Hochbeet richtig anlegen: So lohnt es sich!
Jäten, ohne sich zu bücken, reiche Ernte auf kleinem Raum und Schutz vor Schädlingen: Ein Hochbeet macht es möglich. Erfahren Sie, was für oder auch gegen ein Hochbeet spricht, welcher der beste Standort ist, was man darin anpflanzt und wie man es pflegt.
- Warum sollte man sich ein Hochbeet anschaffen?
- Warum kein Hochbeet mehr?
- Wie kann man ein Hochbeet langfristig erhalten?
- Wohin mit dem Hochbeet?
- Welche Vorbereitung trifft man für ein Hochbeet?
- Mit welchen Schichten wird ein Hochbeet befüllt?
- Welche Pflanzen kommen ins Hochbeet?
- Welche Pflanzen sollten nicht ins Hochbeet?
Warum sollte man sich ein Hochbeet anschaffen?
Ihr Rücken wird es Ihnen als Erster danken, weil Sie sich nicht mehr bücken müssen. Doch dass Sie im Stehen gärtnern können, ist nicht der einzige Vorteil eines Hochbeets. Auch die Pflanzen haben mit einem Hochbeet ihre helle Freude. Drei Gründe, die für ein Hochbeet sprechen:
1. Für ein Hochbeet braucht man keinen Garten
Mit einem Hochbeet wird das Anpflanzen und Ernten vom eigenen Gemüse auch am Balkon oder auf der Terrasse möglich. Er braucht nicht viel Platz und kann dem Raumangebot entsprechend gebaut werden.
2. Ein Beet, das sich selbst beheizt
Der Aufbau aus organischem Material, also aus Ästen, Rasenschnitt, Laub, Kompost und Gartenerde, führt zu einem besonders langsamen Verrottungsprozess. Weil das aufgeschichtete Füllmaterial des Hochbeets im Laufe der Zeit von Bodenlebewesen zersetzt wird, entsteht Wärme, die den Pflanzen einen Wachstumsvorsprung verschafft und frühere Ernten erlaubt. Auch können sie zeitiger im Frühling angebaut werden. Gleichzeitig werden bei der Zersetzung von organischem Material auch Nährstoffe für die Pflanzen verfügbar. Für wärmeliebendes Gemüse wie Paradeiser, Paprika, Kürbis oder Zucchini ist ein Hochbeet ein kleines Paradies.
3. Schädlinge haben es schwerer
Lästige Schädlinge haben's mit einem Hochbeet umso schwerer. Wer auf dem Grund des Beetes ein grobes Gitter einzieht, hält Maulwürfe und Wühlmäuse fern. Und Nackschnecken lassen sich auf der überschaubaren, aber umso intensiver genutzten Anbaufläche leichter in Schach halten. Auch ein Schneckenzaun lässt sich hier leicht anbringen.
Weitere Infos zur Schädlingsbekämpfung:
Warum kein Hochbeet mehr?
Gegen ein Hochbeet sprechen die höheren Material- und Füllkosten sowie der größere Aufwand beim Bau und bei der Erstbefüllung. Außerdem trocknet ein Hochbeet schneller aus, sodass Sie häufiger gießen müssen, und bei Holzkonstruktionen ist die Lebensdauer begrenzt, da das Material mit der Zeit verrottet. Hinzu kommt, dass sich die Füllung in den ersten Jahren stark setzt und regelmäßig nachgefüllt werden muss.
Viele Gärtnerinnen und Gärtner entscheiden sich dennoch dafür, da ein Hochbeet rückenfreundliches Gärtnern ermöglicht, sich die Erde schneller erwärmt (frühere Ernte), Schädlinge wie Wühlmäuse und viele Schnecken leichter ferngehalten werden können und Sie auf kleiner Fläche sehr ertragreich und übersichtlich gärtnern können.
Wie kann man ein Hochbeet langfristig erhalten?
Wählen Sie langlebige Materialien (z. B. Lärchenholz, Metall oder Stein), kleiden Sie das Hochbeet innen mit Folie aus, schützen Sie Holz außen mit geeigneter Lasur und sorgen Sie mit einem Drahtgitter unten für Wühlmausschutz und guten Wasserabfluss.
Füllen Sie jedes Jahr 5–10 cm Kompost oder gute Erde nach, achten Sie auf Fruchtfolge und setzen Sie zwischendurch Gründüngung ein, damit Nährstoffe und Bodenleben erhalten bleiben.
Kontrollieren Sie einmal jährlich Schrauben, Folie und Holz auf Schäden, bessern Sie Risse oder rostige Stellen aus und optimieren Sie bei Bedarf die Bewässerung durch Mulch oder Tropfbewässerung.
Wohin mit dem Hochbeet?
Welcher ist der ideale Standort für ein Hochbeet? Gartenarchitektin Sophie Flödl rät:
Sonnig: Das Hochbeet sollte, wenn Kräuter, Gemüse und Naschobst darin gepflanzt werden, bestenfalls mindestens sechs Stunden am Tag Sonne bekommen.
Praktisch: Köche freut es besonders, wenn das Hochbeet in der Nähe der Küche platziert ist. So sind die Wege zu Kräutern und Gemüse kürzer.
Himmelsrichtung: Wer das Hochbeet als Frühbeet nutzen möchte, sollte auf eine Längsrichtung von West nach Ost achten.
Schattenquellen im Sommer: Ein laubabwerfendes Gehölz an der Südseite des Beets sorgt im Hochsommer für wohltuende Beschattung.
Bewässerung: Eine Regentonne oder der Wasseranschluss sollten in der Nähe sein.
