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Mondkalender

Von Hartung bis Honigmond: Der Vollmond im Volksmund

Was uns die traditionellen Vollmond-Namen unserer Vorfahren über den Lauf des Jahres und die Arbeiten im Rhythmus der Natur erzählen.

Vollmond, Wolken, Nachthimmel
Foto: Unsplash
Die vielen Namen des Vollmonds im Jahresverlauf verweisen auf Naturereignisse.

Die alten Mondnamen lassen sich meist von jahreszeitlichen Besonderheiten der Natur und wichtigen Arbeiten in der Landwirtschaft oder der Jagd herleiten. Dass sie heute kaum noch im Alltag verwendet werden, hat wohl auch mit der Einführung und allmählichen Verbreitung des julianischen Kalenders 45 v. Chr. zu tun. In diesem Kalender trugen die Monate lateinische Namen, von denen sich unsere heutigen Monatsnamen ableiten.

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Jänner: Eismond, Hartung, Hartmond, Wolfsmond

  • Im Winter steht bei uns der Eismond, Hartung oder Hartmond am Nachthimmel – diese Bezeichnungen verweisen auf den in unseren Breiten meist steinhart gefrorenen Boden.

  • Aber auch Wolfsmond wurde der Jänner-Vollmond genannt, da man die Tiere in den langen Winternächten früher vermehrt heulen hörte.

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Februar: Hornung, Sturmmond, Hungermond, Schneemond

  • Im Altdeutschen war der Vollmond im Februar als Hornung bekannt. Die Bezeichnung lässt sich wohl darauf zurückführen, dass Rothirsche in dieser Jahreszeit ihr Geweih abwerfen. Aber auch Sturm- oder Hungermond wird der Februar-Vollmond genannt, da das Jagen und Sammeln im entbehrungsreichen Winter besonders herausfordernd war.

  • Das indigene Volk der Algonkin sagt Schneemond zu ihm, da es zu dieser Jahreszeit in Nordamerika die stärksten Schneefälle gibt.

März: Fastenmond, Wurmmond

  • Lenzmond wurde der März-Vollmond im Volksmund genannt, aber auch als Fastenmond war er bekannt, was natürlich auf die Fastenzeit im Frühjahr verweist.

  • Bei den nordamerikanischen Algonkin heißt er Wurmmond, weil sie beobachteten, dass sich nun viele Regenwürmer im Boden tummeln. Auch im Alpenraum kehrt nun das Leben zurück und unter der Erde regt sich so einiges.

April: Rosa Mond, Ostermond, Grasmond

  • Haben Sie im April schon einmal nach dem Pink Moon Ausschau gehalten? Manchmal wird er uns gerne als „Naturphänomen“ verkauft, dabei geht der Name dieses Vollmonds vielmehr auf eine Bezeichnung amerikanischer Ureinwohner zurück: In ihrer Heimat blühte im April der pinke Phlox, auch Flammenblume genannt. Einen rosa Vollmond sucht man im April also vergebens am Nachthimmel.

  • Bei uns war für den ersten Vollmond des Frühlings auch die Bezeichnung Ostermond geläufig, natürlich als Hinweis auf das christliche Fest. Auf die traditionelle bäuerliche Naturbeobachtung verweist der Name Grasmond, der den Beginn der Weidesaison ankündigt.

Mai: Weidemond, Pflanzmond, Milchmond

  • Kennen Sie noch die alte Bezeichnung Weidemond? Oder sind Ihnen der Pflanzmond und der Milchmond geläufig? Der Vollmond im Mai trägt viele Namen. Die meisten beziehen sich darauf, was für nun unsere Vorfahren im Rhythmus der Natur zu tun war.

  • Im Alpenraum wurde das Vieh nach einem langen Winter zurück auf die Weiden getrieben, wo jetzt im Mai die saftigsten Kräuter sprießen. Außerdem konnten die Kühe jetzt besonders oft gemolken werden.

