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Garten

Johanniskraut im Porträt: Merkmale, Standort und Sammelzeit

Rund um Johanni (24. Juni) beginnt die Sammelzeit des Echten Johanniskrauts. Alles über Merkmale, Standort und die richtige Ernte des traditionsreichen Heilkräutleins.

Johanniskraut, Porträt, Gartenwissen
Foto: Angelika Jakob
Johanniskraut ist an seinen leuchtend gelben Blüten zu erkennen, die zur Zeit der Sommersonnenwende in voller Pracht stehen.

1. Johanniskraut im Kurzporträt

Merkmal

Beschreibung

Botanischer Name

Hypericum perforatum

Familie

Johanniskrautgewächse (Hypericaceae)

Wuchshöhe

Bis 60 cm

Blütezeit

Juni bis August

Blütenfarbe

Leuchtend gelb

Stängel

Zweikantig – wichtiges Erkennungsmerkmal

Blätter

Gegenständig, mit durchscheinenden Punkten (Öldrüsen)

Vorkommen

Trockene, warme Waldränder, Gebüschsäume, Magerweiden – verbreitet in ganz Bayern und Österreich

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2. Woran erkennt man das Echte Johanniskraut?

Weltweit gibt es rund 400 Hypericum-Arten. In heimischen Wiesen und an Wegrändern wachsen oft mehrere Arten nebeneinander – doch nicht alle sind medizinisch gleich wertvoll. Das Echte Johanniskraut, auch Tüpfel-Johanniskraut genannt, lässt sich mit zwei einfachen Tests sicher bestimmen:

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  • Der Fingertest: Zerreibt man eine Blüte oder Knospe zwischen den Fingern, färbt das darin enthaltene Sekret Hypericin die Fingerkuppen dunkelrot. Je kräftiger die Färbung, desto mehr Wirkstoff ist enthalten.

  • Der Stängeltest: Das Echte Johanniskraut ist die einzige Art mit einem zweikantigen Stängel.

  • Der Lichttest: Hält man ein Blatt gegen das Licht, zeigen sich runde, helle Bläschen – das sind die Öldrüsen, in denen das Hypericin sitzt.

Die Johanniskrautpflanze in ihrer ganzen Vielfalt – von der kräftigen Wurzel bis zur sonnengelben Blüte, die seit jeher als Symbol für Licht und Lebenskraft gilt.

3. Wo wächst Johanniskraut?

Johanniskraut liebt es warm und sonnig. Es wächst bevorzugt an trockenen Waldrändern, Gebüschsäumen und Magerweiden. Die Pflanze ist in ganz Bayern und Österreich weit verbreitet und blüht genau dann, wenn die Sonne am höchsten steht – rund um die Sommersonnenwende am 21. Juni.

4. Kann man Johanniskraut auch im eigenen Garten anbauen?

Johanniskraut wächst nicht nur wild, sondern auch gut im eigenen Garten. Wer es selbst kultiviert, hat gegenüber dem Wildsammeln einen klaren Vorteil: Die Blüten öffnen sich nacheinander über viele Wochen. So lässt sich an jedem trockenen Tag etwas ernten, ohne erst unter den vielen Johanniskraut-Arten die richtige suchen zu müssen. Wer die Pflanze als Heilkraut nutzen möchte, achtet auf den botanischen Namen: Nur Hypericum perforatum ist das echte Johanniskraut.

  • Aussaat: Johanniskraut ist ein Lichtkeimer. Die Samen daher einfach zwischen März und April leicht auf die Erde drücken, nicht eingraben. Pro Quadratmeter nicht mehr als 10 Pflanzen. Wichtig ist, Johanniskraut an einem geeigneten Platz zu setzen, da es sich je nach Art auch selbst aussäen und ausbreiten kann.

  • Pflege: Johanniskraut ist sehr pflegeleicht. Gießen Sie die Pflanze nur bei längerer Trockenheit, denn Staunässe verträgt Johanniskraut nicht gut. Ein Rückschnitt im Frühjahr fördert einen kräftigen Neuaustrieb und eine reiche Blüte. Düngen ist meist kaum notwendig – etwas Kompost im Frühjahr reicht in der Regel aus.

5. Wann ist die beste Sammelzeit für Johanniskraut?

Die traditionelle Sammelzeit für Johanniskraut beginnt rund um die Sommersonnenwende (21. Juni) und Johanni (24. Juni) und dauert bis in den August. Gesammelt werden frische Blüten und Knospen – am besten bei trockenem, sonnigem Wetter.

Johanniskraut richtig sammeln

Blüten und Knospen

Wann?

Ab der Sommersonnenwende (21. Juni) bis August

Bei welchem Wetter?

Trocken, sonnig

Wie erkennt man gute Qualität?

Finger färben sich dunkelrot beim Zerreiben

  • Ein alter Grundsatz aus der Volksheilkunde gilt auch heute noch: Nur bei trockenem Wetter gesammelte Blüten und Knospen eignen sich für Ölauszüge und Tinkturen. Feuchtes Erntegut kann den Auszug trüben oder zum Schimmeln bringen.

6. Was steckt im Namen? Volksnamen und Geschichte

Die vielen Volksnamen des Johanniskrauts erzählen mehr über diese Pflanze als mancher Botaniktext: Blutkraut, Elfenblutkraut, Johannisblut, Herrgottsblut, Sonnwendkraut, Teufelsbanner, Teufelsflucht – all das ist dasselbe Kraut.

  • Der rote Farbstoff, der sich beim Zerreiben der Blüten zeigt, hat die Menschen seit jeher fasziniert und beeindruckt. Pflanzen, die rund um den 21. Juni zu blühen beginnen, galten bei Kelten und Germanen als zauberkräftig. Das Sonnwendfest war ursprünglich dem Sonnengott Belenos geweiht, bevor es von christlichen Missionaren dem heiligen Johannes dem Täufer zugeordnet wurde – so kam die Pflanze zu ihrem heutigen Namen.

  • Das Johanniskraut begleitet die Menschen seit der Antike. Der griechische Arzt Dioskurides empfahl die reife Frucht gegen Ischias und den Johanniskraut-Umschlag gegen Brandwunden.

    Für Paracelsus war es das Wundkraut schlechthin: „Seine Tugend kann gar nicht beschrieben werden, wie groß sie eigentlich ist“, soll er geschrieben haben. Er schätzte es als Wundheilmittel, aber auch als Kraut gegen die sogenannten „Phantasmata“ – bedrohliche innere Bilder im Kopf. Den botanischen Namen Hypericum – aus dem Griechischen: hyper für „über“ und eikon für „Bild“ – deutete er genau in diesem Sinn.

Auch der alte Eggerbauer aus Unken, der als Landwirt die Natur im Jahreskreis genau beobachtete, war überzeugt: „Es ist das Heilkraut Nummer eins.“

Es ist das Heilkraut Nummer eins.
Eggerbauer aus Unken

7. Johanniskraut selbst verarbeiten

Wer jetzt weiß, wie man Johanniskraut erkennt und wann man es erntet, kann gleich den nächsten Schritt gehen. Ob als dunkelrotes Öl, aromatischer Tee, Tinktur oder Likör – die Verarbeitungsmöglichkeiten sind überraschend vielfältig.

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