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Garten

Giersch: Essbares Wildgemüse erkennen und verwenden

Als Unkraut hat sich der Giersch einen Namen gemacht. Nicht auszurotten soll er sein – zum Glück für alle Wildgemüse-Feinschmecker. Erfahren Sie, wie man Giersch erkennt und was man alles mit der Wucherpflanze machen kann.

Erntefrisch, April, Giersch
Foto: Mauritius Images / Frank Hecker / Alamy / Alamy Stock Photos
Giersch ist ein sehr wohlschmeckendes und gesundes Wildgemüse. Roh schmeckt er ähnlich wie Petersilie und gekocht wie kräftiger Spinat.

Inhalt:

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Wie sieht Giersch aus?

Wer Giersch noch nicht in der Natur gesehen hat, lässt sich die Pflanze von einem Kräuterkundigen zeigen, um eine Verwechslung mit dem giftigen Schierling oder anderen giftigen Doppelgängern zu vermeiden. Wichtig ist: Sammeln Sie nur Wildkräuter, wenn Sie sich hundert Prozentig sicher sind, diese zu bestimmen.

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  • Mit dem Merksatz: „Drei, drei, drei - bist beim Giersch dabei“ kann man das Wildkraut erkennen: Der Stängel ist im Querschnitt dreieckig und hohl, und der Giersch hat in der Regel "drei mal drei" eher runde, an den Rändern gefiederte Blätter. Zudem sind diese auf der Unterseite leicht behaart und an der Oberseite glatt.

  • Zu Sommerbeginn öffnet er seine zartweißen Blüten, die dem Kümmel und seinen Verwandten ähnlich schauen. Er ist ein „Wasserkraut“, wie man landläufig sagt. So werden alle Doldenblütler genannt, weil sie für Laien so schwer zu unterscheiden sind. Daher gilt gerade zur Blütezeit besondere Vorsicht beim Bestimmen.

  • Typischer Duft: Der Giersch hat ein eigenwilliges und würziges Aroma, das an eine Mischung von Petersilie und Fenchel erinnert.

Giersch, Blüte
Foto: Mauritius images/ Sunbird Images / imageBROKER
Giersch mit zarten Blüten.

Über den Giersch im Garten

  • Der gewöhnliche Giersch zählt mit der Brennnessel zu unseren ältesten Wildgemüsen.

  • Zu finden ist er von März bis September, Blütezeit zu Sommerbeginn. Er kann in dieser Zeit geerntet und gegessen werden. Besonders wohlschmeckend sind seine zarten Blätter im Frühling, welche auch leichter erkennbar sind. Im Sommer wird der Doldenblütler manchmal mit dem giftigen Schierling und anderen giftigen Doppelgängern verwechselt, hier ist Vorsicht geboten!

  • Wächst so gut wie überall: in Fugen, Ritzen, neben Rosenstöcken, in Gemüsebeeten, Wäldern, Hecken und Gebüschen.

  • Gilt als anspruchslose Pflanze, er liebt zwar Nährstoffe, kommt aber auch ohne sie aus. Er schätzt Feuchtigkeit und Schatten, allerdings auch Sonne und Dürre.

  • Giersch ist eine Wucherpflanze: starke unterirdische Wurzelausläufer (Rhizome), können sich bis zu 3 Meter ausweiten.

  • Giersch hat Wasser gern und speichert davon viel (87 % Wassergehalt im Kraut). Deshalb ist er auch für die Trocknung bei der Heuernte oder als Tee weniger geeignet. Seine Feuchtigkeitsliebe lässt uns ahnen, wo wir ihn finden: in Auen, im Schatten unten den Himbeeren, am Waldrand und am Flussufer.

Woher hat der Giersch seinen Namen?

  • Botanischer Name: Aegopodium podagraria, gehört zu der Familie der Doldenblütler (Apiaceae)

  • Giersch hat eine Vielzahl von regionalen Beinamen. Geißfuß wird er genannt, Gichtkraut und manchmal auch St. Gerhardskraut, weil der heilige Gerhard Schutzpatron der Gichtkranken ist. Ein anderer Name, Erdholler, entstand durch die Ähnlichkeit der Blätter mit Holunder.

