Anzeige

Garten

Kleine Beerenkunde

Ogrosl oder Hoarbeer, Bromba oder Granngln, Ananas oder was? Der sommerliche Servus-Wegweiser durchs süße Reich der Beeren.

Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren und Blaubeeren in einem Holztablett
Foto: mauritius images / The Picture Pantry / Ramón López Farinós
Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren und Heidelbeeren auf einem Holztablett.

Sommerbeeren in der Übersicht:

Anzeige

Heidelbeere

  • Botanischer Name: Vaccinium sp.

  • Familie: Heidekrautgewächse (Ericaceae)

  • Regionale Namen: Blaubeere, Schwarzbeere; Hoarbeer heißt sie in Oberösterreich, Twasper in Bayern.

  • Namensableitung: Die Heidelbeere wächst dort, wo ihr Name herkommt: auf der Heide.

  • Sorten: Der Waldheidelbeerstrauch (Vaccinium myrtillus) wird bis zu 40 cm hoch und trägt kleine Beeren mit dunklem, stark färbendem Fruchtfleisch, Ernte: von Juli bis September. Der Kulturheidelbeerstrauch (Vaccinium corymbosum) erreicht eine Höhe von bis zu 1,5 m und trägt große Beeren mit weißem Fruchtfleisch, Ernte: je nach Sorte von Juni bis Oktober.

  • Garten: Kultivieren lassen sich ausschließlich Kulturheidelbeersorten, und zwar im Moorbeet. Wie Azaleen und Rhododendren brauchen sie einen sauren Boden, sind ansonsten aber genügsam. Nicht zu viele Nährstoffe und auch keinen Kompost zugeben! Die Kultur im Hochbeet ist empfehlenswert. Hinweis: Beeren mittels Netzen vor Vögeln schützen.

  • Sammeln: In Österreich wird gern der Blaubeerkamm verwendet – auch Heidelbeerkamm oder regional „Raffel“ genannt. Bei der Ernte fallen die Beeren in den Kasten mit seinem aufgesetzten Kamm. Einziger Nachteil: Es werden auch unreife Beeren und Blätter mitgesammelt.

Servus Garten WhatsApp-Kanal
Heidelbeere, Beerenkunde
Foto: Pixabay
Heidelbeeren

Ribisel

  • Botanischer Name: Ribes nigrum (Schwarze Johannisbeere) und Ribes rubrum (Weiße und Rote Johannisbeere)

  • Familie: Johannisbeergewächse (Grossulariaceae)

  • Regionale Namen: Den Ausdruck Riwesl findet man im Pinzgau; Zaufen oder Zanherle nennen sie die Südtiroler, in Deutschland heißen sie Johannisbeeren und in der Schweiz Meertrübeli.

  • Namensableitung: Der Name Johannisbeere bezieht sich auf die Reifezeit der Beeren um den Johannistag, den 24. Juni. Auch die Namen Santihansbeere, Hanstraube oder Sant Johannis Trübelin sind auf den Erntezeitpunkt und die Ähnlichkeit zu Trauben zurückzuführen.

  • Sorten: Jonkheer van Tets (rot), Rovada (rot), Weiße Versailler (weiß), Titania (schwarz)

  • Garten: Rote und weiße Ribiseln fruchten am ein- und mehrjährigen Holz; bei zu dichtem Wuchs im Sommer auslichten, im Herbst auf 6 bis 10 kräftige Leittriebe reduzieren. Schwarze Ribiseln fruchten am einjährigen Holz, eine regelmäßige Verjüngung ist also wichtig.

  • Hinweis: Die frischen, zerriebenen Blätter können die Folgen von Insektenstichen lindern.

Erdbeere

  • Botanischer Name: Fragaria sp.

  • Familie: Rosengewächse (Rosaceae)

  • Regionale Namen: Easchbee im Pinzgau, Eapa im Lavanttal, Pröbstlinge in der Steiermark, Ananas in Teilen Niederösterreichs und Kärntens

  • Namensableitung: Der botanische Name Fragaria leitet sich vom lateinischen fragare (duften) ab.

  • Sorten: Die Garten- oder Ananaserdbeere (Fragaria x ananassa) trägt große Früchte im Juni. Monatserdbeeren (Fragaria vesca var. semperflorens) stammen von der heimischen Walderdbeere (Fragaria vesca, großes Foto oben) ab und haben kleinere, aromatische Früchte von Juni bis September. Sie eignen sich zum Verwildern. Vescana-Erdbeeren: Kreuzung aus Garten- und Walderdbeere. Sie sind äußerst pflegeleicht und als Bodendecker bestens für die Erdbeerwiese geeignet. Nach der Ernte abmähen! Übrigens: Die Erdbeere ist eigentlich keine Beere, sondern eine Scheinfrucht, bestehend aus vielen kleinen Nüsschen (Sammelnussfrucht).

  • Garten: Die Jungpflanzen (Kindel) werden am besten im Juli/August gepflanzt, die Früchte reifen dann
    im Juni des Folgejahres. Man sollte Kompost in den Boden einarbeiten und die Pflanzen ausreichend wässern. Gegen Krankheiten und Fäulnis hilft Mulchen mit Stroh oder Ähnlichem, außerdem die Blätter entfernen, ohne dabei die Herzknospe zu verletzen.

