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Handwerk

Keramik aus dem Burgenland: Über Ton mit Funktion

Grundvoraussetzung für gutes Handwerk sind die Basisausbildung und ein Gefühl für Ästhetik, findet Maria Binder, die mit Herbert Bock hinter Bock-Keramik steht. Ihre Töpfe und Gartenkeramik sind nicht reine Dekoration, sie erfüllen eine Funktion.

Maria Binder und Herbert Bock zeigen ihre Rosenkugeln, Handwerk, Servus
Foto: Doris Himmelbauer
Maria Binder und Herbert Bock von Bock-Keramik.

Ein alter Stall im südlichen Burgenland. Wo einst Kühe gemächlich ihr Heu kauten, dreht sich heute die Töpferscheibe, bullert der Ofen und wird ebenso Schönes wie Nützliches aus Ton gebrannt. „Die Basis unserer Arbeit war immer schon die Benutzbarkeit, die tägliche Gebrauchskeramik“, erzählt Maria Binder.

„Wir möchten Stücke produzieren, die Schönheit und Qualität in den Alltag bringen und eine Funktion erfüllen, ohne 'Deko' zu sein. Sinn und Funktion unserer Produkte müssen immer gegeben sein.“

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Gemeinsam mit Herbert Bock betreibt sie Bock-Keramik, seit 1997 arbeiten die beiden im südburgenländischen Bernstein zusammen. Kennengelernt haben sie sich aber schon viel früher, in der Fachschule für Keramik und Ofenbau in Stoob, wo sie ihren Abschluss als Gesellen für Keramiker, Hafner und Fliesenleger machten. Herbert war danach noch zwei Jahre in der Meisterklasse der Ortweinschule in Graz.

Servus Mondpost
Bock-Keramik aus dem Burgenland. (Fotos © Doris Himmelbauer)
Ton ist ein tolles Material, weil es so vielfältig zu verwenden ist und das Arbeiten in alle Richtungen und in allen Stilen erlaubt.
Maria Binder, Bock-Keramik

Was den Stoober Ton so besonders macht

Durch die Hände der beiden Keramiker geht fast immer Stoober Ton, der aus einem Abbaugebiet im Mittelburgenland stammt. Genauer gesagt, aus einem eiszeitlichen Flussbett, in dem sich vor Jahrtausenden besonders feine Lehmteilchen in den Niederungen absetzten. „Ton ist ein tolles Material, weil es so vielfältig zu verwenden ist und das Arbeiten in alle Richtungen und in allen Stilen erlaubt“, findet Maria Binder. Und das Beste am Stoober Ton? „Dass man ihn genauso verarbeiten kann, wie er ist – er braucht keine Zusätze. Es gibt ihn in einem etwas langweiligem Hellbraun, aber auch in einem wunderbaren, satten dunkel- und terrakottarot. Das kommt vom hohen Eisengehalt im Sediment“, erklärt Maria Binder.

Von der Tonkugel zur Rosenkugel. (Fotos © Doris Himmelbauer)

Englische Gartenkeramik und Schönes für drinnen

Aus ihm fertigt sie zum Beispiel die Rankspitzen, mit denen sich im Handumdrehen eine simple Rankhilfe für Kletterpflanzen bauen lässt. Die Idee dazu kam Maria Binder aus einem alten Gartenbuch. Überhaupt sind sie und Herbert in den vergangenen Jahren immer mehr zur Gartenkeramik gekommen, inspiriert durch alte Bücher und die englische Gartenkeramik. „Ich bin sehr neugierig und probiere viel aus. Die alte englische Gartenkeramik fasziniert mich, es ist eine ganz andere Kultur als bei uns.“

Was Maria daran gefällt, ist vor allem auch die Funktionalität. Es interessiert sie, warum sich Formen in einer gewissen Weise entwickelt haben. Rosen zum Beispiel sind Tiefwurzler und brauchen entsprechend hohe Gefäße. Flachwurzler wiederum setzt man in schalenförmige Gefäße. Die Palette von Bock-Keramik umfasst außerdem Rosenkugeln, Wasserspender aus Ton, sowie eine Handgetöpferte Back- und Auflaufform für die Küche.

Indirekt von der Natur inspiriert sind auch die Weihrauchbrenner, die das ganze Jahr über und besonders zu Ostern und Weihnachten zum Verräuchern von Harzen, Blüten und Kräutern verwendet werden.

Experimente mit Musterwalzen und Glasuren

Ein spezielles Lieblingsprodukt hat die Keramikerin nicht. Besondere Freude hat sie, wenn sie ein Produkt entwickelt und die Umsetzung der Idee funktioniert hat, das fertige Stück sozusagen „geboren“ wird. Dazu experimentiert sie gerne mit neuen Glasuren und Musterwalzen. Oder jemand seine Rosenkugeln im Garten überwintern lässt – schließlich sind sie wichtige Nützlingsbehausungen. Und Ton ist sowieso ideal für den Gebrauch draußen: Nach dem Trocknen, Vorbrennen und der Glasur nimmt das Material nach einer weiteren Runde im Ofen bei 1120 ° C nämlich kein Wasser mehr auf und wird somit wasserdicht und frostfrei.

Bock-Keramik
Foto: Doris Himmelbauer
Rosenkugeln und Rankspitzen von Bock-Keramik aus dem Burgenland
Aber das ist ja das schöne am Ton – jeder findet sein Tempo und seine Ausdrucksweise.
Maria Binder, Bock-Keramik

Und dann fällt Maria Binder noch etwas ein, das den Ton als Arbeitsmaterial auszeichnet. „Ich persönlich mag das Töpfern, weil es so schnell geht. Herbert ist da viel geduldiger, er kann ein bis zwei Wochen an einem Stück sitzen. Aber das ist ja das schöne am Ton – jeder findet sein Tempo und seine Ausdrucksweise.“

Gut zu wissen: Schöne und funktionale Keramik von Maria Binder und Herbert Bock finden Sie direkt in unserem Online-Shop Servus am Marktplatz.

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