Bienen sind perfekt organisierte, flei├čige Tierchen. Mit ihrem feinbehaarten K├Ârper tragen sie Pollen von Blume zu Blume und produzieren k├Âstlichen Honig. Doch was w├╝rde passieren, wenn sie eines Tages nicht mehr da w├Ąren?

Auch wenn wir in unseren G├Ąrten flei├čig s├Ąen und pflanzen, alles hegen und pflegen: Wir sind auf Hilfe angewiesen. Soll eine Pflanze Samen und Fr├╝chte hervorbringen, m├╝ssen Bl├╝ten zuvor best├Ąubt und Pollen verteilt werden. Zwar hilft dabei auch der Wind, der gr├Â├čte Teil dieser Arbeit aber wird von Bienen ├╝bernommen. Sie sind die verl├Ąsslichen Best├Ąuber, die daf├╝r sorgen, dass wir Erdbeeren, Kirschen oder Paradeiser ernten k├Ânnen.

Bienen gelten als das drittwichtigste Nutztier des Menschen. 71 der 100 h├Ąufigsten Kulturpflanzen sind bei der Best├Ąubung von ihnen abh├Ąngig. Sterben die Bienen aus, verschwindet auch Obst und viel Gem├╝se aus unserem Speiseplan. Was ├╝brig bleibt? Getreide, Reis, Mais, Erd├Ąpfel, Pilze und N├╝sse. Aber auch die Qualit├Ąt von Milch und Milchprodukten w├╝rde ziemlich leiden, wenn K├╝he und Schafe nicht mehr auf fetten Kr├Ąuterwiesen weiden k├Ânnten.

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03. Feb

Die kleinen Insekten spielen somit eine lebenswichtige Rolle f├╝r unsere Existenz. Aber wussten Sie auch, dass sie in vielerlei Hinsicht uns Menschen ├Ąhneln? Wir haben hier ein paar erstaunliche Fakten ├╝ber Bienen f├╝r Sie zusammengetragen.

1. Bienen haben viel mit uns gemeinsam

Schon der legend├Ąre Arzt Paracelsus kam Anfang des 16. Jahrhunderts zu der Erkenntnis, dass zwischen Mensch und Biene viele Parallelen bestehen:

  • Wie der Mensch lebt die Biene im Rhythmus der Jahreszeiten.
  • Im Bienenstock herrscht unabh├Ąngig vom Wetter immer die gleiche Temperatur.
  • Bienen zittern wie wir, wenn ihnen kalt ist.
  • Und sie legen zur Abk├╝hlung an hei├čen Sommertagen einen Wasserfilm ├╝ber ihre Waben.
  • Sie kommunizieren mit ihren ÔÇ×MitbienenÔÇť mittels Bienentanz, bestehend aus Duftmarken und t├Ąnzelnden, kreisenden Bewegungen. Sie teilen dabei Entfernungen und Himmelsrichtung zur n├Ąchsten Futterquelle mit.

2. Die Macht der Bienenk├Ânigin

Ein Bienenvolk besteht aus ungef├Ąhr 50.000 Arbeiterinnen und ein paar hundert Drohnen, regiert von einer einzigen K├Ânigin. Diese ist st├Ąndig von Ammenbienen und einem Hofstaat umgeben, aber ihr einziges ÔÇ×MachtmittelÔÇť ist ein sogenanntes Pheromon.

Es handelt sich dabei um einen Duftstoff, der von ihren Mandibeldr├╝sen an den Mundwerkzeugen produziert und von Arbeiterinnen im ganzen Stock verbreitet wird. Dieser Duft sorgt f├╝r Harmonie und Zusammenhalt im Volk sowie f├╝r ordnungsgem├Ą├če Abl├Ąufe im Bienenstaat.

├ťbrigens: Eigentlich entsteht die K├Ânigin aus einem ganz gew├Âhnlichen befruchteten Ei, das sich durch nichts von den ├╝brigen befruchteten Bieneneiern unterscheidet. Dass sich daraus trotzdem keine gew├Âhnliche Arbeiterin, sondern eine deutlich gr├Â├čere und ungleich langlebige K├Ânigin entwickelt, ist einzig und allein auf die spezielle Nahrung zur├╝ckzuf├╝hren, mit der die Larve von den Ammenbienen gef├╝ttert wird ÔÇô das Gel├ęe royale. Diese extrem eiwei├čreiche, hormonwirksame Nahrung beeinflusst genetische Schalter, die das Heranwachsen einer K├Ânigin bestimmen.

