Himbeeren pflanzen und pflegen – was die beliebte Gartenbeere wirklich braucht
Im Pinzgau heißt sie Imbee, im Lungau Humbee – und überall in Österreich ist sie im Garten beliebt. Was die Himbeere wirklich braucht, damit die Ernte reichlich ausfällt.
1. Himbeere im Kurzporträt
Auch wenn man sie täglich als „Beere“ bezeichnet: Botanisch ist die Himbeere eine Sammelsteinfrucht. Die wildrosenartigen Schalenblüten verraten die Verwandtschaft mit den Rosengewächsen – zur selben Familie gehört auch die Brombeere.
Botanischer Name | Rubus idaeus |
Familie | Rosengewächse (Rosaceae) |
Regionale Namen | Imbee (Pinzgau), Humbee (Lungau), Moiba |
Namensherkunft | Vom althochdeutschen hintperi – „Beere der Hirschkuh“ |
Botanische Besonderheit | Keine Beere, sondern eine Sammelsteinfrucht |
Sorten | Sommer- und herbsttragende Sorten |
2. Welchen Standort und Boden braucht die Himbeere?
Die Himbeere hat von allen Beerensträuchern am meisten ihren Wald-Charakter beibehalten. In der Natur findet man sie an sonnigen und halbsonnigen Gehölzrändern – und genau das braucht sie auch im Garten.
Was der Boden mitbringen sollte:
Leicht sauer
Humusreich und nährstoffreich
Gut wasserdurchlässig
Reich an organischem Material
Kann der eigene Gartenboden das nicht von Natur aus leisten, hilft man nach: Pflanzlöcher großzügig ausheben und neben Gartenerde ordentlich Kompost und Hornspäne einarbeiten – auf dass der Strauch bei der Nährstoffversorgung aus dem Vollen schöpfen kann.
3. Sommer- oder Herbsthimbeere – welche Sorte passt?
Bei Himbeeren unterscheidet man zwischen Sommersorten, die im Juni und Juli reifen, und Herbstsorten, die von August bis Oktober tragen.
Sommersorten fruchten an den Ruten, die sich im vorangegangenen Jahr gebildet haben. Bewährte Sorten sind „Rubaca“ und „Willamette“ – sowie „Winklers Sämling“, der einen besonders ausgeprägten Waldhimbeergeschmack hat.
Herbstsorten tragen an den neugebildeten, diesjährigen Ruten. Sie haben eine längere Erntezeit – und einen praktischen Vorteil: In ihren Früchten finden sich bedeutend seltener Würmer. Bekannte Herbstsorten sind „Autumn Bliss“ und „Immertragend von Feldbrunn“. Wer es etwas außergewöhnlicher mag: „Fallgold“ trägt gelbfrüchtig.
4. Himbeeren pflanzen – so geht’s
Beerensträucher setzt man am besten im Frühling oder Herbst. Zeiten trockener Hitze und Frostperioden eignen sich nicht dafür.
Vorbereitung: Vor dem Einsetzen den Wurzelballen ein bis zwei Stunden wässern – so kommt die Pflanze vollgesaugt mit Feuchtigkeit in den Boden.
Pflanzloch: Großzügig ausheben und die Erde mit Kompost und Hornspänen anreichern.
Pflanzabstand: Bei Himbeeren reicht ein Abstand von einem halben Meter.
Jährliches Düngen: Einmal im Jahr eine Gabe Kompost und Hornspäne.
5. Himbeeren richtig pflegen
Himbeeren sind Flachwurzler – ihre Wurzeln verlaufen nur knapp unter der Erdoberfläche. Das hat zwei direkte Konsequenzen für die tägliche Pflege.
Beim Unkrautjäten ist Feingefühl gefragt. Wer rund um die Sträucher wie wild im Boden herumhackt, verletzt mit Sicherheit Wurzeln. Also: nur flach und vorsichtig arbeiten.
Nach dem Jäten lohnt sich eine Mulchschicht aus Stroh, trockenem Rasenschnitt oder Häckselgut. Sie hält die Feuchtigkeit im Boden – was Flachwurzler wie die Himbeere besonders schätzen.
Außerdem: Regelmäßiges Gießen tut Himbeeren gut – besonders natürlich in der Zeit, in der sie blühen und Früchte ansetzen.
6. Himbeeren schneiden: Sommer- und Herbstsorten im Vergleich
Haben sich die Sträucher einmal etabliert, sind sie robuste Gewächse – profitieren aber enorm von einem jährlichen Schnitt. Er ist es, der sie vital hält. Wie man dabei vorgeht, hängt von der Sorte ab.
Herbsthimbeeren (z. B. „Autumn Bliss“, „Fallgold“) Weil Herbsthimbeeren ihre Früchte stets an den neuen Trieben bilden, schneidet man all ihre alten, abgetragenen Triebe – oder Ruten, wie's unter Beeren-Auskenner:innen heißt – im Spätherbst bodennah ab und deckt sie gegen Austrocknung mit Laub ab.
Sommerhimbeeren (z. B. „Willamette“, „Winklers Sämling“) Bei Sommersorten entfernt man die abgetragenen Ruten gleich nach der Ernte. Einige der Jungtriebe lässt man stehen und bindet sie an Rankgerüste – besonders bei Sommerhimbeeren mit ihren überhängenden Ruten ist das unerlässlich.
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