Einen Gartenteich anlegen – Standort, Planung und Bau
Einen Gartenteich anzulegen gilt als Königsdisziplin der Gartengestaltung. Das Planen und Graben lohnt sich: So ein kleines Wasserreich ist Lebensraum für Frösche, Libellen und Pflanzen zugleich.
Tipp: Wer jetzt plant, baut im Frühling
Der Garten schläft, die Ideen nicht. Herbst und Winter sind genau die richtige Zeit, um in Ruhe zu überlegen: Wo soll das Wasser liegen? Wie groß darf es sein? Wer im April mit Schaufel und Folie loslegen möchte, tut gut daran in den ruhigen Wochen des Jahres Standort, Größe und Budget festzulegen.
- 1. Warum sich ein Gartenteich lohnt
- 2. Den richtigen Standort wählen
- 3. Wie groß soll der Teich sein?
- 4. Tiefenzonen: das Herz des Teiches
- 5. Schritt für Schritt: einen Gartenteich anlegen
- 6. Teichfolie und Materialien
- 7. Technik am Teich: wie viel ist wirklich nötig?
- 8. Was ein Gartenteich kostet
- Häufig gestellte Fragen zum Gartenteich anlegen
1. Warum sich ein Gartenteich lohnt
Der Gartenteich ist eine eigene Welt im Garten – er ist ein Ort an dem sich Frösche, Libellen und gegebenenfalls auch Fische wohlfühlen. Zudem ist er ein Platz zum Entspannen. Einen Teich anzulegen gilt als die Königsdisziplin der Gartengestaltung.
Das viele Planen und Graben lohnt sich aber: So ein kleines Wasserreich ist nicht nur eine Augenweide, sondern auch ein wichtiger Lebensraum für Pflanzen und Tiere in jedem Garten.
Gartengestalter Klaus Moser aus dem Mostviertel beschreibt es so: „Dem Plätschern des Wassers zuhören, seine erfrischende Kühle zu fühlen, Tiere und Pflanzen zu beobachten – der Gartenteich ist eine Einladung an alle Sinne.“
2. Den richtigen Standort wählen
Der Standort entscheidet über Pflegeaufwand und Wohlbefinden des Teiches. Als Standort empfiehlt sich eine ruhige Stelle im Garten, möglichst nicht direkt beim Haus.
Merkmal | Empfehlung |
|---|---|
Lage | Ruhig, nicht direkt beim Haus |
Ufer | Großteils gut begehbar |
Sonne | 5 Stunden pro Sommertag |
Bäume in der Nähe | Vermeiden – Laub und Wurzeln |
3. Wie groß soll der Teich sein?
Grundsätzlich gilt: je größer, desto besser. Große Teiche wirken natürlicher, und in ihnen stellt sich nicht nur rascher ein ökologisches Gleichgewicht ein, es bleibt auch stabiler
Naturteich: Mindestens 40 m² empfiehlt Klaus Moser. Kleiner geht es zwar auch – dann ist die Wassertiefe wichtig, damit sich der Teich nicht zu schnell erwärmt und zu kippen droht.
Kleiner Folienteich: Die Gesamtfläche einer Wasserwelt mit Ufer- und Sumpfzone beträgt ca. 12 bis 15 Quadratmeter.
Schwimmteich: Mindestens 100 m² – weil nicht nur der Schwimmbereich, sondern auch eine eigene Zone untergebracht werden muss, in der Pflanzen für die natürliche Reinigung des Wassers sorgen.
4. Tiefenzonen: das Herz des Teiches
Unterschiedliche Tiefenzonen sind Voraussetzung für ein ökologisches Gleichgewicht. Ein ökologisch intakter Teich wird in drei Zonen unterteilt – jede mit eigener Bepflanzung und eigenem Lebensraum:
Zone | Tiefe | Anteil an der Gesamtfläche |
|---|---|---|
Sumpfzone | 0–20 cm | ca. 50 % |
Flachwasserzone | 20–50 cm | ca. 30 % |
Tiefwasserzone | 50–100 cm | ca. 20 % |
Bei 2,5 Meter Tiefe ist eine frostfreie Überwinterungszone für die Tiere gesichert.
