Garten

Dein Servus Garten: Die Pflanzen

Es grünt so grün. Aber nicht nur das, im Garten der Familie Madle wird es richtig bunt. Gartengestalterin Sophie Flödl verrät uns, worauf es bei der Pflanzenauswahl ankommt und welche Werkzeuge beim Setzen hilfreich sind.

Pflanzen, Strauch, Pflanzarbeiten im Garten
Foto: Luana Fonseca
Bäume, Sträucher und Blumen werden nun in unseren Servus-Garten eingebracht.

Warum sind Pflanzen im Garten so wichtig? Abgesehen von den positiven Effekten auf unseren eigenen Lebensraum – sie können Sichtschutz, Windschutz, Sonnenschutz oder dekorativ sein – stellen Pflanzen einen unheimlich wichtigen Lebensraum für unzählige Tiere dar. Pflanzen sind die Grundlage unseres Lebens, weil sie CO2 binden und durch die Photosynthese Sauerstoff ausstoßen. Die Familie Madle wünscht sich einen bunten, blühenden Garten und möchte ein Paradies für Schmetterlinge, Bienen und andere Insekten schaffen. Am Rande der Donauauen ist ihr Zuhause sehr windexponiert, davor sollen Sträucher und Bäume etwas schützen.

Worauf sollte man bei der Wahl der Pflanzen achten?

Einerseits natürlich darauf, was einem gefällt. Doch auch die schönste Blumenpracht ist nur von kurzer Freude, wenn die Auserwählten nicht zum Klima oder dem Standort passen. Daher prüft Gartenarchitekten Sophie Flödl den Ort des Geschehens zunächst auf Temperaturen, Wind, Frost, Bodenverhältnisse und Niederschlagsmengen.

Anzahl der Pflanzen im Garten

Darfs ein bissel mehr sein? Wie viele Büsche, Sträucher und Blumen im Garten Platz finden dürfen, dazu gibt es keine feste Regel. Das hängt laut Expertin sehr stark vom Stil des Gartens ab. Sophie Flödl folgt aber dem Motto „weniger ist oft mehr“. Sie empfiehlt eine größeren Menge der selben Art zu wählen, als viele unterschiedliche Pflanzen. Denn: Je mehr Vielfalt, desto aufwändiger ist manchmal die Pflege, da so verschiedene Schnittzeiten oder ein sehr unterschiedlicher Bedarf an Bewässerung entstehen können.

Bodendecker in Lila und Weiß und Sträucher sollen den Garten der Familie Madle in ein buntes Paradies verwandeln.

Worauf kommt es beim Pflanzenkauf an?

Je nach Pflanzenart kauft man am Besten in der nächstgelegenen Gärtnerei. Dort sind die Pflanzen meistens am „frischesten“ bzw. am besten gepflegt. Vielleicht wurden sie vor Ort sogar selbst verschult oder aufgezogen. Wir haben die Pflanzen für den Garten der Familie Madle im Lagerhaus um die Ecke besorgt. Wir wurden vor Ort gut beraten und wer möchte, kann sich die Pflanzen auch liefern lassen.

Woran man eine gute Pflanzen-Qualität erkennt?

  • Wurden sie beim Transport beschädigt? Ist etwa die Rinde am Stamm aufgerissen, sind Äste abgebrochen oder ähnliches.

  • Leiden sie unter Trockenheit, weil sie nicht regelmäßig gegossen wurden? Das ist erkennbar an steinhartem Substrat im Container, oder herabhängenden Blättern.

  • Wenn sie zu lange nicht umgetopft wurden, wachsen feine Wurzeln bereits stark unten aus dem Container heraus.

  • Wenn sie vor dem Kauf im Gewächshaus gelagert wurden und dann ins Freiland sollen, muss man gut auf die Temperatur achten. Sonst erleiden die Pflanzen einen Kälteschock.

Familie Madle hat sich Blühendes für ihren Garten gewünscht. Insekten und Schmetterlinge wird es freuen.

Zu welchem Zeitpunkt werden die Pflanzen im Garten eingebracht?