Brombeere

  • Botanischer Name: Rubus fruticosus

  • Familie: Rosengewächse (Rosaceae)

  • Regionale Namen: Am Wörthersee nennt man sie Murn, in Oberösterreich Bromba, und im Pinzgau heißt sie Brombee.

  • Namensableitung: Der Ausdruck Brombeere hat sich aus dem althochdeutschen Wort brämberi entwickelt, was so viel heißt wie Dorngebüschbeere oder Beere des Dornstrauchs.

  • Sorten: Loch Ness und Navaho. Beide sind ohne Stacheln.

  • Garten: Am besten gedeiht die Brombeere an einem sonnigen, nicht zu engen Standort. Der Boden sollte tiefgründig, humos, gleichmäßig feucht, aber ohne stauende Nässe sein. Eine Schicht Rindenmulch, Gras oder Laub hält den Boden so locker und feucht, wie es die Beerensträucher mögen. Brombeeren brauchen ein Gerüst, auf dem die Ruten aufgebunden werden. Sie fruchten an den Kurztrieben der letztjährigen Ranken. Abgetragene Triebe im Herbst bodentief zurückschneiden, diesjährige Triebe lassen. Sie tragen im nächsten Jahr.

  • Volksglaube: Mit der ersten Brombeere im Jahr lassen sich hartnäckige Warzen vertreiben. Wer allerdings nach dem 10. Oktober noch Brombeeren pflückt, dem soll Unglück geschehen, weil der Teufel an diesem Tag seinen Pferdefuß auf die Pflanze stellt und all jene verwünscht, die nach den Beeren greifen. So bleiben die letzten Früchte wenigstens den Vögeln im Winter.

Beere, Brombeere
Foto: Pixabay
Brombeere

Himbeere

  • Botanischer Name: Rubus idaeus

  • Familie: Rosengewächse (Rosaceae)

  • Regionale Namen: Im Pinzgau heißt sie Imbee, im Lungau Humbee.

  • Namensableitung: Das Wort Himbeere kommt vom althochdeutschen hintperi, was so viel wie „Beere der Hirschkuh“ bedeutet.

  • Sorten: Frühtragende Sorten wie Rubaca fruchten an den Ruten, die sich im vorangegangenen Jahr gebildet haben. Spättragende Himbeeren wie Autumn Bliss tragen an den neugebildeten, diesjährigen Ruten. Auch die Himbeere ist aus botanischer Sicht keine Beere, sondern eine Sammelsteinfrucht!

  • Garten: Die Himbeere hat im Garten sehr ähnliche Ansprüche wie die Brombeere. Achtung, für beide gilt: den Boden nur flach bearbeiten, um die Wurzeln nicht zu verletzen.

  • Tipp: Die Früchte der Himbeeren sind sehr empfindlich – auf keinen Fall unter fließendem Wasser waschen! Kurz in lauwarmes Wasser tauchen und gut abtropfen lassen.

Himbeere, Beerenkunde
Foto: Pixabay
Himbeere

Preiselbeere

  • Botanischer Name: Vaccinium oxycoccus 

  • Familie: Heidekrautgewächse (Ericaceae)

  • Regionale Namen: Moosbeere, Kranichbeere, Granten oder Granngln.

  • Namensableitung: Die Blüten der Preiselbeere erinnern an den Kopf und Hals eines Kranichs – deshalb auch Kranichbeere.

  • Sorten: Koralle oder Red Pearl (von Vaccinium vitisidaea) bringen hohe Erträge und sehen auch über den Winter prächtig aus.

  • Garten: Die Preiselbeere braucht einen sauren Boden und lässt sich gut im Hochbeet kultivieren. Sie ist äußerst anspruchslos und ausläufertreibend.

  • Tipp: Wegen des hohen Gehalts an Ascorbinsäure, Benzoe- und Salizylsäure haben Preiselbeeren eine konservierende Wirkung, verlängern also auch die Haltbarkeit von Lebensmitteln. Schon gewusst? Diese 8 Lebensmittel halten ewig.

Stachelbeere

  • Botanischer Name: Ribes uva-crispa

  • Familie: Johannisbeerengewächse (Grossulariaceae)

  • Regionale Namen: Agrasl, Orgosl, Mungatzen, Mei(t)schg(a)le, Mauchale, Neischgl. Früher wurde die Stachelbeere auch als Klosterbeere bezeichnet.

  • Namensableitung: Die Beeren selbst sind nicht stachelig, allerdings schützen sich ihre Triebe mit spitzen Stacheln.

  • Sorten: Es gibt sie in verschiedenen Farben: in Grün (Invicta) und Rot (Pax). Die Form ist kugelig, die Beeren sind meist gestreift.

  • Garten: Die stacheligen Sträucher haben dieselben Boden- und Standortansprüche wie Himbeeren und Brombeeren. Da sie leicht von Mehltau befallen werden, am besten resistente Sorten wählen. Stachelbeeren fruchten am einjährigen Holz, regelmäßige Verjüngung ist daher wichtig.

Anzeige