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Garten

Herbstchrysantheme: Sorten, Pflege und alles Wissenswerte

Die Herbstchrysantheme ist sehr viel mehr als der klassische Grabschmuck zu Allerheiligen. Wenn es feucht und nebelig wird, ist sie die Einzige, die bis zu den ersten Frösten unverdrossen Farbe und Formenreichtum in den Garten bringt.

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Foto: mauritius images | www.mjt.photography | Alamy | Alamy Stock Photos
Die Herbstchrysantheme ist eine wahre Augenweide mit ihrer Farbenpracht.

1. Herbstchrysantheme im Kurzporträt

Sie gehört zu den bedeutendsten Zierpflanzen überhaupt – und ist die Einzige, die bis zu den ersten Frösten unverdrossen Farbe in den Garten bringt.

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Merkmal

Details

Botanischer Name

Chrysanthemum indicum

Familie

Korbblütler (Asteraceae)

Herkunft

Ostasien

Blütezeit

Ende September bis Ende November

Wuchs

50–90 cm, buschig

Standort

Volle Sonne, nährstoffreicher, feuchter (nicht nasser) Boden

Pflanzzeit

Frühjahr (bevorzugt) oder Herbst (spätestens Mitte Oktober)

Besonderheit

Kurztagpflanze; beginnt Knospen zu bilden, wenn Tag und Nacht gleich lang sind

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2. Geschichte der Herbstchrysantheme

  • Seit Mitte des 17. Jahrhunderts sind die ursprünglich aus Ostasien stammenden Chrysanthemen auch in Europa daheim. Die krautigen Stauden aus der Familie der Korbblütler entfalten ihre volle Schönheit zwischen Ende September und Ende November, wenn die meisten anderen Blüten längst von den Beeten verschwunden sind.

  • Man täte ihnen sehr unrecht, sähe man sie nur als Wegwerf-Friedhofspflanzen, die in Töpfen zu Allerheiligen die Gräber schmücken und danach auf den Komposthaufen wandern. Dass sie Friedhöfen so verbunden sind, hat damit zu tun, dass Chrysanthemen symbolisch für ein langes Leben und das Gedenken an die Toten stehen. In China, wo Chrysanthemen ganz besondere Bewunderung zuteilwird, sind sie aufgrund ihrer späten und risikoreichen Blütezeit im Herbst auch ein Sinnbild für Mut.

  • Einst gehörten sie zum Standardrepertoire traditioneller Bauerngärten – und als solche werden sie langsam auch wieder entdeckt. Man kann von einer kleinen Renaissance der Herbstchrysanthemen sprechen: Viele Neuzüchtungen entstehen, allen voran winterharte Sorten, und alte Bauernsorten kommen zu neuen Ehren.

3. Welche Sorten der Herbstchrysantheme gibt es?

Das Farbspektrum der Herbstchrysantheme ist beachtlich: Es reicht von Weiß über Gelb und Orange bis Rosa und weiter zu Purpur-, Violett- und Brauntönen. Nur in Blau oder Violett gibt es Garten-Chrysanthemen nicht. Ebenso breit ist die Vielfalt ihrer Blütenformen:

  • Einfache Schalenblüten – schlicht wie Margeriten oder Anemonen

  • Halbgefüllte und ganz gefüllte Blüten

  • Pompon-Blüten – kugelig und kompakt

  • Röhrenblüten – mit fast fadendünnen, hängenden Blütenblättern, die Spinnentieren gleichen

  • Dahlienähnliche Blüten – mit großen, imposanten Einzelblüten

„Sie gehören zu den wertvollsten Gartenpflanzen, weil außer ihnen ab Mitte, Ende Oktober fast nichts mehr blüht“, schwärmt Christian Kreß von der Staudengärtnerei Sarastro im oberösterreichischen Ort im Innkreis.

Chrystantehmum indicum, Herbst-Chrysanthemen
Foto: Pixabay
Die Sorte "Herbstbrokat"

Zwei besonders empfehlenswerte Sorten für den Garten:

  • „Poesie“ (weiß): Als eine der robustesten Sorten gilt diese rund einen Meter hohe Staude mit zahllosen einfachen Schalenblüten. Sie beginnt Anfang Oktober zu blühen; Blätter, Knospen und geöffnete Blüten vertragen leichte Fröste gut.

  • Salzburger Chrysantheme (Chrysanthemum „Salzburg“) (gelb, gefüllt): Eine echte Besonderheit – vollkommen winterhart und als einzige tagneutral, das heißt: Sie blüht bereits ab Juli bis zum Frost, unabhängig von der Tageslänge. „Auf einigen Bauernhöfen im österreichischen Zentralalpenraum wird diese historische Chrysantheme immer noch in Balkonkisterln gezogen“, erklärt Christian Kreß.