Das hängt stark davon ab, wie umfangreich die geplanten Umbauarbeiten im Garten sind. Wenn man etwa, wie in unserem Fall, die Rasensode abnimmt und den Boden neu aufbaut, empfiehlt es sich die Pflanzarbeiten und das Anlegen des Rasens bald vorzunehmen, da ansonsten wieder zahlreiche wilde Pflanzen aufgehen könnten. Wenn die Pflanzarbeiten in der Nähe von anderen schweren Arbeiten (Poolbau etc.) angedacht sind, sollten sie definitiv erst gegen Ende der Baustelle durchgeführt werden.

Die Pflanzlöcher wurden mit einem Erdbohrer geschaffen. Eine Stechpalme sorgt für Schatten, ihre dunkelgrünen Blätter mit den roten Beeren können im Winter für die Weihnachtsdeko verwendet werden.

Wie muss man den Boden vorbereiten?

Es empfiehlt sich, das Erdloch mit pflanzenspezifischen Dünger und Bodenaktivatoren vorzubereiten, um für die Pflanze den bestmöglichen Start gewährleisten zu können. In unserem Fall freut sich die Kastanie etwa über saure Erde im Pflanzloch, um den Kalkanteil vor Ort etwas auszugleichen.

Welche Gerätschaften benötigt man dafür?

Das hängt von der Größe und Anzahl der Pflanzen ab. Bei mehreren Großbäumen mit Containerdurchmesser um die 80cm oder größer kann ein kleiner Bagger sehr hilfreich sein, um schwere Bäume mit mehreren hundert Kilo manövrieren zu können. Beim Graben der Pflanzlöcher ist der praktische Makita Erdbohrers eine große Unterstützung. Damit geht es nicht nur leicht von der Hand, sondern es macht auch Spaß dabei zuzusehen, wie sich die akku-betriebene Spirale in das Erdreich dreht. Mit dem Bodenkultivator lässt sich mühelos eine Bahn für zu verlegende Schläuche in das Erdreich ziehen. Ansonsten genügen gute Schaufeln bzw. Spaten und Muskelkraft. Diese kann man etwas schonen, indem man sich von der Akko-Schubkarre helfen lässt.

Mit einem Erdbohrer, einer Akku-Schubkarre und einem Bodenkultivator ist man bei den Pflanzarbeiten gut beraten.

Wie unterstützt man die Pflanzen beim Ankommen in ihrem neuen Zuhause?

Zwei Dinge sind bei frisch gepflanzten Pflanzen das a und o: wässern, wässern, wässern und eine robuste Baumstütze, um den Baum vor Wind zu schützen und gewährleisten zu können, dass er gerade anwächst. Baumstützen sollten erst nach zwei Jahren entfernt werden, weil erst dann die Wurzeln so gut angewachsen sind, dass der Baum dem mechanischen Druck des Windes standhalten kann.

Baumstützen, Gartengestaltung, Pflanzarbeiten
Foto: Luana Fonseca
Experten-Tipp: Wenn sich die Bastschnüre von selbst lösen, braucht der Baum oder Strauch auch keine Stütze mehr. Es ist ausreichend Zeit vergangen, um sich fest im Boden zu verwurzeln.

Diese Pflanzen wurden ausgewählt:

  • Solitärgehölze, also große Bäume: Edelkastanie, Ölweide, Hängebirne, Blutpflaume, Ilex (Stechpalme)

  • Sträucher: Dirndlstrauch (Cornus Mas), Gewöhnliche Hasel (Corylus avellana), Schwarzer Hollunder (Sambucus Nigra), Edelflieder (Sambucus nigra), Schmetterlingsstrauch (Buddleja), Felsenbirne (Amelanchier lamarchkii)

  • Stauden: Christrose (Helleborus), Kleine Immergrün (Vinca minor), Taglilie (Hemerocallis), Sonnenhut (Rudbeckia), Anemone, Verbene

  • Kräuter und Duftpflanzen Kiesbeet: Lavendel, Salbei, Thymian, Rosmarin

  • Naschgarten: Himbeeren, Brombeeren, Erdbeeren, Heidelbeeren

Hier können Sie eine große Auswahl an Pflanzen entdecken: Zum Lagerhaus

Das erwartet Sie in Teil 4: In immer mehr Gärten ziehen praktische Hochbeete ein. Wir zeigen, worauf es bei der Auswahl des richtigen Standortes und Materials ankommt. Und wie man es am besten bepflanzt.

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