Kulinarische Verwendung

  • In alten Kräuterbüchern lesen wir über Herba Sancti Gerhardi in Frühlingsgerichten, womit der Giersch gemeint ist.

  • Junge Giersch-Blätter schmecken herb-karottenartig und ergänzen Salate, Spinatersatz, Suppen und Gemüsegerichte. Ältere Sommerblätter erinnern an Petersilie, sie werden als Gewürz in kleinen Mengen verwendet. Die Blüten des Gierschs schmecken fein süß. Den Giersch können Sie von März bis September in der Küche verwenden.

  • Giersch bietet sich als frisches Wildgemüse an. Und frisch bedeutet wirklich erntefrisch. Aus dem lästigen Unkraut wird auf diese Weise eine feine und gesunde Speisenbeilage.

  • Die Stiele des Gierschs lassen sich als Wildsalat zubereiten und sind in Blattsalaten eine würzige Zugabe.

  • Mit frisch gepflückten Gierschblättern kann man Früchtebowle und Gemüsegetränke aromatisieren.

  • Gedünstet und fein püriert werden Gierschblätter zu Spinat verarbeitet.

Rezepte mit Giersch

Einfache Kräuterpaste mit Giersch

  • 100 g Giersch (eventuell gemischt mit etwas Schafgarbe oder Bärlauch)

  • 10 g Salz

  • etwas Olivenöl

  1. Kräuter mit Salz und Öl in der Küchenmaschine zerkleinern, in Schraubgläser füllen, oben mit einer Schicht Öl abschließen (Haltbarkeit) sowie kühl und dunkel lagern.

  2. Die Kräuterpaste wird zum Würzen, für Aufstriche und für Kräuterbrote im Sommer und im Winter verwendet.

Häufig gestellte Fragen zum Giersch

Für was ist Giersch alles gut?

Giersch zählt mit der Brennnessel zu unseren ältesten Wildgemüsen und ist ein Alleskönner in der Küche: Ob als Kräutersalz, Wildspinat oder in der Neunkräutersuppe sowie als Backofen-Chips ist der Giersch ein Genuss. Roh schmeckt er wunderbar aromatisch. Zudem eignet sich das grüne Wildkraut auch zum Düngen von Gartenpflanzen.

Welcher Teil vom Giersch ist giftig?

Gute Nachrichten: Blätter, Knospen, Samen und auch Blüten sind ungiftig und somit essbar. Wichtig ist, dass Sie ihn zweifelsfrei erkennen, um Verwechslungen mit dem giftigen Schierling und anderen giftigen Doppelgängern zu vermeiden.

Kann man Giersch immer essen?

Der Giersch gilt als Unkraut, gehört aber zu unseren ältesten Gemüsearten. Er ist von März bis September essbar.

Was mache ich mit Giersch im Garten?

Oft unbeliebt bei Gärtnern, da der Giersch sich vor allem wegen seiner Rhizome wild und schnell ausbreitet. Anstatt ihn zu bekämpfen, empfiehlt es sich, ihn einfach zu verspeisenbestenfalls vor der Blüte, damit er sich nicht noch weiter aussät.

Warum ist es nicht gut, Giersch zu entfernen?

Da sich der Giersch unterirdisch sehr schnell ausbreitet und ein großes Wurzelgeflecht hat, verbleibt dieses gerne beim „Ausreißen“ in der Erde – und der Giersch breitet sich weiter aus. Darum empfiehlt es sich, das wilde Frühlingskraut einfach aufzuessen.

Foto: Roland Vorlaufer

Die Salzburger Ernährungswissenschaftlerin Karin Buchart erklärt die Kräfte der Natur und teilt auf servus.com regelmäßig ihr Expertenwissen rund um Ernährung, Kräuter und Pflanzen.

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