Juni: Erdbeermond, Honigmond, Brachmond, Rosenmond

  • Der Wonnemonat Mai ist vorüber, alles wächst, reift und gedeiht. Und so kann man sich im Juni auf den Erdbeermond freuen. Diesen Namen haben ihm die nordamerikanischen Algonkin gegeben, denn es ist nun jene Zeit, in der die süßen roten Beeren geerntet werden. Und wenn auch nicht beerenrot, so kann der Mond tatsächlich goldgelb bis honigfarben erscheinen, denn der Vollmond im Juni rund um die Sommersonnenwende steht jedes Jahr besonders tief über dem Horizont.

  • Er erscheint dann mitunter rötlich gefärbt, was mit der Lichtbrechung zu tun hat. Die Intensität der Färbung ist unter anderem abhängig von Wetter, Luftfeuchtigkeit und Feinstaub in der Luft. Von der besonderen Färbung kommt wohl auch die Bezeichnung Honigmond – und so wiederum wird die Hochzeitsreise gern Honeymoon genannt, ist der Juni doch ein beliebter Monat für Hochzeitsfeiern.

  • Weitere Namen für den Juni-Vollmond sind Rosenmond – ein Hinweis auf die Hochblüte der duftenden Pflanze – und Brachmond bzw. Brachet: In der historischen Dreifelderwirtschaft lag stets einer der Acker brach. Im Juni wurde das unbestellte Feld erstmals wieder umgepfügt.

Juli: Heumond, Heuet, Donnermond, Bockmond

  • Der Vollmond im Juli trägt traditionell den Namen Heumond. Das hat damit zu tun, dass nun am Land die Heuernte eingefahren wird. In einigen süddeutschen Regionen wird der Juli-Vollmond daher auch Heuet genannt.

  • Aber auch die Bezeichnung Donnermond gab es, zurückzuführen auf die oft heftigen Sommergewitter.

  • Der Name Bockmond bezieht sich auf die Beobachtung der nordamerikanischen Algonkin, dass den Rehböcken nun ein neues Geweih wächst.

August: Erntemond

Dem natürlichen Kreislauf der Natur folgend, kommt nach der Heuernte das Einbringen des Getreides. Und so wird auch der Vollmond im August traditionell genannt: Erntemond, in manchen Dialekten auch Ernting.

September: Herbstmond, Herbsting

Der Vollmond im September ist als Herbstmond oder Herbsting bekannt. Damit steht er seit alten Zeiten mit der Herbst-Tagundnachtgleiche und dem kalendarischen Herbstbeginn in Verbindung.

Vollmond, Nachthimmel
Foto: Unsplash
Der Mond ist durchschnittlich rund 385.000 Kilometer von der Erde entfernt.

Oktober: Weinmond

Weinmond, so wird der Vollmond im Oktober in unseren Breiten auch genannt und verweist damit natürlich auf die bevorstehende Weinlese.

November: Nebelmond

So golden und leuchtend sich der Herbst an manchen Tagen präsentiert, so oft zeigt er nun uns auch sein kühles, stürmisches und nebliges Gesicht. Genauso wird der Vollmond im November traditionell genannt – Nebelmond.

Dezember: Kalter Mond, Julmond

  • Im letzten Monat des Jahres steht ein Kalter Mond am Himmel. So wurde der Vollmond im Dezember traditionell genannt. Ebenso kalt wie die Nächte erscheint nun auch der Lichtschein des Trabanten.

  • Aber auch als Julmond ist er bekannt, abgeleitet vom germanischen jehwla, das für „dunkel“ steht. Das Julfest war außerdem das germanische Fest zur Wintersonnenwende am 21. Dezember, das am kürzesten Tag des Jahres gefeiert wurde. Nun tut es gut sich daran zu erinnern: die Tage werden stetig wieder länger und das Licht kehrt zurück.

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