Aromatische Rezepte mit Rum
Punschkrapferln, Malakofftorte und andere hochprozentigen Köstlichkeiten der österreichischen und böhmischen Mehlspeisküche mit Rum. Und was die abenteuerliche Seefahrt damit zu tun hat.
Rezepte und Rum-Wissen in der Übersicht:
Was ist Rum?
Rum ist ein Branntwein, der aus Zuckerrohrmelasse oder anderen Zuckerrohrbestandteilen hergestellt wird. Zuerst farblos, werden ihm beim Brennen würzende Aromen zugesetzt.
Durch die Lagerung in Eichen- oder gebrauchten Sherryfässern bekommt er Farbe und zusätzliches Aroma.
In Österreich und Deutschland entstand Anfang des 19. Jahrhunderts Inländer-Rum als Ersatzprodukt für den teuren Import-Rum aus Zuckerrohr.
Woher hat der Rum seinen Namen?
Es könnte sein, dass das Wort Rum aus einer Kurzform des lateinischen saccharum für Zuckerrohr entstanden ist.
Wahrscheinlicher aber ist eine andere, viel farbenprächtigere Herkunftsgeschichte. Darin geht es um Matrosen und Hafenspelunken und um den Tumult, den das traditionelle Lieblingsgetränk von Seeleuten aller Couleurs hervorzurufen imstande ist – wenn, ja, wenn man zu viel davon erwischt.
So ein ordentlicher alkoholgeschwängerter Krawall heißt auf Englisch nämlich rumbustion oder rumbullion. Diese Slangausdrücke gelten als die wahrscheinlichsten Namensgeber des Rums.
So geht es mit Tabak und Rum: Erst bist du froh, dann fällst du um.Wilhelm Busch
Warum trinken Piraten und Seefahrer Rum?
Ehemals wurde das durch Rum hervorgerufene Rumkugeln sogar amtlich gefördert: Nicht nur die großen Seefahrernationen zahlten ihren Marinemännern noch bis weit ins 20. Jahrhundert hinein einen Teil ihres Lohns in Rum aus.
Auch die kleine Flotte der österreichisch-ungarischen Monarchie gab tägliche Rum-Rationen an ihre Leute aus. Rum sollte die Moral stärken und wegen seines hohen Alkoholgehalts auf See dafür sorgen, Keime in Schach zu halten.
Unwiderstehliche Rezepte mit Rum
Auf hoher See hob Rum die Moral der Matrosen, zu Lande verleiht er Nachspeisen, Trinkschokolade, Punsch und Jagatee eine beschwingte Note.
1. Punschkrapferl
Wer würde bestreiten, dass erst Rum dem schokoladigen Kern von zuckerlrosa glasierten Punschkrapferln das gewisse Etwas verleiht? Uns hat der Zuckerbäcker des Wiener Traditionshauses Schwarzes Kameel das Original-Rezept verraten.
Gut zu wissen: Der Punschkrapfen ist ein klassisches Gebäck aus Wien. Er wird aus feinem Biskuitteig und einer süßen Fülle aus Marmelade und Rum hergestellt und anschließend mit einer rosafarbenen Punschglasur überzogen. Unwiderstehlich gut, nicht nur für Naschkatzen.
2. Malakofftorte
Eine Malakofftorte wird erst zur Malakofftorte, wenn Löffelbiskuits und Biskuitboden kurz durch Rum gezogen wurden. Da sind wir uns sicher!
3. Besoffener Kapuziner
Zugegeben, man kann es auch schnell übertreiben mit der Liebe zum Rumdessert, wie an einem anderen großen Klassiker der altösterreichischen Küche zu ersehen ist: dem Besoffenen Kapuziner, dessen Farbe einer Mönchskutte gleicht. Diese Mini-Haselnussgugelhupfe werden vor dem Servieren mit einem Sirup aus Rum, Wein, Orangensaft und Zucker getränkt; oftmals so stark, dass man sich nicht mehr ganz sicher sein kann, ob man den Besoffenen Kapuziner mehr isst oder mehr einsaugt. Er ist jedenfalls eine echte Köstlichkeit – kann aber auch leicht zur b’soffenen G’schicht’ werden.
4. Mokka-Rum-Creme
Welche herrliches Dessert, wunderbar zum Vorbereiten und mit himmlischem Rum-Aroma: probieren Sie unsere leichte Mokka-Rum-Creme, Sie werden diese immer wieder genießen wollen.
5. Rumschnecken mit Marzipan
Flaumiger Germteig, duftende Nüsse, Marzipan und ein Hauch von Rum: das macht unsere Rumschnecken so unwiderstehlich.
6. Schwarzplentener Riebler von Paula Bründl
Servus-Köchin Paula Bründl schwört auf das Oma-Elixier Rum. Daher kommt auch in ihren Riebler ein guter Schuss davon hinein.
7. Heiße Schokolade
Ob man nun in den Tee einen Schuss Rum hinzufügt, und ihn so zum Jagatee macht oder sich eine cremige heiße Schokolade mit Rum gönnt, ist Geschmacksache. Wir haben für letztere ein Rezept mitgebracht.
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