3. Machtwechsel im Bienenstaat

Bienenstock (Bild: Alexander Maria Lohmann)

Wenn sich der Geruch der Herrscherin ver├Ąndert oder nachl├Ąsst, wei├č das Volk, dass mit der K├Ânigin etwas nicht stimmt. Es kann sein, dass ihre Legeleistung nachl├Ąsst, es die alte K├Ânigin buchst├Ąblich nicht mehr bringt. Dann sorgen die Ammenbienen daf├╝r, dass eine neue K├Ânigin heranw├Ąchst und die alte mangels F├╝tterung verhungert.

Sobald die neue K├Ânigin geschlechtsreif ist, wird sie von den Ammenbienen zum Hochzeitsflug in Richtung Drohnensammelplatz eskortiert. Dort warten hunderte von m├Ąnnlichen Bienen aus verschiedenen V├Âlkern auf die Erf├╝llung ihres einzigen Daseinszwecks ÔÇô n├Ąmlich die Begattung einer K├Ânigin.

4. Das kurze Leben der Drohnen

Sobald eine paarungswillige K├Ânigin auftaucht, beginnt eine wilde Verfolgungsjagd unter den m├Ąnnlichen Bienen. Alle Drohnen wollen sich auf die K├Ânigin st├╝rzen, aber es kommt jeweils nur einer zum Zug. Dieser ist von vornherein todgeweiht: Er f├Ąllt nach der Begattung zu Boden und stirbt.

Auch der Stress bei der Verfolgungsjagd f├╝hrt zum fr├╝hzeitigen Tod vieler Drohnen. Und wer das alles ├╝berlebt hat, aber nicht mehr gebraucht wird, den bringen schlie├člich Arbeitsbienen in der sogenannten ÔÇ×DrohnenschlachtÔÇť um.

5. Biene oder Drohn?

Die Hauptaufgabe der K├Ânigin besteht darin, t├Ąglich bis zu 2.000 Eier zu legen und damit den Bestand des Volkes zu sicher. Nach etwa 15 Paarungen mit Drohnen hat sie gen├╝gend Spermien aufgenommen, um damit ihre Eier befruchten zu k├Ânnen. Manche Eier legt sie unbefruchtet ab ÔÇô daraus entwickeln sich neue Drohnen.

Bienen: Arbeiterin, Drohne und K├Ânigin (Bild: Brigitte Baldrian)
K├ÂniginDrohnArbeiterin
Anzahl im Stock1500 bis 2.000im Winter 10.000 bis 15.000, im Sommer 30.000 bis 50.000
Gr├Â├če18ÔÇô22 mm15ÔÇô17 mm12ÔÇô15 mm
Lebensspanne4ÔÇô5 Jahre1ÔÇô3 MonateSommerbienen 30ÔÇô60 Tage, Winterbienen 4ÔÇô7 Monate

6. Der Tanz der Bienen

Bienen verst├Ąndigen sich ├╝ber zwei Arten von ÔÇ×Informationst├ĄnzenÔÇť: den Rundtanz und den Schw├Ąnzeltanz. W├Ąhrend der kreisf├Ârmige Rundtanz ├╝ber einen neu entdeckten Futterplatz in der n├Ąheren Umgebung des Bienenstocks ohne genaue Ortsangabe informiert, gibt der Schw├Ąnzeltanz pr├Ązise Auskunft ├╝ber Richtung und Distanz zu einer ferneren neuen Futterquelle.

Dabei f├╝hrt die T├Ąnzerin zun├Ąchst auf einer geraden Linie Schw├Ąnzel┬şbewegungen mit dem Hinterleib aus, um dann ├╝ber einen Halbkreis nach rechts oder links wieder zum Ausgangspunkt zur├╝ckzukehren. Der Winkel der Schw├Ąnzeltanzlinie auf der Wabe und die Tanzgeschwindigkeit geben Auskunft ├╝ber Richtung und Distanz zur Nahrungsquelle.

7. Im Dauerflugbetrieb

Bienen und Blumen (Bild: Bernd Ertl)

Eine Trachtbiene fliegt bis zu 13┬ş-mal am Tag aus, um Nektar und Pollen zu sammeln. F├╝r eine einzige Fuhr Nektar besucht die Biene je nach Pflanzenart zwischen 30 und 1.500 Bl├╝ten. F├╝r ein Gramm Nektar besuchen Bienen 7.500 Rotkleebl├╝ten oder 1.600 Akazienbl├╝ten.

