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Garten

Quittenbaum pflanzen: Standort, Sorten und der richtige Erntezeitpunkt

Kein anderes Obst duftet wie die Quitte, wenn sie goldgelb am Baum hängt. Einst in fast jedem Garten zu Hause, findet sie heute wieder mehr Freunde. Was sie braucht, welche Sorten es gibt und wann sie geerntet wird.

Reife Quitten auf dunklem Holz: gelb-grüne Früchte, weiße Schüssel, Leinentuch und frische Blätter
Foto: Eisenhut & Mayer
Die Quitte zählt botanisch zu den Rosengewächsen.

1. Quitte im Kurzporträt

Quitten gehören wie Äpfel und Birnen zum Kernobst und sind eng mit beiden verwandt – sie bilden aber eine eigene Gattung innerhalb der Familie der Rosengewächse. Sie zählen zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt.

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Botanischer Name

Cydonia oblonga

Familie

Rosengewächse (Rosaceae)

Andere Namen

Wollapfel, Schmeckbirne, Kretischer Apfel, Apfel der Aphrodite

Herkunft

Kaukasus, Nordiran

Sorten

Apfelquitte, Birnenquitte (weltweit ca. 700, hierzulande ca. 200)

Blütezeit

Mai bis Juni

Wuchs

4 bis 8 Meter hoch, buschiges Gehölz

Erntezeit

Ende September bis November

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2. Geschichte: Von der Antike in den modernen Obstgarten

Vor rund 4.000 Jahren wuchsen die ersten wilden Quittenbäume zwischen Schwarzem Meer und Kaspischem Meer – heute gedeiht die goldgelbe Frucht auf allen fünf Kontinenten. In der griechischen Mythologie soll der berühmte Zankapfel, um den sich die Göttinnen Hera, Athene und Aphrodite stritten, keine Apfel-, sondern eine Quittenfrucht gewesen sein. Die Römer brachten sie nach Südeuropa; Karl der Große erließ im späten 8. Jahrhundert die Verordnung, Quitten in seinem Reich zu pflanzen.

Bis ins 19. Jahrhundert war die Quitte in fast jedem Garten zu finden. Dann überholten Apfel und Birne ihre wilde Artverwandte im Eiltempo – die leuchtend gelbe Frucht geriet in Vergessenheit. Seit ein paar Jahren wird sie neu entdeckt, auch Dichterfürst Goethe war bekennender Quittenliebhaber.

3. Apfelquitte oder Birnenquitte – welche Sorte passt?

Weltweit existieren rund 700 Quittensorten, hierzulande sind etwa 200 bekannt. Grundsätzlich unterscheidet man zwei Formen – wobei sich die Namen auf die Form der Früchte beziehen, nicht auf den Geschmack:

Apfelquitte

Birnenquitte

Fruchtfleisch

Hart

Weich, saftreicher

Aroma

Sehr aromatisch

Milder

Am besten für

Saft, Kompott; für Gelee gemischt mit Birnenquitte

Etwas einfacher zu schälen und zu schneiden; gut für Gelee

Hierzulande beliebte Sorten:

  • Konstantinopeler – Apfelquitte

  • Bereczki – Birnenquitte, ungarisch

  • Vranja – Birnenquitte, serbisch

4. Welchen Standort braucht die Quitte?

Die Quitte liebt Wärme. Als Hauptanbaugebiete gelten die sonnige Steiermark sowie die fränkische Weingegend in Bayern. Im eigenen Garten braucht sie:

  • Lage: Warm und windgeschützt – die Quitte ist nicht ganz so frostfest wie andere heimische Obstgehölze

  • Boden: Nährstoffreich, locker, mäßig feucht; sie gedeiht aber auch auf mageren und trockenen Böden

  • Was sie nicht verträgt: Staunässe – und Kalk, der mit der Zeit zu gelben Blättern führt

Ansonsten ist sie wenig anspruchsvoll. Von Mai bis Juni zeigt der Baum große weiß-rosa Blüten. Das buschige Gehölz mit seiner Höhe von 4 bis 8 Metern ist auch außerhalb der Erntezeit eine prächtige Erscheinung im Garten.

5. Wann und wie pflanzt man einen Quittenbaum?

  • Ideale Pflanzzeit: Herbst

  • Milde Regionen: Pflanzung bis in den November möglich

  • Raue Lagen: Das Frühjahr ist die bessere Pflanzzeit

  • Standort: Windgeschützt, warm, tiefgründiger Boden – auch magere Böden sind möglich

Ein alter Brauch: Bei Hochzeiten wurde ein Quittenbaum gepflanzt. Die Quitte stand seit der Antike für Glück, Liebe, Fruchtbarkeit und Beständigkeit – und ein gut gepflegter Quittenbaum trägt über Generationen Früchte.

6. Wann werden Quitten geerntet?

Die Erntezeit beginnt je nach Sorte Ende September und dauert bis November. Die Quitte gehört damit zu den letzten Obstsorten der Saison.

So erkennt man den richtigen Erntezeitpunkt:

  • Die Früchte färben sich von Grün nach leuchtendem Gelb

  • Sobald sie vollständig ausgefärbt sind, ist der ideale Moment: Der Pektingehalt ist dann am höchsten, die Früchte halten am längsten

  • Die Ernte sollte vor dem ersten Frost abgeschlossen sein – Frost lässt das Aroma verloren gehen

Den unverwechselbaren Duft reifer Quitten beschrieb Quitten-Expertin Monika Schirmer so: „Erdbeeren und Holunder, Apfel, Pfirsich, Ananas, Kiwi, Rosen und noch mehr."

7. Wie werden Quitten gelagert?

Kühl gelagert halten Quitten bis Jänner. Dabei gilt:

  • Nicht mit anderem Obst lagern: Der intensive Duft der Quitte überdeckt sämtliche anderen Gerüche

  • Als Zimmerdekoration: In einer Schale auf dem Wohnzimmer- oder Esstisch aufbewahrt, duften Quitten wochenlang blumig-frisch

  • Für Marmelade und Gelee: Keine überreifen Früchte verwenden – mit zunehmender Reife nimmt der Pektingehalt wieder ab

  • Noch ein bis zwei Monate nach der Ernte können gelagerte Früchte problemlos zu Gelee, Likör und Kompott verarbeitet werden

8. Quitten in der Küche

In verarbeiteter Form – durch das Kochen wird die Gerbsäure abgebaut – ist die Quitte vielseitig verwendbar: gekocht als Kompott, Marmelade, Quittenmus und als Beilage zu Fleischgerichten. Aus dem Saft der gekochten Früchte lässt sich ein aromatisches Gelee herstellen. Als bekannt gilt zudem der Quittenkäse, welcher trotz des Namens nichts mit Käse zu tun hat – er ist einer der ältesten heimischen Süßspezialitäten. Und natürlich werden Quitten auch zu Hochprozentigem wie Likör und Schnaps gebrannt.

  • Tipp: Allerdings sollte man vor jeder Zubereitung den Flaum von der Schale abreiben, da die Härchen nicht verkochen.

  • Apfelquitten schmecken übrigens aromatischer als Birnenquitten. Für Gelees werden am besten beide Sorten gemischt, für Saft und Kompott eignet sich die Apfelquitte besser.

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