Heimatleuchten: Farmfluencer – Zwischen Feld und Followern
Sie pflügen, filmen, posten – und kämpfen um die Zukunft der Landwirtschaft. „Heimatleuchten“ zeigt, wie junge Landwirte Social Media nutzen, um sichtbar zu machen, was hinter ihrer Arbeit steckt: Verantwortung, Tierwohl, Innovation und viel Herzblut.
Ob am Traktor, im Wald, im Schafstall oder auf der Alm: Junge Landwirtinnen und Landwirte geben in dieser Folge Heimatleuchten Einblick in einen Alltag, der oft romantisiert wird, in Wahrheit aber von frühem Aufstehen, wirtschaftlichem Druck und großer Verantwortung geprägt ist. Was sie alle eint: der Wunsch, Bewusstsein zu schaffen und der Landwirtschaft eine starke Stimme zu geben.
„Heimatleuchten Farmfluencer – Zwischen Feld und Followern“ ist zu sehen am Freitag, 16. Oktober, ab 20.15 Uhr bei ServusTV und ServusTV On.
Lust auf mehr Geschichten aus der Heimat? Bei uns auf servus.com gibt es die besten Folgen „Heimatleuchten“ hier auf einen Blick.
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Vom Wald ins Netz
Wenn Sebastian Wachernig in Kärnten in den Wald geht, nimmt er seine Follower mit an einen Arbeitsplatz, der für ihn weit mehr ist als bloß Broterwerb. Als Woldwastl zeigt er Handgriffe, Maschinen und Momente zwischen Holz, Natur und Familiengeschichte.
„Mir taugt das schon, dass sich jetzt immer wieder mehr junge Leute für das Ländliche interessieren. Das ist eigentlich nicht selbstverständlich“, sagt er.
Auch Markus Holzschuster setzt auf Authentizität: Mit Handy und Drohne dokumentiert er seinen Alltag am Feld – direkt und mit Millionenreichweite. „Ich zeig einfach gerne, was Sache ist in meinen Beiträgen, auch ungeschönt. Die Realität am Feld, die Umwelteinflüsse, die auf uns so niederprasseln“, erklärt der Landwirt.
Tierwohl, Haltung und klare Worte
Auf der Tiroler Alpboden Ranch von Lukas Steiner und Fabio Baumann wurde aus Mini-Schwein Hannelore ein Social Media Star – und aus der Aufmerksamkeit eine Bühne für Tierwohl.
Jeder Landwirt muss auch irgendwie ein Tierschützer sein, sonst ist er falsch in diesem Beruf.Lukas Steiner
Auch Anja Kerschner zeigt auf dem Haberghof, was Landwirtschaft mit Verantwortung zu tun hat: Auf Instagram erzählt sie vom Leben mit Texel- und Merino-Schafen, von muttergebundener Lämmeraufzucht und vom Wunsch, den Blick auf heimische Schafhaltung zu verändern.
„Uns ist es einfach wichtig, dass es wirklich den Viechern gut geht, weil nur dann geht es auch wirklich uns gut“, sagt sie.
Zwischen Drescher-Date und DJ-Pult
Magdalena und Franz-Peter Bresich-Gretsch verbinden auf Instagram landwirtschaftliche Arbeit mit privaten Einblicken – bis hin zur eigenen burgenländischen Hochzeit.
Während andere Dates im Café haben, sitzen sie im Sommer oft gemeinsam am Drescher: „Unsere Dates im Sommer schauen eigentlich immer so aus: Wir sind am Drescher. Aber das ist Landwirtschaft.“ So wird aus Hofalltag nicht nur Content, sondern auch eine sehr persönliche Liebesgeschichte zwischen Feld, Ernte und Zukunftsplänen.
Johannes Burchhart zeigt unterdessen, dass ein moderner Hof viele Rollen verlangt: Acker-, Wein- und Obstbau, Familiengasthaus - und in seinem Fall auch DJ-Pult und Social Media. Zwischen Kürbis, Wein und „Hansi-Opa“-Momenten filmt er einen Alltag, der weit mehr ist als Landwirtschaft im klassischen Sinn. Seine Videos sollen nicht nur unterhalten, sondern Mehrwert schaffen – und zeigen, dass Zusammenhalt am Land mehr ist als ein Schlagwort.
Fruchtbare Ideen
Im Waldviertel zeigen Matthias und Kerstin Ölzant, wie Innovation neue Chancen für die Landwirtschaft schafft. Auf dem Karfiol-Feld bringt Matthias auf den Punkt, wo für ihn alles beginnt: „Da ist die Pike, da geht das los, da fängt die Wertschöpfung an, auf der eigentlich der ganze Wohlstand Österreichs passiert. Das basiert auf unserem Fleiß, auf uns Landwirten.“
Mit einem Speicherteich hat die Familie die Grundlage geschaffen, um trotz rauen Klimas Erdbeeren, Himbeeren und sogar Wassermelonen anzubauen. Gerade die späte Erdbeerernte wird dabei zum Vorteil. Über Instagram geben die Ölzants Einblicke vom Feld bis in den Hofladen und wollen so Regionalität wieder stärker ins Bewusstsein rücken.
Online am Bergbauernhof
Auf 1.000 Metern im Salzburger Tennengau lebt Sandra Klappacher mit ihrer Familie auf einem Bergbauernhof. Dass sie einmal mit voller Leidenschaft Bäuerin sein würde, hätte sie selbst nicht gedacht: „Ich wollte eigentlich nie Bäuerin werden, das war absolut nicht mein Traum. Mittlerweile bin ich extrem gern Bäuerin, weil es für mich einfach keinen sinnstiftenderen Beruf gibt.“
Zum Hof gehören eine Almhütte und ein eigenes Schlachthaus, damit der Kreislauf der Tiere möglichst am Hof geschlossen bleibt. Als Gestiefelte Zuckerrübe betreibt Klappacher außerdem mit viel Humor Öffentlichkeitsarbeit auf Social Media. Dabei scheut die selbst ernannte Shitstorm-Sommelière auch kontroverse Themen nicht.
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