Brennnesseljauche, Mist, Kompost, Kartoffelwasser und Kaffeesud: So halten Sie die Erde im Garten auf nat├╝rliche Weise gesund.

G├Ąrtner Johannes K├Ąfer (Bild: Roland Vorlaufer)

Johannes K├Ąfer schreibt regelm├Ą├čig f├╝r servus.com und teilt sein Expertenwissen rund um Flora & Fauna.

Spricht man von chemiefreien D├╝ngern, fallen schnell die Begriffe ÔÇ×KompostÔÇť, ÔÇ×MistÔÇť und ÔÇ×BrennnesseljaucheÔÇť. Aber warum sind diese so gut? Und sind chemische D├╝nger wirklich so schlecht? Beleuchten wir gleich letztere Frage: Bei der Produktion von chemischen D├╝ngern umgeht man den langwierigen Prozess der Kompostierung und produziert hochkonzentrierte Pflanzenn├Ąhrstoffe synthetisch. Solche N├Ąhrstoffe ben├Âtigt die Landwirtschaft, die auf immer kleiner werdenden Fl├Ąchen m├Âglichst hohe Ertr├Ąge erzielen soll. Gro├čer Nachteil der chemischen D├╝nger ist, dass der Humusanteil im Boden immer weniger wird und die Mikroorganismen nichts mehr zu fressen haben, wir sprechen dann von toter Erde.

Mit organischen D├╝ngern hingegen ern├Ąhren wir nicht nur die Pflanzen, sondern wir f├╝ttern auch gleich die Mikroorganismen im Boden, die wiederum dann die Pflanzen versorgen. Um das zu verstehen, m├╝ssen wir in die Tiefe des Bodens mit all seinen Lebewesen und Organismen gehen.

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16. Jun

Der Garten vermisst Laub, gem├Ąhtes Gras und organische Abf├Ąlle

Herbstzeit ist Laubzeit. So werden die Bl├Ątter zu wertvollem Kompost. (Bild: Mauritius Images)

In unseren G├Ąrten, egal wie klein sie sind, lassen sich nat├╝rliche Kreisl├Ąufe nur sehr schlecht aufrechterhalten. Das liegt in erster Linie daran, dass wir mehr Biomasse herausnehmen, als wir zur├╝ckgeben: Wir ernten Obst und Gem├╝se, m├Ąhen den Rasen, putzen fein s├Ąuberlich das Laub weg und schneiden alles ab, was optisch nicht unseren Anforderungen entspricht.

In der Natur aber werden diese organischen Abf├Ąlle nicht entfernt, sondern bleiben dort, wo sie anfallen, n├Ąmlich am Boden. Unz├Ąhligen Lebewesen dient dieser Abfall als Nahrung. V├Âgel, Nagetiere und Wild suchen sich Samen, Beeren und Gr├Ąser heraus, verdauen diese und geben sie dem Boden als Exkremente zur├╝ck ÔÇô schon haben wir den ersten Naturd├╝nger, den Mist.

Mist als D├╝nger f├╝r den Boden

Ganz egal ob Stalldung, Pferde- oder H├╝hnermist: Die tierischen Exkremente enthalten allesamt wichtige Pflanzenn├Ąhrstoffe in konzentrierter Form. Bevor Sie allerdings Mist zum D├╝ngen verwenden, sollte dieser gut abgelegen sein. Das dauert rund f├╝nf bis sechs Monate. Einzige Ausnahme: Vor dem Bepflanzen der Beete kann auch frischer Mist in die Erde eingearbeitet werden. Nach einigen Wochen ist das Anpflanzen von Gem├╝se und Blumen m├Âglich.

Wie geht es nun aber weiter mit unserem Bioabfall in der Natur? Nach den gro├čen Tieren kommen die kleinen: Schnecken, Asseln und Regenw├╝rmer. Haben die ihren Appetit gestillt, bleibt Rohkompost ├╝brig. Dort haben nun Milliarden von Mikroorganismen wie Bakterien, Einzeller und Pilze ihr Zuhause gefunden, und sie fressen munter weiter. Sie produzieren letztendlich die N├Ąhrstoffe, welche die Pflanzen ben├Âtigen.

Wer viel Brennnesseln im Garten hat, kann daraus Jauche zum D├╝ngen machen.

Johannes K├Ąfer

Kompost, Kaffeesud und Eierschalen als D├╝nger

Kaffeesatz: 7 Tipps f├╝r Haushalt und Sch├Ânheit (Bild: iStock)

Und schon haben wir unseren wichtigsten D├╝nger im Garten, den Kompost. Er enth├Ąlt fast alles, was Pflanzen zum Leben brauchen. Mit Komposterde geben Sie dem Boden das zur├╝ck, was Sie das ganze Jahr ├╝ber ernten und entfernen.

Man kann Bio-D├╝nger aber auch selber herstellen. Ein D├╝nger f├Ąllt fast t├Ąglich in der K├╝che an, der Kaffeesud. Sammeln Sie ihn und mischen Sie diesen in die Erde. Kaffeesud verbessert den Boden und setzt N├Ąhrstoffe frei.

Ein weiterer fantastischer Minerald├╝nger mit vielen Spurenelementen ist Erd├Ąpfelkochwasser. Unbedingt aufbewahren und nach dem Abk├╝hlen die Pflanzen damit gie├čen. Sie k├Ânnen auch Eierschalen einige Tage ins Wasser geben und damit Pflanzen gie├čen.

So stellen Sie Brennnesseljauche her

Brennnessel-Jauche (Foto: Mauritius Images)
Foto: Mauritius Images

Ein sehr wirkungsvoller Fl├╝ssigd├╝nger ist die Brennnesseljauche. F├╝llen Sie eine Regentonne ganz locker mit Bennnesselkraut. Sie k├Ânnen auch Beinwell und Lungenkraut dazugeben, diese Pflanzen haben die gleiche Wirkung. F├╝llen Sie nun die Tonne mit Wasser und bedecken Sie die ├ľffnung, sodass keine Tiere reinfallen k├Ânnen, das Wasser aber trotzdem Luft zugef├╝hrt bekommt. An einem sonnigen Standort erw├Ąrmt sich das Wasser nun sehr rasch und die Br├╝he beginnt zu g├Ąren.

Dieser Prozess dauert etwa zwei Wochen. Sie sollten einmal t├Ąglich umr├╝hren und Steinmehl in die Jauche streuen. Steinmehl verringert die Geruchsbildung (und der Geruch ist sehr intensiv, wie Sie schnell merken werden). Sch├Ąumt die Jauche nicht mehr, ist sie fertig und kann nach dem Abseihen 1:10 verd├╝nnt angewendet werden. Sie ist der ideale D├╝nger f├╝r Fruchtgem├╝se und Beerenobst. Ihre K├╝belpflanzen und Balkonblumen k├Ânnen Sie ebenfalls mit der Jauche d├╝ngen.

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