Pflanzen vermehren: 5 bewährte Methoden für Garten, Balkon und Topf
Aus einer Pflanze werden zwei, aus zwei werden vier: Wer die richtige Methode kennt, vermehrt Sträucher, Stauden und Balkonpflanzen ganz ohne Kosten. Fünf Methoden im Überblick.
Ob Steckling, Teilung, Ableger oder Absenkung – jede Pflanze hat ihre besondere Vorliebe, um ihre Art zu erhalten und zu vervielfältigen. Das können wir uns im Garten zu Nutze machen und so unsere Sträucher, Kräuter, Obstgehölze, Balkon- und Kübelpflanzen in Eigenarbeit vermehren. So bleibt unsere Ruheoase jung und Bienen und Insekten erfreuen sich an den neuen Labstellen genauso, wie wir uns an ihrem Anblick.
Pflanzen vermehren: 5 Methoden im Überblick
1. Pflanzen vermehren mit Steckhölzern
So funktioniert es: Triebstücke von verholzten Pflanzen werden im Winter abgeschnitten und zum Bewurzeln in Erde gesteckt.
Geeignete Pflanzen: Blütensträucher wie Hartriegel, Sommerflieder oder Forsythie sowie Obstgehölze wie Johannisbeere, Himbeere oder Holunder.
Bester Zeitpunkt: November bis Februar, an frostfreien Tagen.
2. Pflanzen vermehren durch Teilung
So funktioniert es: Ein gewachsener Wurzelstock wird ausgegraben und in mehrere Teile gestochen – jeder Teil wächst als eigenständige Pflanze weiter.
Geeignete Pflanzen: Gartenstauden wie Storchschnabel, Frauenmantel, Taglilien und Funkien sowie Gräser und Kübelpflanzen.
Bester Zeitpunkt: Frühjahr oder Herbst.
3. Pflanzen vermehren mit Stecklingen
So funktioniert es: Junge, noch weiche Triebe werden abgeschnitten und in Erde gesteckt, wo sie Wurzeln bilden.
Geeignete Pflanzen: Kübel- und Balkonpflanzen wie Fuchsien und Wandelröschen, Kräutern wie Basilikum und Minze sowie die meisten Sommerblumen.
Bester Zeitpunkt: Hochsommer, wenn die Triebe gut ausgereift sind.
4. Pflanzen vermehren durch Absenker und Ableger
So funktioniert es: Ein langer, biegsamer Trieb der Mutterpflanze wird in die Erde gelegt, bildet dort Wurzeln und wird erst dann abgetrennt.
Geeignete Pflanzen: Sträucher mit langen, flexiblen Trieben wie Buchs, Liguster, Hartriegel oder Beerensträucher sowie Kletterpflanzen wie Clematis, Glyzinien und Geißblatt.
Bester Zeitpunkt: Juni und Juli.
5. Orchideen vermehren aus Kindel
So funktioniert es: Beim Umtopfen werden neue Triebe vorsichtig von der Mutterpflanze getrennt und in frisches Substrat gesetzt.
Geeignete Pflanzen: Orchideen, die alle zwei bis drei Jahre umgetopft werden.
Bester Zeitpunkt: Frühjahr zu Beginn der Wachstumsperiode oder Herbst nach der Blütephase.
Warum es eine gute Idee ist, Pflanzen selbst zu vermehren
Aus einer einzigen kräftigen Mutterpflanze werden viele: Wer seine Pflanzen selbst vermehrt, spart Geld, schont Ressourcen – und erlebt nebenbei, wie aus einem Trieb, einem Ableger oder einem geteilten Wurzelstock ein eigenständiges Leben entsteht. Das macht etwas mit einem.
Was dazu kommt: Selbst vermehrte Pflanzen sind oft bereits bestens an den eigenen Standort angepasst, weil sie aus eben diesem Garten stammen. Und wer mehr zieht als er braucht, hat immer etwas zum Verschenken – an Nachbarn, Freunde, die Familie.
Bei welchen Pflanzen es nicht oder nur eingeschränkt funktioniert
Nicht jede Pflanze lässt sich problemlos – und vor allem sortenecht – vermehren. Ein paar Ausnahmen, die man kennen sollte:
Veredelte Pflanzen wie viele Rosen oder Obstbäume: Aus Samen entstehen meist nicht dieselben Eigenschaften wie bei der ursprünglichen Sorte.
Moderne F1-Hybride: Nachkommen fallen oft uneinheitlich aus und unterscheiden sich in Wuchs, Ertrag oder Geschmack von der Mutterpflanze.
Schwierige Gehölze wie bestimmte Magnolien oder Zaubernüsse: Sie wurzeln nur schlecht oder brauchen besondere Bedingungen.
Rechtlich geschützte Züchtungen: Manche neueren Sorten dürfen nicht ohne Weiteres vermehrt werden.
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