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Gute Küche

9 Bundesländer, 9 Knödelrezepte: So rund schmeckt Österreich

Österreich ist ein Knödelland. Ob mit Bohnen im Burgenland, Schwarzbrot im Waldviertel, Polenta in der Steiermark oder feinem Brät in Vorarlberg: Kaum ein Gericht zeigt sich bei uns so vielseitig wie der Knödel.

Hände formen einen herzhaften Knödel, daneben steirische Polentaknödel mit Kürbisgemüse und Kürbiskernen.
Foto: Eisenhut & Mayer
Neun Bundesländer, unzählige Knödel: Wir machen uns auf eine genussvolle Reise durch Österreich. Im Bild: Kärntner Montagsknödel (links) und steirische Polentaknödel mit Kürbisgemüse und Kürbiskernen.

Zum österreichischen Nationalfeiertag am 26. Oktober 2026 machen wir eine kulinarische Knödel-Reise durch alle neun Bundesländer. Die Knödelrezepte in der Übersicht:

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Burgenland: Bohnenknödel

Im Burgenland kennt man sich mit Bohnen schon seit Menschengedenken aus. Sie landeten im Sterz, im Strudel und in der Suppe und wurden früher sogar zwischen den Reben der Weingärten angebaut. Kein Wunder also, dass sie auch im Knödel eine gute Figur machen: mit Speck und Semmeln und dazu ein cremiger Gurkensalat.

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Kärnten: Montagsknödel

Montag ist Knödeltag. So will es zumindest ein altes Kärntner Volkslied. Und das hatte einen guten Grund: Was vom Wochenende übrig blieb, ob Speck, Wurst oder ein Stück vom Sonntagsbraten, wanderte kurzerhand in den Knödel. Besonders im Lavant- und Glantal waren die deftigen Montagsknödel beliebt.

Niederösterreich: Waldviertler Schwarzbrotknödel

Im Waldviertel versteht man viel vom Brotbacken, und Sauerteig gehört dort seit jeher dazu. Da darf das kräftige Schwarzbrot auch einmal eine runde Form annehmen: Mit Zwiebeln und Gewürzen wird es zum stattliche Knödel, dazu gibt es cremige Schwammerlsauce und mit etwas Glück Schwammerl direkt aus den Wäldern der Gegend.

Oberösterreich: Innviertler Speckknödel

Im Innviertel mag man seine Knödel klein und dafür gern mehrere davon. Traditionell werden sie mit Speck, Grammeln oder Brät gefüllt und am liebsten mit Sauerkraut gegessen. Mit sechs bis acht Stück pro hungrigem Esser muss man schon rechnen, da wird das Knödeldrehen durchaus zum meditativen Prozess.

Salzburg: Stinkerknödel

Bei diesem Namen muss man natürlich genauer hinschmecken: Ihre wenig schmeichelhafte, aber umso sympathischerer Bezeichnung verdanken die Salzburger Stinkerknödel dem würzigen Graukäse. Früher hieß es sogar: Wenn der Käse schon von alleine in die Küche kommt, ist er gerade richtig. Mit Weinkraut und goldbraunen Röstzwiebeln wird daraus eine ziemlich duftende Angelegenheit im allerbesten Sinn.

Steiermark: Polentaknödel

Viel mehr Steiermark passt fast nicht auf einen Teller: Aus Polenta, die man hier auch „Plentn“ nennt, werden kleine Knödeln geformt. Dazu gesellen sich gleich drei steirische Lieblinge auf einmal: Kürbisfleisch, geröstete Kürbiskerne und ein guter Schuss Kürbiskernöl.

Tirol: Spinatknödel

In Tirol darf der Knödel auch einmal grün sein. Spinat, Knödelbrot und Käse ergeben wunderbar herzhafte Spinatknödel, über die zum Schluss braune Butter und Parmesan kommen. Mehr braucht es eigentlich nicht zum Knödelglück.

