihr Vieh – so der Volksglaube – das gesamte Jahr über vor Unheil, Krankheit und Verzauberung schützen, den Hof vor Blitzschlag bewahren, das Eheglück fördern oder für Kindersegen sorgen. Viele Menschen werfen bei Unwetter einige der getrockneten Blätter ins Herdfeuer oder zerreiben sie zwischen den Fingern.
Wunderschöne Kräuterbuschen der Servus-Gemeinde
Unsere Leserinnen und Leser haben uns auf Facebook Bilder ihrer schönsten Kräuterbuschen geschickt. Lassen Sie sich für Ihre Bündel inspirieren.
Das könnte Sie auch interessieren:
15x nach Hause bekommen & nur 12x bezahlen
Wunsch-Startdatum wählen & kostenlos nach Hause liefern lassen
Mindestlaufzeit: 12 Ausgaben, Erscheinungsweise: 12x im Jahr
Jederzeit mit 4-wöchiger Frist zum Monatsende schriftlich kündbar (nach Mindestlaufzeit).