Wildtiere füttern: Was erlaubt ist und was schadet
Wenn es draußen kalt wird, wächst der Wunsch zu helfen. Doch was tut Wildtieren wirklich gut – und was schadet mehr als es nützt? Vom Eichhörnchen bis zum Igel: Hier steht, was Sie wissen sollten.
Wildtiere füttern – was Sie wissen sollten:
1. Was Eichhörnchen wirklich brauchen
Wer im Herbst Nüsse und Eicheln gesammelt hat, um damit im Winter die Eichhörnchen zu füttern – das ist gut gemeint und auch nicht schädlich. Nötig ist es aber nicht. Noch besser wäre es, im Herbst nicht alle Nüsse und nicht das gesamte Obst zu ernten – einfach genug übrig lassen.
Auch ein Komposthaufen im eigenen Garten dient als natürliche Futterquelle, wo Sie die Tiere beim Fressen beobachten können.
2. Darf man Igel füttern?
Igel sind Wildtiere und suchen ihr Futter selbst. Wer sie regelmäßig füttert, riskiert, dass sie auf den Winterschlaf „vergessen“ – das kann im schlimmsten Fall lebensbedrohlich werden.
Ausnahme: Wiegt ein Igel im Spätherbst weniger als 500 Gramm oder wacht er zu früh aus dem Winterschlaf auf, ist Hilfe sinnvoll. In diesem Fall empfiehlt sich der Rat einer Igelstation. Geeignet sind:
Katzenfutter
Wasser
Wichtig: Keine Milch – sie ist für Igel nicht geeignet.
3. Darf man Rehe und Hirsche im Wald füttern?
Nein. Rehe und Hirsche halten im Winter eine Art Winterruhe: Sie verlangsamen ihre Aktivität bewusst, um Energie zu sparen. Wer sie füttert oder aufschreckt, stört diesen natürlichen Rhythmus. Im Wald gilt deshalb: leise sein, Abstand halten, nicht füttern.
Wer Wildtiere aus der Nähe beobachten und füttern möchte, findet in speziellen Wildparks die richtige Möglichkeit – dort geschieht es nach Anleitung.
4. Wann und wie viel sollte man Vögel füttern?
Amsel, Meise und Spatz am Vogelrestaurant auf Balkon oder Garten zuzuschauen macht Freude. Dennoch gilt: Weniger ist oft mehr. Die Tiere sollten sich nicht vollständig auf das Angebot verlassen können.
Ob Füttern sinnvoll ist, hängt auch vom Standort ab:
Standort | Empfehlung |
|---|---|
Großstadt | Füttern sinnvoll – weniger natürliche Nahrungsquellen vorhanden |
Ländliche Gegend mit Bäumen und Wiesen | Füttern vor allem dann, wenn der Boden gefroren ist |
Tipp: So können Sie ein Fettfutter für Vögel selber machen.
5. Wie Wildtiere im Garten natürliche Nahrung finden
Wer im Herbst nicht alle Nüsse und nicht das gesamte Obst erntet, schafft natürliche Futterquellen für Eichhörnchen und andere Gartenbewohner. Das ist wirksamer als nachträgliches Füttern.
Auch ein Komposthaufen im Garten dient als natürliche Futterquelle – und bietet gleichzeitig die Möglichkeit, Tiere beim Fressen zu beobachten.
6. Warum können Tiere Winterschlaf halten?
Echte Winterschläfer senken ihre Körpertemperatur im Schlaf stark ab. Das Herz schlägt dabei zehnmal langsamer als normal.
Außerdem können sie Atempausen einlegen, die bis zu einer Stunde dauern. So sparen sie Energie und überstehen die Kältemonate.
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