5. Schritt für Schritt: einen Gartenteich anlegen
Teichform festlegen Die Teichform soll möglichst natürlich verlaufen, also nicht eckig und symmetrisch, sondern frei geschwungen. Den Umriss des Teiches mit einer gut sichtbaren Schnur oder einem Schlauch markieren, dazu Holzpflöcke in den Boden schlagen und die Schnur herumführen.
Teich ausheben Zone für Zone tiefer graben: Sumpfzone 0–20 cm (ca. 50 % der Fläche), Flachwasserzone 20–50 cm (ca. 30 %) und Tiefwasserzone 50–100 cm (ca. 20 %). Jede Stufenkante verlaufend graben, die Zonen 10–15 cm tiefer ausheben, um Platz für Sand und Kies zu schaffen.
Aufschütten und Teichfolie berechnen Steine und Wurzeln entfernen, eine ca. 5 cm dicke Sandschicht ausbringen und festklopfen. Den Teich mit einem Maßband auslegen: längste Stelle mal breiteste Stelle (plus jeweils 40 cm Übermaß an allen Seiten) ergibt die benötigte Fläche an Teichfolie.
Schutzvlies und Folie auslegen Das Vlies auslegen und außerhalb des Teiches mit Steinen beschweren, damit es nicht verrutscht. Die gefaltete Teichfolie an die tiefste Stelle legen und von dort aus nach allen Seiten ausfalten. Sonnenschein erwärmt die Folie, sie wird weicher und passt sich gut dem Untergrund an. Überstände noch nicht abschneiden.
Wasser einfüllen und Kapillarsperre anbringen Den Teichgrund ca. 5 cm hoch mit Kies bedecken und zunächst nur die tiefste Zone befüllen, Stufe für Stufe. Am Teichrand die Folie senkrecht aufrichten (ca. 15 cm hoch) und mit Steinen befestigen, damit das Teichwasser nicht durch die umgebende Erde abgesaugt wird.
Bepflanzen und Teichrand ausgestalten Pflanzen in nährstoffarme Teicherde in Gitterkörbe setzen und diese in die passenden Zonen absenken. Körbe verhindern üppiges Wuchern, wozu manche Wasserpflanzen neigen. Die noch sichtbare Folie vorerst mit grobem Kies abdecken. Überstehende Folie am Rand wird erst nach einem Jahr, wenn sich der Teich „gesetzt" hat, bodengleich abgeschnitten.
6. Teichfolie und Materialien
Die Basis eines kleinen Gartenteichs ist die Folie. Es gibt sie aus PVC und aus EPDM-Kautschuk. Die Wahl lohnt sich zu überdenken:
PVC-Folie: Kostengünstiger in der Anschaffung.
EPDM-Kautschuk: Zwar teurer, aber frei von Weichmachern und Schwermetallen, zudem elastisch sowie robust – und deshalb eher zu empfehlen.
Für das Pflanzsubstrat gilt: Magere, nährstoffarme Erde eignet sich am besten – normale Gartenerde ist viel zu nährstoffreich. Eine gute Mischung: zwei Drittel Schotter mit einem Drittel Teichpflanzenerde. Nicht in reinen Kies oder Schotter pflanzen – dort fehlen Nährstoffe, die Pflanzen wachsen nicht an.
7. Technik am Teich: wie viel ist wirklich nötig?
Weniger ist mehr. Früher galt die Regel: Je mehr Wasser im Teich umgewälzt wird, umso besser. Heute weiß man, dass das Gegenteil der Fall ist. Eine rasche Umwälzung hat keinerlei Reinigungseffekt, weil die natürliche Wasserreinigung, die in jedem intakten Teich stattfindet, dadurch gestört wird.
Ab etwa 10 m² (ohne Fischbestand) braucht ein ökologisch stabiler Teich keine ausgeklügelte Technik. Wasserpflanzen und Mikroorganismen bauen Nährstoffüberschüsse ab und halten das Algenwachstum in Schach.