Welche Vorbereitung trifft man für ein Hochbeet?
Unabhängig davon, ob Sie ein Hochbeet kaufen oder selbst bauen möchten, sollten Sie bei der Vorbereitung des Fundaments auf einige wichtige Punkte achten:
Schritt 1: Die geplante Grundfläche markieren.
Schritt 2: Eine etwa 25 cm tiefe, rechteckige Grube ausheben.
Schritt 3: Den Boden mit einem Drahtgeflecht (Wühlmausgitter) auslegen.
Besonders wichtig: Es hält Wühlmäuse und Maulwürfe fern, lässt aber dennoch ausreichend Raum für den Luftaustausch und für nützliche Bodenorganismen wie Regenwürmer.(Optional) Schritt 4: Eine Noppenfolie im Inneren auslegen.
Dies wird insbesondere bei Konstruktionen aus Holz empfohlen, da es das Material langfristig schützt. Wer möchte, kann den Rand zusätzlich mit alten Fliesen auslegen - das schützt den Holzrahmen vor Feuchtigkeit.
Möchten Sie Ihr Hochbeet selbst bauen? Hier finden Sie die Servus-Rundum-Anleitung:
Mit welchen Schichten wird ein Hochbeet befüllt?
Schicht: ca. 40 cm hoch grobes Schnittmaterial (Äste, Pflanzenstängel, Staudenschnitt), leicht mit Erde bedeckt
Schicht: ca. 25 cm hoch Rasenschnitt oder feines Häckselgut mit grünen Gartenabfällen
Schicht: 25 cm halbfertiger Kompost, Laub oder abgelagerter Stallmist
Schicht: Nun wird eine Mischung aus feinem Kompost mit Gartenerde und guter Aushuberde eingefüllt.
Zwischen den Schichten kann Urgesteinsmehl eingestreut werden. Das fördert das Bodenleben und die Zersetzung. Im Nächsten Schritt kann bepflanzt werden ...
Welche Pflanzen kommen ins Hochbeet?
Im Hochbeet darf fast alles wachsen, aber der Platz ist kostbar. Deshalb lohnt es sich, gezielt jene Kulturen zu wählen, die viele und lange Ernten bringen und die gute Beetnachbarn sind.
1. Starkzehrer: Ideal fürs nährstoffreiche Hochbeet
Frisch gefüllte Hochbeete sind wahre Nährstoffbomben – perfekt für Gemüsesorten mit „großem Hunger“ z.B.:
Tomaten (z. B. Cocktail- und Salattomaten wie „Goldita“, „Black Plum“)
Gurken – im Hochbeet am besten Snackgurken: viele kleine Früchte statt wenige große
Zucchini – besser als Kletterzucchini am Rankgerüst, sonst nimmt eine Pflanze ca. 1 m² ein
Diese Starkzehrer kommen in den ersten 1–2 Jahren meist ohne Zusatzdünger aus, weil die Hochbeet-Füllung (Häcksel, Rasenschnitt, Laub, Kompost, Mist, Erde) viel Nährstoff liefert.
2. Blattsalate und Schnellernter für laufende Ernte
Für Lücken im Beet und schnellen Nachschub eignen sich kurzlebige, mehrmals beerntbare Kulturen:
Salat: Pflücksalate (z. B. bunte Mischungen wie „Misticanza“), Lollo rosso, Rucola
Wichtig: Im Hochbeet sind Pflück- und Schnittkulturen ideal. Sie ernten immer nur die äußeren Blätter, die Pflanzen treiben nach – so nutzen Sie den knappen Platz.
Mehr Schnellwachsendes Gemüse finden Sie hier: Schnellwachsendes Gemüse: 6 Sorten für ungeduldige Gärtner
3. Kräuter und Blühpflanzen als perfekte Beetpartner
Ins Hochbeet gehören unbedingt robuste, schnittverträgliche Kräuter. Sie locken Nützlinge an und füllen kleine Lücken:
Kräuter: Schnittlauch, Blattpetersilie oder Basilikum ( besonders gut unter Tomaten, Gurken & Co.)
Für noch mehr Nutzen und Farbe können Sie zwischen dem Gemüse Blühpflanzen wie Ringelblumen oder Zinnien anbauen. Sie fördern Bodenleben, locken Bestäuber an und machen das Hochbeet widerstandsfähiger.
4. Herbst- und Wintergemüse fürs „verlängerte“ Hochbeet
Ab Sommer lässt sich das Hochbeet schon für die kühlere Jahreszeit vorbereiten:
Kohlsprossen (Rosenkohl), Grünkohl oder Pastinaken
Diese Kulturen nutzen frei werdende Plätze im Sommer und liefern späte bis winterliche Ernten.
Welche Pflanzen sollten nicht ins Hochbeet?
Platz gut nutzen: Wirklich „verboten“ ist im Hochbeet kaum etwas – aber manches nutzt den Platz schlechter. Mais bringt nur wenige Kolben pro Pflanze und blockiert viel Fläche. „Normale“ Zucchini wuchern – im kleinen Hochbeet, deshalb sollte man lieber rankende Sorten wählen.
Auf gute Nachbarschaft achten: Tomaten, Paprika, Chili passen gut zu: Bohnen, Kohl, Lauch, Salaten, Zwiebelgewächsen – weniger gut zu Melanzani (Auberginen) und Fenchel. Gurken vertragen sich mit Bohnen, Erbsen und Kräutern – meiden sollten Sie die direkte Nähe von Zucchini.
Weiterführendes Gartenwissen:
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