Vorarlberg: Brätknödel

Brät spielt in der Küche des alemannischen Kulturraums seit jeher eine wichtige Rolle. In Vorarlberg wird aus dem fein pürierten Fleisch sogar eine echte regionale Spezialität: kleine, feine Brätknödel, die in heißer Gemüsebrühe gar ziehen und auch gleich darin auf den Tisch kommen.

Wien: Pálffy-Knödel

In Wien darf der Knödel ruhig ein bisserl vornehmer auftreten. Für den Pálffy-Knödel werden Semmeln mit Butter, Speck und Eiern zu einem stattlichen großen Knödel geformt, im Tuch gegart und anschließend in Spalten geschnitten. Serviert wird er in einer cremigen Hendleinmachsuppe. Namensgeber ist das ungarische Haus Pálffy, das in der Stadt gleich zwei Palais hinterlassen hat.

Ganz Österreich: Semmelknödel

Einer lässt sich einfach nicht in ein Bundesland stecken: der Semmelknödel. Er ist in ganz Österreich zu Hause und fühlt sich neben Schweinsbraten genauso wohl wie bei Gulasch, Ragout oder Schwammerlsauce. Aus altbackenen Semmeln, Milch, Eiern und ein bisserl Butter wird ein echter Klassiker, der beweist: Manchmal schmeckt ganz Österreich einfach rund.

Häufige Fragen rund um Knödel

Heißt es der Knödel oder das Knödel?

Sprachlich korrekt heißt es der Knödel. Vor allem im Osten Österreichs hört man allerdings auch häufig „das Knödel“. Ganz ohne Diskussion geht es bei der Mehrzahl: die Knödel. Und davon darf es schließlich gerne mehr als einer sein.

Woher kommt der Knödel?

Einen einzigen Ursprungsort des Knödels gibt es vermutlich nicht. Die Idee, Brei- und Speisereste zu handlichen Kugeln zu formen, dürfte sich an verschiedenen Orten unabhängig voneinander entwickelt haben. Archäologische Funde aus der Jungsteinzeit zeigen, wie weit die Geschichte knödelähnlicher Speisen zurückreicht.

Woher kommt das Wort Knödel?

Der Name dürfte sich vom mittelhochdeutschen Wort„chnode“ für Knoten ableiten, das wiederum mit dem lateinischen „nodus“ verwandt ist. Schriftlich erwähnt wurden Knödel bereits in Pergamentschriften um das Jahr 1.000.

Warum sind Knödel in Österreich so beliebt?

Knödel sind fest mit der österreichischen Küche und ihren regionalen Traditionen verbunden. Ihre besondere Stärke ist ihre Vielfalt: Sie kommen als Suppeneinlage, Hauptgericht oder Beilage auf den Tisch und schmecken herzhaft genauso gut wie süß, etwa als Marillen-, Zwetschken- oder Germknödel.

Welches Bundesland ist für seine Knödel besonders bekannt?

Besonders ausgeprägt ist die Knödeltradition in Oberösterreich, wo es eine außergewöhnlich große Vielfalt an Knödelrezepten gibt. Aber auch in Tirol spielen Knödel traditionell eine wichtige Rolle. Unser kulinarischer Streifzug zeigt ohnehin: Knödel sind in ganz Österreich zu Hause.

Schneidet man Knödel mit dem Messer?

Besser nicht. Nach alter Tischsitte werden Knödel mit der Gabel auseinandergerissen und nicht mit dem Messer geschnitten. Und sogar für das Formen gibt es einen eigenen Ausdruck: Knödel zu schönen Kugeln zu rollen, nennt man auch„schleifen“.

Gibt es rund um Knödel auch Bräuche und Aberglauben?

Durchaus. Ein alter Aberglaube besagt etwa, dass man Knödel beim Kochen nicht zählen soll, weil das schlechte Zeiten bringen könnte. Zu Silvester wurden mancherorts sogar Wünsche auf Zettel geschrieben und in Knödel gesteckt. Welcher Knödel zuerst an die Oberfläche kam, sollte zeigen, welcher Wunsch in Erfüllung geht.

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