Pumpen kommen allenfalls dann zum Einsatz, wenn Wasser von A nach B verbracht werden soll – etwa für einen Quellstein oder einen Bachlauf. Die eleganteste Lösung sind Solarpumpen, die allerdings auf ausreichend schönes Wetter angewiesen sind.
8. Was ein Gartenteich kostet
Das Budget für Folie, Vlies und Bepflanzung sollte man nicht zu knapp bemessen – hier macht sich Qualität bezahlt. Für einen ca. 10 bis 15 Quadratmeter großen Teich in Eigenbau muss man mit Materialkosten ab etwa 1.000 Euro rechnen.
So lässt sich sparen:
Wer selbst gräbt, spart viel. Für den Aushub kann man sich im Fachhandel Geräte und Fahrzeuge ausborgen.
Noch mehr spart, wer gute, tatkräftige Freunde hat.
Die Kosten hängen von vielen Faktoren ab – von der Zufahrtsmöglichkeit bis zu den regelmäßigen Wartungsarbeiten.
Häufig gestellte Fragen zum Gartenteich anlegen
Braucht ein Gartenteich eine Pumpe?
Früher galt die Regel: Je mehr Wasser im Teich umgewälzt wird, umso besser. Heute weiß man, dass das Gegenteil der Fall ist – eine rasche Umwälzung hat keinerlei Reinigungseffekt, weil die natürliche Wasserreinigung dadurch gestört wird. Ein ökologisch stabiler Gartenteich ab etwa 10 Quadratmeter (ohne Fischbestand) braucht keine ausgeklügelte Technik. Wasserpflanzen und Mikroorganismen bauen Nährstoffüberschüsse ab und halten das Algenwachstum in Schach.
Welche Teichfolie ist besser – PVC oder EPDM?
Die Basis eines kleinen Gartenteichs ist die Folie. Es gibt sie aus PVC und aus EPDM-Kautschuk. Letzterer ist zwar teurer, aber frei von Weichmachern und Schwermetallen, zudem elastisch sowie robust – und deshalb eher zu empfehlen.
Wie groß muss ein Gartenteich mindestens sein?
Grundsätzlich gilt: je größer, desto natürlicher. Große Teiche wirken natürlicher, und in ihnen stellt sich nicht nur rascher ein ökologisches Gleichgewicht ein, es bleibt auch stabiler. Gartengestalter Klaus Moser gibt eine klare Orientierung: „Dafür sollte man schon 40 Quadratmeter Fläche zur Verfügung haben." Kleiner geht es zwar auch – dann ist die Wassertiefe wichtig, damit sich der Teich nicht zu schnell erwärmt und zu kippen droht.
Was kostet ein Gartenteich im Eigenbau?
Das Budget für Folie, Vlies und Bepflanzung sollte man nicht zu knapp bemessen – hier macht sich Qualität bezahlt. Für einen ca. 10 bis 15 Quadratmeter großen Teich in Eigenbau muss man mit Materialkosten ab etwa 1.000 Euro rechnen. Wer selbst gräbt, kann viel Geld sparen – für den Aushub kann man sich im Fachhandel Geräte und Fahrzeuge ausborgen.
Wie lange dauert es, bis sich ein Gartenteich eingespielt hat?
Einmal eingespielt, kommt der Teich gut allein zurecht – an Pflege gibt es wenig zu tun. Bei lang anhaltender Trockenheit muss gelegentlich Wasser nachgefüllt werden, im Frühling schneidet man Abgestorbenes aus der Bepflanzung. Die Teichfolie braucht sogar noch etwas länger: Überstehende Folie am Rand wird erst nach einem Jahr, wenn sich der Teich „gesetzt" hat, bodengleich abgeschnitten.
Das könnte Sie auch interessieren:
15x nach Hause bekommen & nur 12x bezahlen
Wunsch-Startdatum wählen & kostenlos nach Hause liefern lassen
Mindestlaufzeit: 12 Ausgaben, Erscheinungsweise: 12x im Jahr
Jederzeit mit 4-wöchiger Frist zum Monatsende schriftlich kündbar (nach Mindestlaufzeit).