F├╝r einen Kilo Honig sind je nach Verf├╝gbarkeit des Nektars 40.000 bis 150.000 Flugkilometer notwendig. Das hei├čt, ein Bienenvolk umrundet daf├╝r etwa ein┬ş bis viermal die Erde.

Die durchschnittliche Tages┬şflugstrecke einer Biene betr├Ągt 85 Kilometer, es wurden auch schon 175 Kilometer nachgewiesen. Im Schnitt macht sie t├Ąglich 13 Ausfl├╝ge zu jeweils etwa 27 Minuten. Eine voll beladene Biene erreicht im Streckenflug eine Geschwindigkeit von bis zu 30 Kilometer pro Stunde, unbeladen erreicht sie bis zu 70 km/h.

Honig (Bild: Michael Reidinger)

├ťbrigens: In ihrem kurzen Leben produziert eine Biene einen L├Âffel Honig.

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8. Die Karriere einer Biene

Eine Honigbiene ├╝bt im Lauf ihres Lebens sechs Berufe aus: In den ersten Lebenstagen ist sie Putzbiene und reinigt die Brutzellen, dann ist sie f├╝r eine Woche eine Ammenbiene und f├╝ttert die Larven. Nach drei Tagen als Lager┬şarbeiterin, in denen sie Nektar entgegennimmt und einlagert, wird sie zur Baubiene, die unz├Ąhlige sechseckige Wabenzellen baut. Nach vier Tagen h├Ąlt sie als W├Ąchterbiene am Stockeingang Eindringlinge fern, bevor sie am 22. Lebenstag als Trachtbiene ausfliegt, um Pollen und Nektar f├╝r ihr Volk zu sammeln.

9. Das Bienenjahr

Biene (Bild: Bernd Ertl)

Sp├Ątestens Mitte J├Ąnner, wenn die Tage l├Ąnger werden, beginnt die Bienenk├Ânigin langsam mit der Eiablage. Wenn Mitte Februar die Temperaturen auf 14 Grad steigen, schw├Ąrmen die Bienen zu Erkundungsfl├╝gen aus. Hasel und Weide liefern ihnen erste Pollen, Huflattich, Wild- und Kornelkirsche fr├╝hen Nektar.

Mit den steigenden Temperaturen und den l├Ąnger werdenden Tagen im Februar und M├Ąrz legt die K├Ânigin immer mehr Eier. Jeweils 21 Tage nach der Eiablage schl├╝pfen die Jungbienen und l├Âsen sukzessive die alten Winterbienen ab. Je mehr Kraft der Fr├╝hling bekommt, desto reicher wird das Angebot an Pollen und Nektar; im April, Mai und Juni ist der Tisch am ├╝ppigsten gedeckt. Auf der Suche nach Nahrung fliegen die Bienen jetzt bis zu drei Kilometer weit.

Die Stockbienen ÔÇô sozusagen die Hausmannschaft ÔÇô k├╝mmern sich im Bienenstock um den immer zahlreicher werdenden Nachwuchs. Sie bauen die Waben und sind f├╝r das Be- und Verarbeiten des Honigs zust├Ąndig. Im Juni erreicht die Volksst├Ąrke ihren H├Âhepunkt, jetzt leben bis zu 50.000 Arbeitsbienen in einem Stock. Dazu kommen ca. 2.000 Drohnen und eine K├Ânigin, die bis zu f├╝nf Jahre alt werden kann. Sie legt im Sommer bis zu 2.000 Eier pro Tag. Die Sommerbienen leben nur vier bis sechs Wochen, sie rackern sich buchst├Ąblich zu Tode.

Nach der Sommersonnenwende schrumpft das Angebot an Pollen und Nektar, die K├Ânigin legt weniger Eier. Ab Juli schl├╝pfen die ersten, besonders langlebigen Winterbienen. Von Ende August bis Mitte Oktober sammeln die Bienen verst├Ąrkt Propolis, das Harz von Baumrinden und Blattknospen. Sobald es im November oder Dezember friert, stellt die K├Ânigin das Br├╝ten ein. Die Bienen sammeln sich im Zentrum des Stocks zur Wintertraube, fahren ihre K├Ârperfunktionen herunter, w├Ąrmen sich gegenseitig und ern├Ąhren sich vom eingelagerten Honig oder vom Zuckersirup des Imkers.

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