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Garten

Ribiseln anbauen und ernten: Sorten, Standort und Schnitt

Es gibt sie in Schwarz, in Weiß und in Rot – von erfrischend säuerlich bis angenehm süß. Ribiseln (Johannisbeeren) sind sehr pflegeleicht und lassen sich im Garten genauso gut anbauen wie am Balkon. Hier erfahren Sie, was die Beeren zum Gedeihen brauchen.

Rot, Weiß, Schwarz: Die drei Farben der Ribisel (Johannisbeere) – von erfrischend säuerlich bis angenehm süß.
Foto: Adobe Stock
Rot, Weiß, Schwarz: Die drei Farben der Ribisel (Johannisbeere) – von erfrischend säuerlich bis angenehm süß.

Wissenswertes über Ribiseln in der Übersicht:

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1. Ribisel im Kurzporträt

Die Ribisel ist seit Jahrhunderten bei uns heimisch und wurde schon im Mittelalter kultiviert. Es gibt sie in Schwarz, in Weiß und selbstverständlich auch in Rot – sie schmecken von erfrischend säuerlich bis angenehm süß und eignen sich für Sirupe und Marmelade.

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Merkmal

Wissenswertes

Botanischer Name

Ribes nigrum (Schwarze Johannisbeere), Ribes rubrum (Weiße und Rote Johannisbeere)

Familie

Johannisbeergewächse (Grossulariaceae)

Wuchs

Sommergrüne, robuste Sträucher ohne Stacheln

Standort

Sonnig bis halbschattig

Boden

Tiefgründig, nährstoffreich, durchlässig

Ernte

Je nach Sorte Mitte Juni bis Ende August

Verwendung

Frisch naschen, als Sirup oder Marmelade einkochen, einfrieren

2. Woher kommt der Name „Ribisel“?

Der Name Johannisbeere bezieht sich auf die Reifezeit der Beeren um den Johannistag, den 24. Juni. Auch die Namen Santihansbeere, Hanstraube oder Sant Johannis Trübelin sind auf den Erntezeitpunkt und die Ähnlichkeit zu Trauben zurückzuführen.

Je nach Region hat die Ribisel viele Namen: In Österreich und Bayern heißt sie Ribisel, in Deutschland Johannisbeere, in der Schweiz Meertrübeli. Den Ausdruck Riwesl findet man im Pinzgau; Zaufen oder Zanherle nennen sie die Südtiroler. Eine Auswahl weiterer Mundart-Namen:

Mundart-Name

Region

Riwasn

Murtal

Riiwisl

umgangssprachlich

Hånsber

Brixental

Santehannisbeer

Südvorarlberg

Sauffe

Imst/Oberinntal

Rinesl

Oberes Mölltal

Ribisl

Piesendorf, Fusch/Pinzgau

Populär wurde die Johannisbeere bei uns um das Jahr 1867. Damals verbreitete sich in heimischen Weingärten die Reblaus aus Amerika, die so üble Schäden anrichtete, dass sich die Winzer etwas einfallen lassen mussten: Sie pflanzten Johannisbeerstauden und luden zum Ribiselheurigen, wo sie Ribiselwein ausschenkten – und zwar so lange, bis reblausresistente Weinstöcke importiert und wieder „echte“ Weine gekeltert werden konnten.

3. Welche Ribiselsorten gibt es?

Ob Schwarze, Rote oder Weiße, ist ganz Geschmacksache: Die Roten haben am meisten Fruchtsäure, die Weißen sind etwas milder, die Schwarzen werden eher selten roh gegessen.

Farbe

Empfehlenswerte Sorten

Rot

Jonkheer van Tets, Rovada, Rondom, Rolan

Weiß

Blanca, Weiße Versailler

Rosa

Rosa Kärnten

Schwarz

Dr. Bauers Ometa, Goliath, Titania

Ob rot, weiß oder schwarz: jede Johannisbeere hat ihre geschmacklichen Vorzüge.

4. Welchen Standort brauchen Ribiseln?

Das Gute an den Sträuchern ist, dass sie sehr pflegeleicht sind: sie benötigen nur einen sonnigen Standort inklusive durchlässigem Boden und eine regelmäßige Bewässerung – dann steht einer reichen Ernte nichts mehr im Weg.

  • Licht: sonnig bis halbschattig

  • Boden: tiefgründig, nährstoffreich, durchlässig

  • Feuchtigkeit: Das Erdreich sollte niemals austrocknen – sonst beginnen die Sträucher zu „rieseln": Die Pflanzen werfen dann vorzeitig ihre Blüten und unreifen Früchte ab.

  • Mulch: Ribiseln wissen eine dicke Mulchschicht zu schätzen, die die Feuchtigkeit im Boden hält.

5. Wann werden Ribiseln geerntet?

Die Tradition will es, dass der Juni und die Johannisbeeren zusammengehören. Johanni, den christlichen Feiertag, der am 24. Juni zu Ehren der Geburt von Johannes dem Täufer begangen wird, tragen die Beerenfrüchte in ihrem Namen. Rund um Johanni werden die ersten Johannisbeeren reif. Die Erntezeit der Ribiselfrüchte erstreckt sich je nach Sorte von Mitte Juni bis Ende August.

6. Wie schneidet man Ribiseln zurück?

  • Rote und weiße Ribiseln fruchten am ein- und mehrjährigen Holz. Bei zu dichtem Wuchs sollten die Sträucher im Sommer ausgelichtet werden. Im Herbst werden die Stöcke auf 6 bis 10 kräftige Leittriebe reduziert.

  • Schwarze Ribiseln fruchten am einjährigen Holz: eine regelmäßige Verjüngung ist also wichtig. Der Rückschnitt älterer Äste erfolgt im Frühjahr bodennah.

Tipp: Wenn zwei Sträucher nebeneinanderstehen, fördert das die gegenseitige Befruchtung – die Pflanzen bilden mehr Beeren aus.

7. Ribiseln am Balkon: Was ist zu beachten?

Beerensträucher lassen sich ebenfalls in Kästen kultivieren. Die Töpfe sollten ausreichend groß sein – man berechnet 30 bis 50 Liter Erdvolumen pro Pflanze. Um kontinuierlich zu fruchten, brauchen sie ausreichend Nährstoffe. Eine Gabe Kompost im Frühjahr oder ein organischer Dünger ist vor allem im zweiten Jahr notwendig, um die vom Vorjahr ausgelaugte Erde wieder aufzupeppen.

  • Das Erdreich sollte niemals austrocknen, da die Sträucher sonst zu „rieseln“ beginnen – das heißt, die Pflanzen werfen vorzeitig ihre Blüten und unreifen Früchte ab. Tipp: Die Erde in den Töpfen mit einer Mulchschicht aus Rinden- oder Holzhäckselmaterial abdecken, dadurch verdunstet weniger Wasser.

  • Nach der Ernte werden die Pflanzen auf 5 bis 8 gesunde starke Triebe ausgelichtet. So kann man mehr Lichteinfall für die kommende Saison schaffen und gibt verbleibenden Trieben mehr Kraft.

  • Empfehlenswerte Ribiselsorten für den Balkon: die robuste „Rovada“ oder die hellrote „Rolan“.

8. Was kann man aus Ribiseln machen?

Nach der Ernte werden die Ribiselfrüchte entweder gleich gegessen, zu Marmelade oder Sirup weiterverarbeitet oder direkt eingefroren. Ein Klassiker ist der Schwarze Johannisbeersirup.

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