Dem Gärtner machen es Herbstchrysanthemen nicht schwer, wenn man einige simple Regeln beherzigt, die Christian Kreß so formuliert.

  • Regel Nummer 1: „Bitte nur wirklich winterharte Sorte wählen!“

  • Regel Nummer 2: „Keine ganz spät blühenden Sorten nehmen. Die haben bei uns einfach keinen Sinn, weil sie nicht mehr ordentlich aufblühen.“

4. Wann und wie wird die Herbstchrysantheme gepflanzt?

Die bessere Pflanzzeit ist eindeutig das Frühjahr. Bei einer Herbstpflanzung sollten die Chrysanthemen spätestens Mitte Oktober in der Erde sein und ringsum am Boden gut mit Laub geschützt werden.

  • Standort: Volle Sonne, nährstoffreicher, feuchter (nicht nasser) Boden

  • Im Herbst: Großzügig mit Kompost oder Mist düngen

  • Winterschutz: Die abgeblühten Stauden stehen lassen und erst im Frühjahr bodeneben zurückschneiden – sie bilden noch Grundrosetten, die einen gewissen Winterschutz bieten

5. Wie pflegt man Herbstchrysanthemen richtig?

  • Düngen: Regelmäßig mit Kompost versorgen; bei Topfpflanzen bewährt sich eine Flüssigdüngergabe alle 10 Tage

  • Gießen: In trockenen, heißen Perioden verlässlich gießen – auch bei Regen, weil Chrysanthemen so dichte Büsche bilden, dass Regenwasser nicht bis zu den Wurzeln durchdringt

  • Rückschnitt: Nicht im Spätherbst, sondern erst im Frühjahr bodeneben zurückschneiden

  • Blütezeit verlängern: Abgeblühte Blüten abknipsen

Tipp: Gartenchrysanthemen sind hervorragende Schnittblumen von großer Leuchtkraft und halten in der Vase bis zu zwei Wochen. Bei gekauften Chrysanthemen die Stiele schräg anschneiden und in frischem Wasser gut vollsaugen lassen.

Herbst-Chrysanthemen rosa weiß
Foto: Pixabay
Das Farbspektrum der Chrysantheme ist beachtlich.

6. Herbstchrysantheme im Topf und im Balkonkisterl

  • Herbstchrysanthemen geben auch als Topfpflanzen eine gute Figur ab. Beim Kauf empfiehlt es sich, Pflanzen mit besonders vielen Knospen zu wählen – so hat man länger etwas von der Blüte, die durchschnittlich 20 bis 40 Tage dauert. In Töpfen können Chrysanthemen sowohl an sonnigen als auch an schattigen Standorten aufgestellt werden.

  • Topfchrysanthemen in den Garten umzusetzen und zu überwintern gelingt nicht immer – besonders gute Chancen bestehen bei frostharten Sorten. Wer es versucht: die ausgesetzten Pflanzen erst im Frühjahr vor dem Neuaustrieb zurückschneiden und ausreichend mit Wasser und Dünger versorgen.

Servus-Tipp: Die Staudengärtnerei Sarastro von Christian Kreß in Ort im Innkreis führt eine gute Auswahl an Herbstchrysanthemen.

7. Warum blüht die Herbstchrysantheme so spät?

  • Wie der Weihnachtsstern gehört die Herbstchrysantheme zu den sogenannten Kurztagpflanzen. Das bedeutet: Sie beginnt erst dann mit der Bildung von Blütenknospen, wenn Tag und Nacht gleich lang sind – also frühestens um den 23. September.

  • Im professionellen Gartenbau werden Herbstchrysanthemen während der Sommermonate stundenweise mit lichtundurchlässiger Folie überspannt. Diese künstliche Verdunkelung führt dazu, dass sie früher Knospen ansetzen und als blühende Topfpflanzen in den Verkauf gehen können.

8. Sind Chrysanthemen essbar?

Blätter und Blüten der Chrysantheme sind essbar. Es gibt ausgewiesene Speisesorten, vor allem aus der chinesischen und japanischen Küche. Sie werden ausgesät, als Jungpflanze geerntet, gedünstet oder ähnlich wie geschnittene Petersilie zum Drüberstreuen verwendet.

  • Wichtiger Hinweis: Blüten und Blätter gekaufter Chrysanthemen sollte man nie in der Küche verwenden, weil sie zumeist chemisch behandelt worden sind.

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